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fud

nhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 3 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

fud f.

Bd. 4, Sp. 362
fud, f. cunnus, vulva, in unguter schreibung für fut (s. d.), wie sich aus dem unter fotze angegebenen ersehen läszt, nach welchem t der ursprüngliche, aber festgehaltene lautstand ist (s. sp. 44). doch findet sich auslautendes d hier schon mhd. im Liedersaal 3, 493, 27 sowie in einem lat.-deutschen nomenclator, aus dem es Tobler 197b beibringt, dann in einem höchstwahrscheinlich aus dem anfange des 15. jh. herrührenden voc. rerum bei Diefenbach 163a und nach den anführungen oben sp. 43 im voc. teuton. ante lat. (auf der hofbibliothek zu Darmstadt, in einem mir vorliegenden zweiten exemplar derselben bl. f 2a), im voc. teuton. 1482 und in den fastnachtspielen 67, 20, wozu sich weiter fügen läszt [] der (der wirt) was ein unflettiger taufter jud, er macht uns oft siben suppen von einer kuofud (kuhfut). 350, 13. noch östr. bair. schwäb. fud. Castelli 133. Schmeller 1, 513. Schmid 207. offenbar hat sich d mhd. aus dem gen. und dat. sg. und dem pl. eingeschlichen, denn jene wie dieser lauteten mhd. füde, vüde. eben so zeigt sich das wort in den bereits sp. 43 angeführten mhd. zusammensetzungen fudenol, welches Ben. 2, 1, 406b von Zarncke ganz richtig als mons veneris erklärt wird, und vudeslecke, membrum virile. auch der abgeleitete name Fudanna ist hier zu erwähnen, welchen in einer im 17. jh. niedergeschriebenen obscenen erzählung der Weimarer papierhandschrift 42 Q bl. 48 ff. das weibliche zeugungsglied als stadt führt, die von dem fürsten zagel, dem männlichen gliede, belagert wird. s. fastnachtspiele 1461. was den pl. anlangt, so lautet dieser, dem mhd. pl. füde, vüde gemäsz, noch bair.d. Schmeller 1, 513. in andern gegenden hat das wort, wie glut, im pl. schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp. 42f. bemerkt. wie aber neben der bedeutung cunnus, vulva fotze in Tirol, Kärnten (wo man fouze spricht), Östreich (Höfer 1, 237 f. 2, 240), Baiern noch und zwar vorzugsweise die von maul, namentlich die des maules von thieren hat, so tirol. der fud, fut, in der grafschaft Mark die fuet (Frommann 3, 262, 70), im Bergischen die fot (ebenda 5, 139, 25) die bedeutung der hintere, culus, anus, podex, in welcher jedoch elsässisch fiedle (Frommann 4, 470, 121), schweiz. füdeli, füdli (Tobler 197a. 359a), füdle (Stalder 1, 402), vorarlbergisch füdli (Frommann 3, 398, 13), schwäb. füdle (Schmid 207), das dim. von fud, gebraucht wird, nebenbei auch tirol. der fidli vorkommt. fud, fut gieng sonach von der bezeichnung des weiblichen geschlechtsgliedes auch in die des nächsten körpertheiles, des hintern, über, und dasz hier blosz übergang stattfindet, scheint sich zumal durch das männliche geschlecht zu erweisen, welches das wort tirolisch in der letzten bedeutung hat (Schöpf 158), weil bei dieser sicher arsch in gedanken lag. Nach der eigentlichen bedeutung cunnus, vulva wird dann fud, fut, wie fotze, auf die weibliche person übergetragen und in dieser bezeichnung auf dem platten lande Baierns meist ohne arg gebraucht (Schmeller 1, 513), in Tirol aber und andern gegenden verächtlich (Schöpf 158) und als schelte. so auch in schwäb. dehnfud f. = eine langsame, träge, alberne weibsperson (Schmid 124). fast noch gröszere verachtung jedoch liegt in dem worte, wenn es zugleich auf eine männliche person angewandt wird, in welchem falle es so viel als weibischer, weibisch weichlicher mensch ist, wie z. b. bair. hünfud f. = flennels (vgl.heularsch 1, 565), ein mensch der gleich weint (Schmeller 1, 513. 2, 202. vgl.hünen), wetterauisch drenefutt f. = ein überaus langsamer mensch zeigen. ganz von einer männlichen person gesagt, bedeutet das wort verachtungswerther mensch, nichtswürdiger, niederträchtiger kerl (Frommann 6, 38, 46), und auch hier fand in bair. hundsfud (Schmeller 1, 513), tirol. hundsfut (Schöpf 158), hochd. gewöhnlich hundsfott, übergang in das männliche geschlecht statt.
3991 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    fudf.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    fud , f. cunnus, vulva, in unguter schreibung für fut ( s. d. ), wie sich aus dem unter fotze angegebenen ersehen läszt,…

  2. modern
    Dialekt
    Fud

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Fud [Fùt Geberschw. ] f. Wunde an einem Baum: D e r Baum het ke inen nëtte n Stamme n , er is t ganz voll Fudde n . — Vg…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fud

120 Bildungen · 114 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

fud‑ als Erstglied (30 von 114)

Fudai

Meyers

Fudai , s. Daimyo .

