Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
ernde stF.
2 ‘Erntezeit’
3 ‘eingebrachte Ernte’ , bildl.
1 ‘das Ernten’ diz ist ein ernde zit, / die got allen liuten git. / swer nv die vermidet / vnd niht tugende insnidet, / e daz wir hie ersterben, / der muoz dort verderben / haben durst vnd hunger Martina 269,15; so ist der ernde zit bereit / vnd der wercliute schar ebd. 269,26 2 ‘Erntezeit’ nach óstern kómint die phíngestín. nach der érnde herbest PrAlemann 193,133; merkent an die kleine âmeiz: / sô si den winter vor ir weiz, / si samnet in des sumers ernde kündeclîche ir spîse Marner 1,3. – in der Datierung, für den Zeitraum von Ende Juli bis August: jn dem jare, do man zalte von gotz gebuͤrte [...] nah der ernde UrkCorp (WMU) 2558,18; an dem zîstage vor v́nsirre vroͮwen ernde [Mariae Himmelfahrt, 15. August] ebd. 2149,18; an sante Peters tage in der ernde [1. August] ebd. 3045,31 u.ö. 3 ‘eingebrachte Ernte’, bildl.: uon dem himilschlichin adel / in den tugenden richen stadel / hastv selden vil gesnitten / und der richin ernde erbitten Martina 79,84
MWB 1 2021,15; Bearbeiter: Tao