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furkel

mhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

furkel f.

Bd. 4, Sp. 757
furkel, f. eine gabel. ahd. furcula, uncinus. Graff 3, 685, vgl. unten 5), wo stellstangen mit haken oben erwähnt sind. furkel. voc. incip. teuton. f 3b. Diefenbach 253a. entlehnt aus mittellat. furcula, einem dim. von lat. furca (s.furke). auch forkel (s. d.). Bedeutungen: 11) eine gröszere gabel. 22) ein gabelzweig oder eine zwiesel: denn Moseh hat dise schlang auff ein pfal oder furckel, oder wie man es den kindern fürmalet, auff ein schecherkreutz, in die höhe auffgehenckt. Mathesius Sarepta (1562) 101b. eben so wol eine als gestell zugerichtete oder auch künstlich gemachte zwiesel. so heiszt z. b. hie und da in Sachsen, im Erzgebirge der unten gabelförmige stiel des rechens, die rechfurchel oder rechforchel. 33) eine aus einer zwiesel gemachte gabel zum schütteln des strohes beim ausdreschen und zum wegnehmen des strohes in den scheunen. Zincke ökon. lex. 1, 806. vgl. schüttelgabel. 44) ein stab, ursprünglich gabel- oder zwieselstab, mit welchem die ketten an den heu- und den erntewagen in die höhe gestemmt werden. ebenda. 55) in der weidmannssprache eine stange von tannenholz, fichtenholz u. s. w. oben mit einer gabel, ursprünglich wol einer zwiesel, in welche bei aufstellung der jagdnetze, jagdtücher und anderer zum fange des wildes und der wölfe erforderlichen zeuge die oberleinen aufgelegt werden, um die genannten jagdzeuge in die höhe zu ziehen und aufgezogen zu erhalten, eine stellstange. zu den hohen tüchern sind solche stangen oben statt der gabel auch mit einem ring und einem eisernen haken beschlagen, worauf das tuch mit der oberleine zu liegen hat. auch furchel, forkel, forchel. s. Jacobsson technol. lex. 1, 772a. Zincke forst-, fisch- u. jagdlex. 1, 885 ff. Heppe wohlred. jäger 158b, der aber die namen nur auf die stellstangen bei sau-, wolfs- und hasengarnen beschränkt. dieselbe beschränkung hat auch das weidmännische taschenwb. 154. vor zwölf furckeln von dannenholtz mit eisern hacken 2 thlr. Flemming teutsch. jäger 1, 215a. auch hier sind die eisernen haken erwähnt, was oben das lat. uncinus bei ahd. furcula zu erläutern scheint. seine (das lauschnetz ist gemeint) furkeln sind nur dünne stellreiser, etwan 1 und eine halbe elle hoch und als starke spieszruthen dick. 230b. bei Döbel (1754 2, 39b) furchel: die ober- und unterleinen werden auch nicht so gar scharf angezogen, damit es auch nicht so schwer und also geschwinder auf die furcheln zu heben sey. die furcheln werden zwischen der unterleine und dem garne eingestoszen, aber nicht tief, sondern nur knapp, dasz sie stehen und das garn oben tragen, wie denn oben nur eine flache lorve (kerb) an der furchel ist, darinn die oberleine gar knapp liege. furckel do mit man die netze stellt, amis, ames. voc. theut. v. 1482 i 6a. i 8b. amis, ames hiesz bei den Römern die stellgabel zum aufspannen der netze beim vogelfange. furckel oder stiffel, hamis virga sustinens rethe quo capiunter fere vel aves. i 6b. 66) an der Salzach, am Inn ein gabelstecken der dazu dient, querstangen zu halten. bestimmter zaunfurkel. Schmeller 1, 563. 77) in den schmelzhütten eine gestielte zweizackige an den enden etwas gebogene eiserne gabel, mit der der hüttenarbeiter die scheibensteine und schlacken von den geschmolzenen metallen, dem schmelzgute, abnimmt und auf die seite hebt. Jablonski 223a. mineral- u. bergwerkslex. 225b. Richter 1, 346. Lampadius handwb. 79 gibt an, sie diene zum scheibenabziehen des roh- und bleisteins, wenn derselbe auf der oberfläche in dem stichherd erstarrt, und die etwas gröszere furkel, die zum scheibenziehen des kupferbleches und des schwarzkupfers gebraucht werde, heisze kupferfurkel. 88) ehedem in der Wetterau ein von bauern getragener vorn offener, aber mit knöpfen versehener kittelartiger leinener rock, der sich vom rücken abwärts in zwei theile spaltete und so gabelförmig gestaltete. übrigens gebrauchte man das wort männlich und man sprach forkel, das aber, der mundart gemäsz, hochd. furkel zu schreiben ist. 99) in Baiern auch verächtlich für weibsperson. Schmeller a. a. o. als schelte du alte furkel du! Delling 1, 189. eine übertragung von 2) in vergleichung der beine.
4169 Zeichen · 91 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    furkelswf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    furkel swf. furcula Dfg. 253 a . furkeln und morser Hb. M. 412.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Furkel

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Furkel , plur. die -n, S. Adelung Forke .

  3. modern
    Dialekt
    Furkel

    Rheinisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Furkel, Fürkel Verbr. von Wend , Birkf , Simm , Goar über Hunsr, Saar, Eif (nicht May , Aden ) bis Malm , Schleid , Ahrw…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit furkel

7 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von furkel 2 Komponenten

fur+kel

furkel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

furkel‑ als Erstglied (6 von 6)

furkelen

WWB

furke·len

furkelen V. mit dem Geweih angreifen, aufspießen, kämpfen ( Wal Bh).

furkelhake

DWB

furkel·hake

furkelhake , furkelhaken , m. der eiserne hake, mit dem die furkel zum tragen hoher tücher beschlagen ist. s. furkel 5). 42 furckelhaacken, …

Furkeligīr

Idiotikon

Furkeligīr Band 2, Spalte 405 Furkeligīr 2,405

furkellippe

DWB

furkel·lippe

furkellippe , m. in der Wetterau einer der gespaltenen theile des furkels. s. furkel 8) und lippe, rocklippe.

furkelstange

DWB

furkel·stange

furkelstange , f. was furkel 5). 64 furckelstangen, das stück a 1 gl. 6 pf., macht 4 thlr. Fleming teutscher jäger 1, 215 b .

Ableitungen von furkel (1 von 1)

Gefurkele

WWB

Ge-furkele n. a) Stechen des Hirsches mit einer Geweih- oder Gehörngabel (im Kampf mit einem Nebenbuhler, zur Abwehr eines Jagdhundes). — b)…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „furkel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/furkel/dwb?formid=F12510
MLA
Cotta, Marcel. „furkel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/furkel/dwb?formid=F12510. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „furkel". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/furkel/dwb?formid=F12510.
BibTeX
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