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enke

mhd. bis Dial. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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19 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

enke

Bd. 3, Sp. 483
enke, m. famulus rusticus, ahd. encho, eincho (Graff 1, 346) Bootes, der den kleinen himmelwagen treibende knecht, sonst auch ohsinâri (vgl. Diefenbach 79c); mhd. enke, wie scencho auf scanchio zurückgehend auf anchio, dessen zusammenhang mit lat. ancus, anculus und ancilla einleuchtet. diese lat. wörter hat man sehr unsicher von anus abgeleitet, gleich bedenklich ist die verwandtschaft von enke mit enkel (s. dort) oder mit altn. eckill viduus, eckja vidua,n. enke. mhd. ir bûliute unde ir enken, die hieʒ si vaste gâhen vogele würgen und vâhen. Parz. 119, 2. Frisch 1, 228a erklärt servus junior et inferior, qui agit equos arantes, der mänjung; in dem zu ausgang des 15 jh. vom küchenmeister Engelmann abgefaszten, durch Michelsen 1853 heraus gegebenen Erfurter buch werden s. 18 die ländlichen diener in folgender ordnung aufgeführt: der fürer, der inknecht (gedr. steht der fürer der inknecht, wonach letzteres gen. pl. wäre), oberackermann, underackermann, oberenk, underenk, heimknecht, kuehirt, schweinhirt, kesemutter und viehemeid, woraus erhellt, dasz der enke unter den ackermann, doch über den heimknecht und hirten gestellt wurde, nach Schambach 56b ist enke der dem groszknecht untergeordnete jüngere kleinknecht; einer der ein markstein wissentlich ausgrebt, den selben sol man in die erden graben bis an den hals und sol dan vier pferde, die des ackerns nit gewont sint, an einen pflug spannen, der do neu sei, und sollen die pferde nit mer gezogen und der enk nit mer geern, noch der pflughabe nit mer den pflug gehalten haben und im als lang nach dem hals ern, bis er im den hals abgeern hat. weisth. 3, 590; ein junger bawrenknecht sich wolt vermieten umb ein gwissen sold, zu einem reichen meier kam, derselb in bald von stund annam, denn er bedörft eins starken enken, der sich liesz keine arbeit krenken. Waldis Esop 4, 74 s. 297b; denn ich will ihm noch schenken drei meisen, lerch und specht, ich habs von einem enken, von einem ackerknecht. Spee trutzn. 219 (201), was merkwürdig zur stelle aus Parz. stimmt und zeigt, dasz von altersher junge müszige ackerknechte den vögeln nachstellten, die vögel haben immer mit pflügern zu schaffen, der fink füttert seine jungen auf dem pflugrad (weisth. 2, 180), die lerche liegt in der furche und teuscht das 'dem pfluoc' (d. i. dem pflüger) zu essen tragende kind (cod. kol. 118. 119), hierher gehört auch, dasz die bachstelze ackermännchen heiszt (1, 174), denn sie geht pflügenden nach und sucht in den furchen ihre nahrung; ein quark, den der enke von der mistfuhre fallen lassen. Weise lustr. 453; wie unsere bauermägde zuweilen, wenn sie vor der hochzeit mutter werden, zu sagen pflegen, der teufel habe sie geritten, da es doch Hans, der klein oder groszenke oder ein anderer guter kerl leibhaftig gewesen ist. ehe eines weibes s. 211; auszerdem hätte der herr noch einen enken. Möser patr. ph. 2, 96; er sollte die fruchtbarkeit eines jeden thales ebensogut wissen als der enke, der es bepflügt. Bodes Tr. Sh. 8, 63. das wort scheint sehr verbreitet, doch zumal in Mittel- und Niederdeutschland (brem. wb. 1, 308), wo auch Enke ein gewöhnlicher eigenname ist. in Schwaben und in der Schweiz begegnet man ihm nicht, dasz es aus Thüringen und Franken nach Baiern vordrang, liesze jene stelle Wolframs folgern, Schmeller 1, 84 hat aus der Oberpfalz enkenbraud, abendbrot, was doch nicht zum schweiz. ankenbraut (1, 379) gehören kann. auch den Deutschböhmen mag der ausdruck geläufig sein, denn Jungmann 3, 229 erklärt pohuonek durch pflugtreiber, mähner (mener), mähnjunge, kleinknecht, unterenke, kleinenke, beitreiber, ochsenjunge, rosbub, was, gleich jenem Erfurter buch, die abstufungen des ländlichen lebens erblicken läszt.
3730 Zeichen · 50 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ENKEswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    ENKE ( ahd. encho Graff 1,346. Gr. 1, 681 ) swm. knecht bei dem vieh und auf dem acker. ir bûliute unde ir enken Parz. 1…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    enkeAdv.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    enke , Adv. Vw.: s. enkede (2) L.: MndHwb 1, 546 (enke) Son.: jünger

