Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
etliche
etliche
etlich Indef.pron., als Pron.adj., aber auch substantiviert gebräuchlich; seine Verwendungsweisen entsprechen denen des Indef.-pron. 2einig (s. d.), durch das etlich seit dem 18. Jh. zurückgedrängt wird: im Sing. ‘etwas, ein wenig’, im Plur. etliche ‘einige, ein paar’, außerdem im Sing. und Plur. ‘beträchtlich, ziemlich viel’; bei etlich fehlt wie bei einig in der neueren Sprache die flexionslose Form. Das auf das Dt. beschränkte Pronomen (nl. ettelijk ist von hier entlehnt) gilt anfangs (bis ins Frühnhd.) auch für eine zwar bekannte oder denkbare, jedoch nicht näher bestimmte Person oder Sache, so ahd. eddeslīh (8. Jh.), eddelīh (9. Jh.), mhd. et(e)lich, eteslich, mnd. etlīk, ettelīk ‘irgendein, irgend jemand, irgend etwas’, Plur. ‘irgendwelche, einige, manche’. Aus mhd. eteslich ergibt sich die im Frühnhd. übliche Variante etzlich (bis Anfang 18. Jh., danach noch scherzhaft altertümelnd). Die Bildung setzt sich zusammen aus der nur als Pronominalpräfix bezeugten, Unbestimmtheit ausdrückenden Partikel ahd. edde(s)-, mhd. ete(s)-, die sich wohl mit got. aíþþau, ahd. edo, odo ‘oder’ verbinden läßt (s. oder), und dem unter -lich (s. d.) behandelten Adjektivsuffix, weshalb die Ausgangsbedeutung ‘irgendeine Gestalt habend’ zu erschließen ist. Möglicherweise geht ahd. edde(s)līh auch durch innere Kürzung aus dem daneben belegten gleichbed. ahd. eddes(h)welīh (8. Jh.), edde(h)welīh (9. Jh.; neu belebt in spätmhd. frühnhd. etwelch, etswelch, das sich in obd. Mundarten noch länger hält) hervor (s. welch); vgl. hierzu Syntax 1 (1923) 385 f.