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fies

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

fies

Bd. 2, Sp. 445
fies fī:s [-i- Rees-Loikum], flekt. -zə Rip, Berg, Nfrk allg.; auch im Mosfrk hier u. da, z. B. Bitb-Bickend, Wittl-Binsf Meerf, Koch, May-Löf, Kobl, Goar-Alken, Neuw, Altk, Siegld, Saarbr-SJohann: 1. Adj. a. Ekel empfindend, Widerwillen, Abscheu fühlend, empfindsam sein, namentlich im Essen, gegen Unreinliches, Unschmackhaftes, die Benützung eines Löffels, Glases udgl., was ein anderer benützt hat; auch kitzlich in andern Dingen; böste ze f., für en meng Botterramm ze bisse; de es ärg f. (em Essen) ekelt sich leicht beim Essen; wannste net f. bös, kannste us mengem Glas drönke Rip, Allg.; für enem (jet) f. sen Ekel vor einem empfinden Rip; f. dorop (doran) sen sich vor etwas ekeln Monsch; f. van iəmes siə sich ekeln vor einem, nicht von dem essen, woran ein anderer gebissen hat; dor sin ek f. van SNfrk, Klevld; ek bön te f., dech antepacken SNfrk; dor ben ek f. af Klevld; da ben ech f. an Eup, Klev. En f. Nas mache die Nase rümpfen Rip, Eup; en f. N. wählerischer Mensch Eup. RA.: F.ə Ferkes werde selde fett Rees-Hüthum. — De fällt f. ist pedantisch reinlich, wählerisch; de fällt net f. ist kein Kostverächter; der Düvel fällt net f. Aach. — Langsam, vorsichtig, faul; dat ös ok en F.ən Mörs-Neuk. — b. Ekel erregend, anwidernd, von Speisen, widerlichen, hässlichen, schmutzigen Dingen, Menschen; eklig, hässlich, schmutzig; bei der Hetz wiərd et Flesch f. wird anrüchig Rip; bei die Lüj, dor ös ömmer alles so f., dor kann ek necks eten; dau bös mich te f., dat me dech anpack Nfrk, Allg.; wat en f.ən Hongk, en f. Kled, en f. Zeug (Gerei udgl.); vom Wetter, en f. Wedder. — Von Menschen, hässlich, unreinlich, abstossend in körperlicher Hinsicht; f. on schro wie en Hipp Nfrk; gern in Schimpfw. du f.ən Ami. Groschen Allg., — Möpp Rip, — Mobbi Saarbr-SJohann, — Monarch MüEif, Düss, — Lawom Wesel, — Klant Duisb, — Konden Mettm-Vohw, — Utter Remschd, — Lottche MGladb, — Prüm (von einem Mädchen) Düss-Calcum, — Geschiər MGladb; du f. Blag, f.ən Panz, Balg usf. für Kinder. — Auch auf den Charakter bezüglich, unsympathisch; ne f.ə Zewiər (Zuwider) MGladb-Rheind; dat send f.ə Blagen freche, ungezogene Kinder Allg.; du F.ə van Goch von einem, der hässlich spricht oder handelt Klev. — Dat (et) es f., dat .. höchst unangenehm, widerwärtig. RA.: Dat es f., sät den Ap (Affe), du hatt hej sine Jonge bedrette (beschissen) Rees. — c. f. ist der Spieler, dessen Schiessklicker im Kreise liegen bleibt Sieg-Sieglar Troisd. — d. en f. Kihr (Kehre) selten, passende Gelegenheit; för (op) en f. K. kamme dat alt ens doəhnə Eup, Aach, Geld-Schravelen. — e. übertrieben u. dadurch empfindlich treffend; ek hat en f. Stöck in den Krag ich war gehörig bezecht Rees; dat wor der äver en F.! eine gehörige Ohrfeige Rip. — 2. Adv. a. f. kike ein saures Gesicht machen Nfrk. — b. hässlich; dat schmack arg f.; f. schrive udgl. Rip, Allg.; gej spreckt f. hässliche, unsittliche Worte Nfrk, Allg. — c. sehr, gehörig. α. bei Ungünstigem; dat es f. geloge; der setz f. dren in der Klemme Rip, Allg.; de hät em f. ist betrunken Kref; de hät se f. wärm dass. Jül-Calr, — f. nass Ess-Borbeck, — f. en Stöck en de Fott Duisb; die wor f. derlangs die Spielkugel Rip, Allg.; he es f. gefalle; ech han et em f. geseit derb die Wahrheit Nfrk; de hät sech f. a de Fott gefohlt sich gewaltig getäuscht Rip; do hat er sich ene f. en der Darm gestoəke wenn es nach einem Furze gehörig stinkt MGladb. — Et es f. kalt; dat deht f. wih (udgl.) Rip, Allg. — β. bei Günstigem; do hant vi us f. amüsiert Elbf, Allg.; do hattste äver f. Glöck Rip, Allg.; die hat f. wat an de Föt sie ist sehr reich Wesel, Selfk; dat sall ek woll f. lote (lassen) Barm, Rip.
3690 Zeichen · 121 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    fiesAdj.

