feisch,
m. sanguis, cruor, weidmännisch, aber nur in Österreich, Baiern und vielleicht dem angrenzenden Schwaben, nicht alemannisch noch schweizerisch, noch weniger im mittleren oder nördlichen Deutschland, daher bei Döbel
fehlend. wird auch faisch
und fasch
geschrieben. für das vom wunden oder getödteten wild flieszende blut, zumal von hirsch, reh, hase; vom schwarzen wildpret, wie von zahmen hausthieren ist das wort schweisz
üblicher. Höfer 1, 192.
bei Schmeller 1, 574
steht faesch, faescht, faist,
das blut, besonders des hirsches, der hirzfaist,
was auch für hirschjagd und weiblich vorkommt (
sp. 1472): bei ainer hirschfaiszt ainen gueten starken drunk oder grasmal halten; weil die hunde schon sich pfnasten im cinnoberedlem faist.
Bogner mirakel. Schmeller
stellt in zweifel, ob nicht faisch
müsse angenommen werden. die jäger trinken der gemse faisch, als gut wider den schwindel. Hohberg 2, 626
a. Heppe im
leithund s. 115
hat: der schweisz, auch fasch oder faisch genannt,
und s. 368 schweisz, man sagt auch fasch oder faisch, heiszt das geblüt von allem haaricht und gefiedertem wildpret.
es fällt auf, dasz der ältere Hadamar von Laber,
bei vielfachem anlasz, weder feisch
noch schweisz
nennt, auch in Maximilian 1
jagdbuch mangeln beide wörter. feisch
könnte sich nun mit dem folgenden feisz
und feist
berühren, da die ausgänge sch
und st
tauschen, t
leicht apocope leidet, und die vorstellung des gerinnenden bluts an die des fetts reicht; vielleicht hängt es mit schweisz
zusammen nach dem wechsel der anlaute sch
und f,
wie in schaum
und faum, feim (
sp. 1450),
ja diese wörter dürften selbst verwandt liegen, weil das blut schäumt.
in Baldes
lob der magern heiszt es (Schm. 3, 550): wie faumens nit, wie schaumens nit, wie dampfens nit, wie schweiszens nit. faiser
soll nach Schmid
s. 175
für seifer, geifertuch vorkommen. Höfer
denkt bei feisch
an ein feigisch
von feige,
moribundus. auch die sl. jäger unterscheiden von pot,
schweisz, sudor das blut des wildes, poln. böhm. krew,
illyr. kerv,
slov. kri,
welches krew
dem lat. cruor,
lit. kraujas,
buchstäblich aber dem goth. hraiv,
ahd. hrê,
mhd. rê
entspricht, worin also der begrif von todesblut, todesschweisz und dann von leiche enthalten ist. mehr noch unter schweisz,
vgl.ferch,
ahd. fërah,
blut und leben; oben sp. 1322. 1324 farbe,
blut.