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fluh

nhd. bis Lex. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

fluh f.

Bd. 3, Sp. 1849
fluh, f. rupes, mit langem u oder diphth. uo, ahd. fluoh, fluah (Graff 3, 769), mhd. vluo (wb. 3, 355a), wozu sich das ags. flôh stânes, gleba silicis bei Lye nehmen läszt. das fl gestattete an pr in πρηνής und pronus, selbst an κρημνός von κρεμάννυμι zu denken; doch ist hier kein kehlauslaut und insofern rupes von rumpo einen abgebrochnen, abgesprungnen theil des felses bezeichnet, läge floh, pulex m. (wofür auch ahd. floah, phloah geschrieben vorkommt) und fliehen, springen (oben sp. 1789) näher, man hätte uo wie in flut, fluot neben flieszen zu erklären. fluh ist sturz, jäher absturz, abfall, abhang eines felses. altn. flug n. praecipitium, abruptum, flugabiörg rupes praeruptae. Sveinb. Egilss. 186b; flyggi n. framspringande och öfverhängande klippa, bergvägg, brant klippa. Unander allmogemlet i Vesterbotten. Uppsala 1857 s. 10; flög, flygg. Rietz ordbok 150b. einen anklang entdecke ich im lit. plyszys, risz, spalte von plěszti reiszen, spalten, lett. plihśums spalt, uolês plyszys 2 Mos. 33, 22 ist felskluft. ahd. gewähren gl. Jun. 219 scorrôno fluahî praeruptae, excisae rupis extremitates; 227 fluahî scorrôno scopuli; N. ps. 113, 8 (Hattemer 408b) dër dën stein bechêrta ze sêwaʒʒeren unde die fluoh ze springentên waʒʒeren, qui convertit petram in stagna aquarum et rupem in fontes aquarum. gen. dat. sg. lauten gleich dem nom. pl. fluohî. die gl. mons. geben das wort nicht. auch mhd. nur bei schweizerischen dichtern: innen hol und ûʒen hart (war der stein) als ein gëllendiu fluo. Lanzelet 7127; in einer vluo hât ër (der wolf) ein hol mit guoter spîs gevüllet wol. Bon. 55, 3; dër (bock) begegent mit dën hornen sîn schalklîch dëm ochsen in der vluo. 78, 25; si (die geisz) gieng vil hoch in einer vluo, dâ ir kein tier mocht komen zuo. 90, 3. nhd. haftet fluh lediglich im Elsasz, in Vorarlberg und der Schweiz, doch in Schwaben, Baiern, Österreich, Steier ist es unbekannt. Stalder 1, 386. Tobler 196b verzeichnen es, auffallend dasz Dasypodius, Frisius, Maaler seiner geschweigen und nur fels und schrofe anführen. dem obliquen casus wird noch gern flui (ahd. fluohî) gelassen, zum unterschied vom nom. fluo. item was der selben lüten hie ist, die mugent ziehen hinan war si wend, und wenn sie für die groszen fluo in koment (einkommen sp. 216), so süllent sie einem vogt nüt me gebunden sin ze dienene. weisth. 4, 304 (a. 1393); bruder Claus vor flui, das ist in dem felsen vor Swyz im ort Unterwalden, ist zu disen zeiten verscheiden. fasciculus tempor. pag. ult.; es spricht sant Gregorius, wann der hirt uber die fluo und felsen gon wil und uber die scharfen eck der hohen berg, so fallen die schaf ze tod uber abhin. Keisersb. omeis 21c; das mör ist verfarlich und sorklich, wann darinn seind gar vil sorklicher ort, fluhen, glufen und felsen. schif der penit. 4a; als ein fisch im wag oder fluo. Marie himelfart 10a; wie man in der bergrüfe nüts anders sicht weder das trüb wasser, wiewol so grosz flü drin gond. Zwingli 2, 237; er stiesz in uber ein hochi fluo hinab und meint ine ze tod gefällt haben. Tschudi 2, 153; im selben schlund unter einer hohen flü hat es eine wismatte. item darbei auf einer hohen flü liegt das schlosz. Wurstisen Basler chron. ...; als ich aber erwachet und gsach wo ich was, weisz ich nit, ob ich min läbtag wurs (schlimmer) erschrocken bin, dan wen ich noch zwei klafter tiefer weri gangen znach, so weri ich über ein grusame hohe flu abgfallen vil tusend klafter hoch. Platers leben s. 11. nach Scheuchzer von grenzen und bergen der Schweiz s. 104 bedeutet flu, flü, flühe nicht allzeit steile, hohe, gächstotzige felswände, sondern auch andere gähe meist von gras und bäumen entblöszte örter. flu gebührt nur dem nom. acc. sg., flü dem gen. dat. sg., nom. acc. pl. nach der flu oder flue heiszen in der Schweiz manche örter, Bädeker s. 105 nennt im Berner oberland die mauer 'der ebenen flue', s. 134 die hochfluhkirche unterhalb Mörel an der Rhone. Flüelen bei Schiller 539a.b. 540b. auffallend in Keisersb. sch. der penit. 7d fluhe für prora: das schif ist spitzig und eng an beiden orten, vornen an der fluhen und hinten am stierend (steuerende, puppis) und in der mitten ist es breit (vielleicht fluhe die ankerstelle, Frisch 1, 282 ankerfluhe, anchorae uncus). aus der Schweizersprache Schiller im Tell 540a: so wird das schif zerschmettert an der fluh, die sich gähstrotzig (l. gähstotzig, wie auch die ausg. von 1804 s. 158 hat) absenkt in die tiefe; da tritt ein weib aus der ladenthür, eine schlichte frau von den flühen, die stiesz an den klingelnden harlekin schier, und hat nicht gelacht noch geschrien. Ann. von Droste 327. auch die folgenden zusammensetzungen sind schweizerisch. das zweite wort bildet fluh in ackerfluh (steingerölle auf wiesen. Tobler 14a), bergfluh, meerfluh, nagelfluh, salzfluh, sandfluh.
4857 Zeichen · 110 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    fluhf.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    fluh , f. rupes, mit langem u oder diphth. uo, ahd. fluoh, fluah ( Graff 3, 769 ), mhd. vluo ( wb. 3, 355 a ), wozu sich…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fluh