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

    fies Adj. ‘ekelerregend, widerlich’, geläufig in nd. und rhein. Mundart, im 20. Jh. allgemein in der hd. Umgangssprache …

  2. modern
    Dialekt
    fiesAdj.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    fies Adj. : ' fade, ekelhaft '. Das schmeckt so fies [ KL-Enkb ]. Des isch emol e fieseʳ Kerl [ BZ-Billh ]. Südhess. II …

  3. Spezial
    fies

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    fies adj. 1 (widerwärtig) sgriciorus (-sc, -rosa) 2 (ekelhaft) da sgricé.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fies

47 Bildungen · 46 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

fies‑ als Erstglied (30 von 46)

fiescheⁿ

Idiotikon

fiescheⁿ Band 1, Spalte 1109 fiescheⁿ 1,1109

Fieschi

Meyers

Fieschi (spr. fjéski), 1) Giovanni Luigi de ' F., Graf von Lavagna , gewöhnlich Fiesco genannt, geb. 1524 aus einer berühmten genuesischen F…

Fiesco

Meyers

Fiesco (spr. fjésko), s. Fieschi 1).

²Fiᵉseküᵉtel

WWB

²Fiᵉse-küᵉtel m. [Bor, verstr. Ahs Rek] 1. (plötzlich auftretender) Wirbelsturm, Windhose. Ne Fässeköttel heff mi ’t ganze Hoi wegjaggt ( Ah…

fiesel

Lexer

fiesel s. phiesel.

³fiᵉselen

WWB

fies·elen

³fiᵉselen V. [verstr.] 1. die Fingerspitzen leicht über etwas hin und her bewegen, leicht berühren; kitzeln. — 2. spielerisch, zögernd arbei…

Fiᵉselerīe

WWB

fiesel·e·rie

Fiᵉselerīe f. a) Nieselregen. — b) langwierige, mühsame Arbeit (WMWB).

¹fiᵉselig

WWB

¹fiᵉselig Adj. [verstr.] 1. empfindlich, zimperlich. En Schwien is fisselik teggen Dreck (WMWB). — 2. wählerisch beim Essen. ¶ Vgl. → fīs .

Fiᵉselreªgen

WWB

Fiᵉsel-reªgen m. [verstr.] Regen in feinen Tropfen, Sprühregen. Fisselräägen is dröögen Räägen ein Nieselregen bringt nicht viel Nässe (WMWB…

¹Fiᵉselwind

WWB

fiesel·wind

¹Fiᵉsel-wind n. Wirbelsturm. Wenn de Fesselwind kümp, giff ’t in dree Stunde of dree Daage Räägen ( Bor Rd = WMWB).

fiesen

RhWB

fiesen schw.: 1. einen f., ohrfeigen; ech fies se dem; de krit se gefies Verbr. wie Fiese. — 2. streicheln Schleid-Hellenth ; sech eraf. sic…

Fiesengickel

PfWB

fiese·n·gickel

Fiesen-gickel m. : ' gewinnsüchtiger Spitzbube ', Fiesegickel [ BZ-Billh ]. — Der erste Wortteil wohl zu fies , der zweite zu Gickel .

Fieser

Meyers

Fieser , Emil , deutscher Politiker, geb. 8. April 1835, gest. 27. Jan. 1904, studierte in Heidelberg und Freiburg die Rechte, ward 1864 Amt…

²Fiᵉsewind

WWB

fiese·wind

²Fiᵉse-wind m. [ Kos WMünsterl] Fässewind ( Kos Ge ) Wirbelsturm, -wind (am Boden).

fieseⁿ

Idiotikon

fieseⁿ Band 1, Spalte 1082 fieseⁿ 1,1082

Fiesfüsschen

RhWB

fies·fuesschen

Fies-füss-chen fī:sf:sχə Schleid-Hellenth n.: einer, der sehr empfindlich ist, bes. im Essen.

fiesig

RhWB

fiesig Adj.: 1. fī:zəriχ ekelhaft Wippf-Lindlar . — 2. fī:stĭχ Ekel empfindend, wählerisch im Essen Düss-Hilden ; -zətiχ Selfk.

Fiesigkeit

RhWB

Fiesig-keit Rip, Selfk Sg. t. f.: Widerwillen gegen Ekelhaftes.

Fiesnase

RhWB

fies·nase

Fies-nase nā:s Heinsb , Kemp , Kref , Mörs f.: dass.; Feinschmecker.

Fiesŏle

Meyers

fies·ole

Fiesŏle (spr. fjē-), Stadt in der ital. Provinz und dem Kreis Florenz, 295 m ü. M., mit Florenz durch elektrische Eisenbahn verbunden, hat e…

Fiespitt

RhWB

fies·pitt

Fies-pitt Mörs-Marienbaum m.: zimperlicher Mensch, bes. empfindlich im Essen.

Ableitungen von fies (1 von 1)

Fiese

RhWB

Fiese fī:s, Pl. -zə Aach-Aach Kohlschd Würseln Höngen Herzogenr Merkst , Jül-Inden Schaufenbg , Dür-Frenz f.: Ohrfeige, Schlag auf den Kopf;…