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Flō²

ahd. bis lat. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
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Eintrag · Westfälisches Wb.

Flō² f. m.

Bd. 2, Sp. 768
Flō² f.m. [allg. OWestf SWestf, verbr. Münsterl] 1.1. Floh; sehr kleines, flügelloses, blutsaugendes Insekt (Pulex irritans, Aphaniptera). Ne gröute Flöue (Kr. IserlohnIsl Is). Fläu knappen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Flähe un Floigen (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@NeuenheerseNh). Dai Fuosk hüppet, un de Fläouh springet (Kr. SoestSos Kr. Soest@OestinghausenÖh). Dei Heuner joget sik dei Flöhe aff (Kr. MindenMin Kr. Minden@MeßlingenMl). Eck he ’n Flau im Hïemd (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Låiwen Fruggen Beddestrau (wilder Thymian) wert int Bedde lögget, up dat dē Flaie węch bloiwet (Kr. HöxterHöx Kb). — Phras. Vbdg.: Lūs in’n Flau blaue „Bomseide“ mit einem weißen Pünktchen im Gewebe (Kr. MünsterMün Kr. Münster@MünsterMü). — Ra.: He ess opgelaggt ass ’n Bühlken vull Flöe er ist quicklebendig, sehr angeregt (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh || mehrf.). Hä sitt sou vull Kniepe as de Rüe vull Flöihe er ist immer zu Streichen aufgelegt (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd || ähnl. mehrf.). Et was säo vull imme Saale, dat kein Fläoh mehr derinne hüppen konn es war sehr voll (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@NeheimNh). Heu hät Fläue er hat böse Hintergedanken, ihm ist nicht zu trauen (Lippe OESTERH). Hei hiat keine rächten Flöihe er hat keine Lust, etwas zu tun (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Gegend LüdenscheidLs || mehrf.). Hei häff schlächte Flöhe er ist schlecht gelaunt (Kr. HalleHal Kr. Halle@LoxtenLo). Dai hiät kaine gurre Floih im Koppe er taugt nichts, er ist ein schlechter Mensch (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). Hai hät den Kopp voll Fleu er hat viele lustige Einfälle (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@RüblinghausenRü || mehrf.); er hat Flausen im Kopf (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). He hät allerhand Fleuhe an sick er hat viele Unarten (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@SchötmarSc). He häw äm ne Flau int Aor sätt’t er hat ihm einen Gedanken, einen Wunsch eingegeben, der diesen nicht mehr ruhen läßt (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@OchtrupOc || verbr.). Denn heff ’n Floh int Ohr er ist unzufrieden, verärgert; mißtrauisch, nicht offen; begriffsstutzig (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@SeppenradeSr || mehrf.). Hei häirt Fleie hinger derm Ohr er ist schlau (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@WinterbergWb). Haue gät, ase wanne Floue imme Ohre hädde er geht hochmütig (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@NiedersfeldNf). He krigg ook all Flöhe er wird eitel (WMWB). Hei kann de Fleue hören hausten er ist sehr schlau (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@RahmRa || verbr. OWestf SWestf); er ist sehr geizig (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@DorstenDo). Hai kann de Floihe fuißen (furzen) häören er ist sehr schlau (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm || mehrf. SWestf). So genau stäkt kenne Flauh sagt man, wenn jmd. übertrieben genau ist (Kr. BielefeldBie Kr. Bielefeld@IsselhorstIs || mehrf.). Hei kann siek freuen, dat de Flöihe un Lüse keine Haufisen hett er hat stark unter Flöhen und Läusen zu leiden (Als Ls || mehrf.). Ick sall di de Flaih wuell affangen Drohung: ich werde dir die Flegeleien schon austreiben (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). Datt geiht up un dahl es de Flau in’t Hiemt scherzhafte Erwiderung auf die Frage nach dem Wohlbefinden (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@BorghorstBo || mehrf.). — Sprichw.: Wieker mit Rüens no’m Bedde geiht, de steiht mit Flöhe up (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi || mehrf.). Wär dat Heon krigt, mott auk de Fläuhe mie in Kaup nihmen nichts ist vollkommen (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). Je mähr Flähe, je schlimmer de Röhe (Hund) (Kr. BürenBür Kr. Büren@GrundsteinheimGr || mehrf.). Je schroaher de Ruihe, desto sliemer de Floihe (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr || (ähnl.) mehrf.). Dä useligste Rüens hät dä meste Flöh Angeber sind oft erbärmliche Menschen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@PolsumPo || (ähnl.) mehrf.). De Flauh föllt sick in’n fuinen un in’n growen Hemde gluik wal das Schicksal macht keinen Unterschied zwischen arm und reich (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). Me kann biäter enen Sack vull Flöhe hö(d)en os enen Tropp junge Wichter (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi || (ähnl.) mehrf.). Biäter ne Flauh innem Potte oesse gar kain Fleiß (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). Alles tau siner Tid, oawer Flöihe fangen matt me, wann se emme bitt gegen Niederträchtigkeiten soll man sich sofort wehren (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Bey allem is wat bey: Wann me ne Fläoh fangen well, mott me de Finger nāt māken selbst Kleinigkeiten wollen reiflich überlegt sein (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BödefeldBö || mehrf. SWestf). Biätter tein Floihe opp me Ächsten ärr oeinen im Oahr (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr || mehrf.). — Sagw.: Ouk de Flouh matt in de Hölle, saggte de Döüwel, doa jiukere hei siek (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Gegend LüdenscheidLs). Twingen lo ’k mi nich, jöihlde dä Rüe, do moch hä sik no’m Flouh krassen, wo hä nich bikonn (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@BochumBo || mehrf. Mark). Alles bade wat, sagg den Floh, do pissen se in’n Rhin (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@RamsdorfRd). — Reim: Huier ßitt ’n Lius, / dä böbt (baut) ßick ’n Hius; / do ßitt ’n Dax, / dä böbt ßick ’n Bax; / däo ßitt ’n Fläoh, / dä döt ümmer ßük un ßäo sagt man beim Kitzeln (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@SüdlengernSl || mehrf.). — Rätsel: Biu es dai Flęu dann üäwern Rheïn kuemen? Antwort: Swatt (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@DeilinghofenDh || mehrf.). Wat is et bäste an em Flaue? Antwort: Dat se keine Häofäisen hiät (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe || mehrf.). Waoran sütt man, dat dei Fläuhe söüte sind? Antwort: Daoran, dat dei Fruslüe dei Finger dernao läcket (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Wu mäk man et, da man kinne Fläuhe krig? Antwort: Man päck der achterdale (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Wivil Flähe goht up en Schiäppel? Antwort: Kaine, se hüppet alle wiäg (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe). Bieke Dier is am moeisten affhärtet? Antwort: De Fläoh, se springet bui der gröttesten Külle im Hiemed rümme (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). — 1.2. Wanze (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@RüblinghausenRü). — 2. Pl. Geld. — Ra.: Hä hät Flöih as ne Aape er hat viel Geld, ist reich (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Denn buit’t dä Floögge er hat Geldsorgen, Schulden (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). Denn wi ’k oeis mol de Floögge afsoöken dessen Geld will ich haben; auch: dem will ich die Flausen austreiben (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). — 3. Pl. Flaie (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh) gemahlener Kaffee, der in der Tasse schwimmt, auf dem Kaffee schwimmende Bohnenteile [Kr. TecklenburgTek Hal]. ⟨›Flō²‹ [verbr.], ›Flō²e‹ [Kr. IserlohnIsl Alt], ›Flō²ge‹ [verstr. Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Isl]. — Pl.: ›Flo²(e)‹ [verbr.], ›Flöi(j)e‹ (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa), Floije (Kr. HerfordHfd Hi = SCHWAGM 59), Flije (Kr. MindenMin Ul). — Genus: f. [verbr.], m. [Kr. DetmoldDet WMünsterl SWestf]⟩ Zus.: → Al~, Ärd~, Fiᵉl~, Hāwer~, Hō¹ner~, Hunde~, Noch~, Rüᵉden~, Schelmen~, Wāter~.
5333 Zeichen · 112 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    flô