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Fluh ( Fluhe , Mehrzahl Flühe, Flüe ), in schweizerischer Mundart eine Felswand; in der Zusammensetzung Nagelfluh oder -…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fluh

20 Bildungen · 19 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

fluh‑ als Erstglied (19 von 19)

Fluhbirn

Campe

fluh·birn

Die Fluhbirn , Mz. die — en , eine Art Mispeln, die auf den Fluhen oder Felsen in der Schweiz und Österreich als eine kleine Staude wächst u…

fluhbirrli

DWB

fluhbirrli , n. mespilus chamaemespilus. Stalder 1, 386 . Durheim 184 fluhbirne ( s. flugbirne), zwergmispel.

fluhblume

DWB

fluh·blume

fluhblume , f. fluhblümli , n. primula veris, auricula, badönikli, wild auf der alpe wachsend, von den Entlibucher jünglingen ihren dirnen b…

fluhfolle

DWB

fluh·folle

fluhfolle , f. schweizerisch von einem felsengrund, dessen eingang weit und breit, der ausgang stumpf oder geschlossen ist. Stalder 1, 389 .…

fluhheu

DWB

fluh·heu

fluhheu , n. , auf den unwegsamsten stellen der alpen, wo selbst das vieh nicht weidet, oft mit lebensgefahr gewonnen. Stalder 1, 386 , auch…

fluht1

AWB

fluht 1 st. f. , mhd. vluht, nhd. flucht; as. fluht ( vgl. Holthausen, As. Wb. S. 21 ), mnd. vlucht, mnl. vlucht f. m. ; afries. flecht; ae.…

fluht2

AWB

-fluht 2 vgl. hinanfluht.

fluhte

Lexer

fluhte prät. s. vlücken.

fluhten

AWB

fluh·ten

fluhten sw. v. , nhd. flüchten; mnd. vlüchten, mnl. vluchten. — Graff III, 768. fluhtin: 3. pl. conj. prt. O 3,14,87. in die Flucht jagen, v…

fluhthûs

AWB

fluh·thus

fluhthûs st. n. , mhd. vluhthûs, nhd. fluchthaus; as. fluhthūs ( s. u. ). fluht-hus: nom. sg. Gl 4,37,12 ( Sal. a 1, -hvs); acc. sg. 2,579,7…

fluhthūs

KöblerAhd

fluht·hūs

fluhthūs , st. N. (a) nhd. „Fluchthaus“, Freistatt, Asyl, Zufluchtsort, Zufluchtsstätte, Freistätte ne. refugee house, asylum ÜG.: lat. asyl…

fluhtîg

AWB

fluh·tig

fluhtîg adj. , mhd. vlühtec, vlühtic, nhd. flüchtig; as. fluhtig, mnd. vlüchtich, mnl. vluchtich; afries. flechtoch, flechtich, fluchtig. — …

fluhtira

AWB

fluht·ira

? fluhtira ( st. f.? ) . — Graff III, 771. fluctira: dat. sg. Gl 2,11,15 ( Würzb. Mp. th. f. 21, 9. Jh. ). zur Kleidung dienendes Geflecht, …

fluhtīg

KöblerAhd

fluhtīg , Adj. nhd. flüchtig, fliehend, sich schnell entfernend, zurückfliehend, die Flucht betreffend, vergänglich, unbeständig ne. escapin…

fluhtīgēr

KöblerAhd

fluhtīgēr , (subst. Adj.=)st. M. nhd. Flüchtling, Überläufer ne. refugee, deserter ÜG.: lat. defuga Gl, perfuga Gl, transfuga Gl Hw.: s. flu…

Ableitungen von fluh (1 von 1)

Fluhe

Adelung

* Die Fluhe , plur. die -n, ein nur im Oberdeutschen, besonders der Schweiz übliches Wort. 1) Eine Steinmasse, welche sich in einer beträcht…

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APA
Cotta, M. (2026). „fluh". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/fluh/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „fluh". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/fluh/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „fluh". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/fluh/dwb.
BibTeX
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