Fudbir(baum) N.

Idiotikon

Fudbir(baum) N. Band 4, Spalte 1485 Fudbir(baum) N. 4,1485

fudbrunne

DWB

fud·brunne

fudbrunne , m. , der name eines brunnens in einem dem 15. jh. angehörenden Tiroler weisthum, in welchem angegeben wird, das ( dasz ) der her…

Fudde

WWB

Fudde m.(f.) [SWestf, sonst verstr.] 1. minderwertiges (altes) Stück Stoff, (Scheuer-, Spül-, Wasch-)Lappen; Stoffetzen. Alle Furren ( Kr. O…

Fuddea

Herder

fud·dea

Fuddea , Scheidemünze in Bombay = 3 2 / 3 Pf.

Fuddeah

Meyers

Fuddeah (spr. föddi), Rechnungsstufe und Kupfermünze der Präsidentschaft Bombay bis 1835, zu 2 Doggani oder Peiß von 2 Ördih, 50 in der Rupi…

Fuddek

WWB

fud·dek

Fuddek m. 1. Person, die nichts oder nur wenig besitzt, die Schulden macht [bes. Bri]. — 2. unordentliche, unsaubere Person [bes. Mes]. — 3.…

fuddeke

KöblerMnd

fuddeke , F. nhd. Tasche, Rocktasche E.: Herkunft ungeklärt? L.: MndHwb 1, 1019 (fuddeke) Son.: jünger

fuddekig

WWB

fuddekig Adj. furkeg unordentlich, unsauber, schlampig ( Kr. Meschede Mes Br).

Fuddekīpe

WWB

Fudde-kīpe f. Funnenkiepe Kiepe, in der sich Lumpen befinden ( Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck Rek Ad).

Fuddel

RhWB

fud·del

Fuddel RhWBN -ud- RRip, Wippf , Waldbr , LRip in Schleid , Rheinb , Eusk , Bo , Köln , Bergh , Dür ; -o- Malm (auch -ǫ- ) Monsch , Jül , Aac…

Fuddelei

RhWB

Fuddelei f.: 1. zerlumptes Kleid Verbr. — 2. F. driven Geckheiten Eup-Raeren .

fuddelen

WWB

fud·delen

fuddelen V. [verstr. nördl.] 1.1. tasten, fühlen ( Kr. Beckum Bek NORDH). — 1.2. mit schmutzigen Fingern berühren und dadurch verschmutzen, …

Fuddelīe

WWB

Fuddelīe f. unsaubere, ungenaue Arbeit (WMWB).

fuddelig

RhWB

fuddelig Adj.: 1. zu Fuddel 1. a. vom Stoff. α. zerlumpt, verschlissen Allg. — β. zu dünn, leicht u. billig, minderwertig, nicht anschliesse…

fuddeln

RhWB

fuddeln schw.: 1. etwas f., Zeug zerknüllen Heinsb-Lümb , Dür . — 2. einen f., prügeln, d. h. mit einem alten Lappen Jül-Kirchbg . — 3. abso…

Fuddelspluten

RhWB

Fuddels-pluten -ū- Köln-Stdt Pl.: verächtl. wertlose Kleider.

Fuddelswerk

RhWBN

fuddel·swerk

Fuddels-werk Heinsb-Millen n.: schlechte Arbeit, schlechtes Werkzeug; kniffelige Arbeit; sittl. nicht einwandfreie Sache.

Fudden

RhWB

fud·den

Fudden -od- Heinsb-Bocket Sg. t. m.: Freiball zu Weiberfastnacht (veralt.).

Fuddenkippe

RhWB

Fudden-kippe -kip Mörs-Wallach f.: Lumpenkiste.

Fuddenkram

RhWB

Fudden-kram -- Allg. m.: Plunder.

fud als Zweitglied (6 von 6)

Harzfud

Idiotikon

harz·fud

Harzfud Band 1, Spalte 682 Harzfud 1,682

Hundsfud

ElsWB

hunds·fud

PfWB LothWB RhWB Hundsfud [Hùntsfùt allg.; Hùntspfùt Mutzig ] m. Feigling, nichtswürdiger Mensch, Taugenichts, wortbrüchiger Mensch. Er is t…

héafud

KöblerAe

héafud , st. N. (a) Vw.: s. héafod

Kuefud

Idiotikon

kue·fud

Kuefud Band 1, Spalte 682 Kuefud 1,682

Matzfud

Idiotikon

matz·fud

Matzfud Band 1, Spalte 682 Matzfud 1,682

Mär(ch)enfud

Idiotikon

Mär(ch)enfud Band 1, Spalte 682 Mär(ch)enfud 1,682