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ênke

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Ênke , des -n, plur. die -n, in der Landwirthschaft einiger Gegenden, besonders Ober- und Niedersachsens, ein junger…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Enke

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Enke (altd. Encho ), Knecht, heißt besonders ein unter dem Großknecht dienender Ackerknecht.

  5. modern
    Dialekt
    Enke

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Enke e-, i- = Ecke, Winkel s. Inke.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit enke

256 Bildungen · 103 Erstglied · 153 Zweitglied · 0 Ableitungen

enke‑ als Erstglied (30 von 103)

enkede

DWB

enkede , perspicue, certe, profecto, in Niederdeutschland, doch deuten die hernach anzuführenden formen des verbums enken und adj. enket auf…

enkede (enket, enkende, eckede)

LW

enkede (enket, enkende, eckede), adj. u. adv. 1. offenkundig, sichtbar, apparens, evidens, manifestus. 2. unzweifelhaft, sicher, genau, zuve…

enkedichêⁱt

MNWB

enkedichêⁱt , f. , Offenkundigkeit, Sicherheit , bestimmtes, genaues Wissen um etw., wârhaftige e. hebben ênes dinges genaue, zuverlässige K…

enkedichhēt

KöblerMnd

enkedichhēt , F. nhd. Offenkundigkeit, Sicherheit, bestimmtes Wissen, genaues Wissen Hw.: s. enkedich E.: s. enkedich, hēt R.: wārhaftige en…

enkedichēt

KöblerMnd

enkedichēt , F. Vw.: s. enkedichhēt*

enkega

AWB

enkega Gl 4,269,17 s. it(a)gang.

enkeinest

MWB

enkein·est

enkeinest Adv. ‘keineswegs’ frúntlich minn die hatt sy e, / die zoͤgt ir gott enkainost me KvHelmsd 4696 MWB 1 1648,29; Bearbeiter: Runow

Enkel I

SHW

Enkel I Band 2, Spalte 207-208

Enkel II

SHW

Enkel II Band 2, Spalte 207-208

Enkelkind

SHW

Enkel-kind Band 2, Spalte 207-208

Enkel1

MeckWB

Enkel 1 m. Enkel, Großsohn: 'n tweiten Enkel Urenkel Ha Döbb .

Enkel2

MeckWB

Enkel 2 m., n. das Gelenk, der Knöchel am Fuß: talus 'ein Enckel' Chytr. 113; Niem. Idiot. 6; ick heff mi de Enkels afschüert Sta Rühl ; de …

Enkelbier

MeckWB

enkel·bier

Enkelbier n. Tonnenbier, ungemischtes Bier im Gegensatz zu dem mit Kovent vermischten Tafelbier und dem aus 1 Tonne Bier und 2 Tonnen Kovent…

enkelchen

DWB

enkel·chen

enkelchen , n. nepotulus : ohne beschwer wird pflegen der ahn sein enkelchen wachsam, und liebkosungen lallt gern mit dem kinde der greis. V…

enkeld

WWB

enkeld Adj. [Münsterl, sonst verstr.] 1.1. einzeln, für sich allein, gesondert. ’n enkelt Maul (Mal) ( Tek Me ). ’n enkel Vuägel ( Ahs Gr ).…

enkeldank

DWB

enkel·dank

enkeldank , m. sie sind des enkeldankes werth. Stolberg 1, 99 .

