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friesen

ahd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
Anchors
11 in 7 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
13
Verweise raus
4

Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Friesen

Bd. 2, Sp. 813
Friesen (Frisii, Frisiones, Frisones), alter Volksstamm des nördl. Deutschlands, zu den Zeiten der röm. Kaiser am linken Emsufer, später von den Scheldemündungen bis Schleswig wohnend. Zuerst waren sie Bundesgenossen der Römer in den Feldzügen des Germanicus, empörten sich später, wurden 47 n. Chr. wieder unterworfen, doch zog schon Kaiser Claudius die röm. Besatzungen aus dem Lande. Mit den Franken waren sie seit dem 7. Jahrh. im Kampfe und wurden erst von Karl dem Gr. vollständig unterworfen, behielten jedoch ihre Rechte, die Karl 802 niederschreiben ließ (Lex Frisionum). Sie theilten sich in Nord-, West- u. Ost-F. (östl. und westl. von der Zuydersee). Die Verfassung der F. war eine demokrat., erst später bildete sich die Erblichkeit der Häuptlinge aus; sie vertheidigten sich sehr tapfer gegen die Angriffe benachbarter Großen und gehörten zum Bunde der 7 Seelande, der jedoch ebenso sehr durch innere Zwistigkeiten sich auflöste als durch fremde Waffen zertrümmert wurde (s. Stedinger). Westfriesland unterwarf sich 1457 dem Schutze des Kaisers; Karl V. vereinigte es mit Burgund, später wurde es in die niederländ. Erhebung hineingezogen u. bildete die beiden Staaten Gröningen und Westfriesland. Ostfriesland kam zum Theil an Oldenburg, theils blieb es unter einem eigenen Häuptling vereinigt, der Fürstenrang hatte, aber durch die Landtage sehr beschränkt war. Als deren Stamm 1744 mit dem Grafen Karl Edgard von Ostfriesland erlosch, fiel das Land gemäß eines Erbvertrags an Preußen, 1814 an Hannover. Die Nord-F. (wahrscheinlich eigentliche Angelsachen) unterlagen zuletzt den dän. Königen, nachdem sie sich lange gegen diese und die Grafen von Holstein, Schleswig etc. glücklich vertheidigt hatten. Die fries. Sprache, die dem sächs. Stamme angehört, hat sich in einigen Dialekten erhalten, ist jedoch sehr verändert. In der alten haben wir die Rechtsquellen Asegabuch, um 1200, Brokmerbrief, wenig jünger, Emsiger Domen nach 1200, Recht der Rüstringer aus dem 14. Jahrh. (Richthofen, fries. Rechtsquellen, Göttingen 1840; Ehrentraut, fries. Archiv; Richthofen, altfries. Wörterbuch).
2106 Zeichen · 39 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    Friesen

    Althochdeutsches Wörterbuch

    Friesen , -in , -un Gl 3,132,38. 39. 207,33. Hildebrandt I, 276,55. Mayer, Glossen S. 24,21 s. Eigennamen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    friesen

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    friesen , das noch landschaftlich fortlebende ahd. friosan, mhd. friesen, statt des gewöhnlichen frieren, dritte person …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Friesen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Friesen ( Frisii, Frisiones, Frisones), alter Volksstamm des nördl. Deutschlands, zu den Zeiten der röm. Kaiser am linke…

  4. modern
    Dialekt
    friesen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    friese n [frìèsə Pfulgriesh. Hf. ] einen Graben abstechen und auswerfen, einen Graben reinigen, sowohl Strassen- als Wie…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit friesen

16 Bildungen · 10 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von friesen 2 Komponenten

fri+esen

friesen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

friesen‑ als Erstglied (10 von 10)

Friesenkuh

SHW

Friesen-kuh Band 2, Spalte 961-962

Fries(en)beil

PfWB

friesen·beil

Fries(en)-beil n. : 'hellebardenähnliches Beil zum Durchschneiden des Rasens bei der Arbeit an Bewässerungsgräben', Friesebeil [verbr. SWPf]…

Fries(en)haue

PfWB

friesen·haue

Fries(en)-haue f. : 'Gerät zum Ausheben von Gräben', Friesehauw [ KL-Hütschhs ], Fries- [ KU-Elschb ]. BadWB Bad. II 233 .

Friesenheim

Meyers

fries·enheim

Friesenheim , 1) Dorf im bad. Kreis Offenburg, Amt Lahr, an der Staatsbahnlinie Mannheim-Konstanz, hat eine evangelische und eine kath. Kirc…

Friesenlant

KöblerMhd

fries·enlant

Friesenlant , st. N. nhd. Friesenland, Land der Friesen, Friesland Q.: Frl, Lucid (1190-1195) E.: s. Friese, lant (1) W.: s. nhd. Friesland,…

Friesenschnur

PfWB

friesen·schnur

Friesen-schnur f. : 'Schnur, mit der der Friese den Grabenverlauf absteckt', Frieseschnuʳ [ KU-W'mohr ]. BadWB Bad. II 233 and. Bed. —

Friesensteine

Meyers

friesen·steine

Friesensteine , die höchste Erhebung (940 m) im Landeshuter Kamm des Riesengebirges, östlich von Schmiedeberg, besteht aus drei Granitmassen…

Friesenwëg

Idiotikon

Friesenwëg Band 15, Spalte 824 Friesenwëg 15,824

friesen als Zweitglied (4 von 4)

Hennenfriesen

RhWB

hennen·friesen

Hennen-friesen -ē:z-, –ī:- Kemp , Kref n.: starkes Frostgefühl, Schüttelfrost; früher nahm man dabei den getrockneten u. zerstossenen Magen …

Ableitungen von friesen (2 von 2)

erfriesen

KöblerMhd

erfriesen , st. V. Vw.: s. ervriesen

gefriesen

DWB

gefriesen , s. unter gefrieren.