Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Färse
Färse
Farre m. ‘unverschnittenes männliches Rind, Bulle’. Stark flektierendes ahd. far (8. Jh.), mhd. var, phar, mnd. mnl. var, aengl. fearr (germ. *farza-) steht neben schwach flektierendem ahd. farro (Hs. 12. Jh.), mhd. varre, pharre, mnd. mnl. varre, nl. var, anord. farri (germ. *farzōn) und neben dehnstufigem aengl. fōr ‘Schwein’. Zu einer Wurzelerweiterung ie. *perə- ‘sprühen, spritzen’ (s. prusten)? Oder man vergleicht aind. pṛthukaḥ ‘Junge, Kind, Tierjunges’, griech. (poetisch) póris (πόρις), pórtis (πόρτις), pórtax (πόρταξ) ‘Kalb’, lat. parere ‘hervorbringen, erzeugen, gebären’, lit. perė́ti ‘(aus)brüten, auf den Eiern sitzen’ und vielleicht auch kslaw. isprъtъkъ, russ. výporotok (выпороток) ‘durch Leibschnitt zur Welt gekommenes Kind, Junges’, so daß von einer Wurzel ie. *per- ‘gebären, hervorbringen’ ausgegangen werden kann. Heute begegnet das Wort nur noch landschaftlich oder (selten) in dichterischer Sprache. Dazu mit grammatischem Wechsel von r und s Färse f. ‘junges weibliches Rind (vor dem ersten Kalben)’, frühnhd. mnd. verse, mnl. vaerse, veerse, verse, nl. vaars.