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    abaflôzenAWB, nur Gl. 2, 24, 33 (9./10. Jh.). 25, 6 (11./12. Jh.): ‚ausseihen, abseihen, liqua- re‘ (mhd. abevlœzen, nhd…

  2. modern
    Dialekt
    Flō²f. m.

    Westfälisches Wb.

    Flō² f. m. [allg. OWestf SWestf, verbr. Münsterl] 1.1. Floh; sehr kleines, flügelloses, blutsaugendes Insekt (Pulex irri…

  3. Latein
    flo

    Mittellateinisches Wb.

    flo , flavi, flatum, flare. partic. praes. usu subst.: MLW p. 316, 30 . 1 intrans.: a spirare, halare – blasen, wehen, h…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit flo

1.585 Bildungen · 1.582 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

flo‑ als Erstglied (30 von 1.582)

Floªte

WWB

flo·ate

Floªte f. [verstr.] 1. Fischflosse. — 2. flossenförmiges Holzstück zum Halten eines Fischnetzes an der Wasseroberfläche. ¶ Bed. 1: Vgl. → Fl…

Floªtefeªdere

WWB

Floªte-feªdere f. Flottfeere, -fäär(e) Flügelfeder, Feder an der Gänsekeule (WMWB).

Floªteke

WWB

Floªteke f. [verstr. Münsterl] „Flosse“.

floªteken

WWB

floªteken V. flottken (Brettchen, Schiffchen o.ä.) auf Bächen fahren lassen ( Tek Me ); flötken im Wasser spielen, plantschen ( Tek Le ).

floªtens

WWB

floªtens → fortens (unter fort ) u. flottens (unter flot ).

floating

LDWB1

floating [floa·ting] (ingl.) m. ‹econ› Floating n.

Flobert

SHW

Flobert Band 2, Spalte 809-810

Flō²bīten

WWB

flo·biten

Flō²-bīten n. [verstr.] „Flohbeißen“; nur im Abschiedsgruß (am Abend): Angeniämt Flobiten ( Min Ha).

Flō²buk

WWB

flo·buk

Flō²-buk m. [verstr.] von Flöhen geplagter Mensch, geplagtes Tier.

Flobērg(e)wer

Idiotikon

Flobērg(e)wer Band 16, Spalte 925 Flobērg(e)wer 16,925

floc

KöblerAhd

floc... , . Vw.: s. flok...

flocc

KöblerAe

flocc , st. M. (a) nhd. Herde, Trupp ÜG.: lat. platessa Gl Q.: Gl E.: unbekannter Herkunft oder zu germ. *flukka, Sb., Schar (F.) (1), Trupp…

floccatus

MLW

floc·catus

* floccatus (vl-), -a, -um. (floccus) ex coactilibus factus – aus Filz hergestellt : Chart. Hans. 694 p. 245,14 (a. 1248) quicunque v-tos vl…

floccellus

MLW

* floccellus (fluc-), -i m. (floccus) 1 parva macula – kleiner Fleck : Chart. Xant. 52 (a. 1184/90) corpus incliti martiris ... inventum in …

floccipendo

MLW

floccipendo v. floccus et pendo. Weber

floccipendulus

MLW

* floccipendulus , -a, -um. (flocci pendere) parvus – gering : Epist. Worm. I 34 p. 64,22 alioquin spem venię sibi querere prorsus -um flocc…

flocculus

MLW

flocculus (floscu-), -i m. floccus parvus – kleine Fussel : Constant. Afric. theor. 9,4 p. 41a v accipit phreneticus de vestimentis flosculo…

floccus

MLW

floc·cus

floccus , -i m. fibra, pars lanae, pars pannuli – Fussel, (Woll-)Faser, Flocke : 1 in univ. (in imag.: MLW l. 54; per compar.: MLW l. 56): T…

flocgian

KöblerAe

flocgian , sw. V. nhd. glänzen E.: s. flogėttan L.: Hh 109

floch

DWB

floch , pulex, s. floh .

floché

LDWB1

floché [flo·chę́] vb.impers. (flochëia) (in Flocken) fallen, leicht schneien.

flochen

ElsWB

floc·hen

floche n , flö h ne n [flóχə K. Z. Zinsw. ; flyoχə M. ; flùwəχə Sulzern ; fléə und flénə Olti. ; flénə Roppenzw. ; flônə Hi. Banzenh. Ensish…

flociun

LDWB1

flociun [flo·ciụŋ] m. (-s) Rucksack m. → rucsoch, sacados .

flo als Zweitglied (3 von 3)

perflo

LmL

per·flo

perflo -avi , -atum , -are (eine Orgelpfeife) mit Wind versorgen — to supply (an organpipe) with wind LmL Fist. Primae ergo 3I p. 85: aut mi…

stafflo

KöblerAnfrk

staf·flo

stafflo , Sb. nhd. Staffel, Grund ne. staple (N.) Q.: Lex Ribuaria (763/764?) E.: germ. *stapula-, *stapulaz, st. M. (a), Stufe, Pfosten, St…

truflo

KöblerAhd

tru·flo

truflo , sw. M. (n) Vw.: s. trufelo