Enkeldopp

RhWB

enkel·dopp

Enkel-dopp Düss-Stdt m.: Kreisel, der durch ungeschicktes Spielen einem andern Jungen an den Enkel fliegt u. von diesem konfisziert wird.

enkele, enkelde

MNWB

enkele, enkelde , einzeln . — s. noch enkede 3. —

enke als Zweitglied (30 von 153)

denke?

KöblerMhd

*denke? , Adj. Vw.: s. ane-, in- E.: s. denken (1) W.: nhd. DW2- L.: Benecke/Müller/Zarncke I, 350a (denke)

gedenke?

KöblerMhd

*ge·denke

*gedenke? , Adj. Vw.: s. in- E.: s. denken W.: nhd. DW-

henke

KöblerMhd

*henke , st. N. nhd. „Hänge“ Vw.: s. ge- E.: s. hengen W.: s. nhd. (ält.) Henke, F., Henke (Fest am Ende der Erntezeit an dem die Geräte an …

klenke?

KöblerMhd

*klenke? , st. F. nhd. „Klenke“ Vw.: s. golt- E.: s. klengen W.: nhd. (ält.) Klenke, F., Klenke, Schlinge, Masche (F.) (1), DW 11, 1147

schrenke?

KöblerMhd

*schrenke? , sw. M. nhd. Schrägsteller, Verschränker Vw.: s. wider- E.: s. schrenken (1) W.: nhd. DW-

swenke?

KöblerMhd

*swenke? , st. F. Vw.: s. über- E.: s. swenken

wenke?

KöblerMhd

*wenke? , Adj. Vw.: s. abe-, be- E.: s. wenken W.: nhd. DW-

zenke

KöblerMhd

*zenke , st. N. Vw.: s. ge- E.: s. zanken

Ränke

RDWB1

Ränke Pl. ~ schmieden idiom. - строить козни идиом. , интриговать

andenke

Lexer

and·enke

an-denke adj. BMZ an etw. ( gen. ) denkend Tit. ;

anedenke

KöblerMhd

ane·denke

anedenke , Adj. nhd. denkend Q.: JTit, Tit (nach 1217), WeistGr E.: s. anedenken W.: nhd. DW2- L.: Lexer 4c (andenke), LexerHW 1, 55 (andenk…

bëtschënke

Lexer

betsch·enke

bët-schënke swm. abgabeschinken. pätschenke Urb. Son. 91,40. Zingerle fasst es als »wadschinke«; vgl. bëtvake.

bewanc, bewenke

MWB

bewanc, bewenke Adj. ‘beweglich’ en were Dederich der schenke / neit so rechte wael bevencke / Bremunt hedde en do versneden KarlGalie 5301.…

bewenke

Lexer

be-wenke adj. beweglich Karlm. 85,22. 137, 5. 152,47 ; vgl. bewanc.

bierschenke

DWB

bier·schenke

bierschenke , f. caupona, bierhaus, bierkneipe, wofür man heute bierlocal sagen hört.

blenke

DWB

blenke , f. siehe blänke.

Brenke

BWB

Brenke Band 3, Spalte 3,274f.

bērschenke

KöblerMnd

bēr·schenke

bērschenke , M. nhd. Schenkwirt Hw.: vgl. mhd. bierschenke E.: s. bēr (1), schenke W.: s. nhd. (ält.) Bierschenk, M., „Bierschenk“, Bierwirt…

dönke

MNWB

dönke s. dȫn(e)ke, f. , Tünche, Farbe.

²drenke

MNWB

2 drenke , f. , 1. Tränke (pērdedrenke). 2. (s. mandrenke Ertrinken durch) Sturmflut, Überflutung, Wasserflut.

drünke

MNWB

dru·enke

drünke , f. , 1. Trank, Getränk, im bes. leichtes Bier, Dünnbier, middelbêr unde d. 2. Trinkgelage, Gildegelage.

erbeschenke

KöblerMhd

erbe·schenke

erbeschenke , sw. M. nhd. „Erbschenke“, erbliches Hofamt des Mundschenk Q.: Urk (1441) E.: s. erbe (2), schenke (1) W.: nhd. Erbschenk, M., …

Êrbschênke

Adelung

erb·schenke

Der Êrbschênke , des -n, plur. die -n, ein Erbbeamter verschiedener ansehnlichen Stifter und fürstlichen Personen, S. Adelung Schenke Die Er…