2EIGENTÜMLICHKEIT f. abl. von eigentümlich
adj. in seiner beziehung auf eigen
adj. 1
zu eigentümlich
adj. B 1. a
individuelle art: 1782 die .. sprachen des westlichen Europa, welche aus .. mehrern sprachen zusammen geschmolzen sind, und dadurch alle eigenthümlichkeit verloren haben Adelung
lehrgebäude 2,644. 1851 der Römer
(hat) .. auch in der baukunst keine eigenthümlichkeit ausgeprägt, .. da er alle völker .. in sich vereinen und vermitteln mußte Kreuser
kirchenbau 1,188. 1949 Novalis hat diese haltung .. dahin charakterisiert, daß in den ansichten jener früheren menschen die frischeste eigentümlichkeit sichtbar geworden .. sei Grabowsky
demokratie 78. b
individueller einzelzug: 1798 unwille, verdruß, aerger, zorn und wuth .. geben alle den mienen ein mürrisches ansehen ... sie unterscheiden sich aber auch von einander durch mehrere eigenthümlichkeiten Maasz
rhetorik 253. 1865 zergliedert man .. zwei leichname .., so wird man .. finden, dass die art der anheftung .. der muskeln in beiden nicht genau dieselbe ist, da in der anordnungsweise der muskeln bedeutende eigenthümlichkeiten vorkommen
Huxley, organ. natur 99. 1963 weil im frühen mittelalter holländische siedler die weichselniederung entwässerten, sprachliche eigentümlichkeiten, windmühlen und ihre namen mitbrachten Grass
hundejahre 2136. 2
zu eigentümlich
adj. B 2. a
spezifische art: 1793 es scheint, es sey mehr die eigenthümlichkeit des witzes, seine wirkung schnell und plötzlich zu thun, und mehr die eigenthümlichkeit des verstandes, langsam und gesetzt zu werke zu gehen Bode
Montaigne, gedanken 1,71. ⟨1873⟩
(diejenigen,) welche .. in dieser christuswürde Jesu dessen eigenthümlichkeit und bestimmung am vollständigsten bezeichnet glauben Lagarde
dt. schr. (1886)68. 1976 daß für die literarischen produktionsbedingungen die voraussetzungen geschaffen werden können, die der eigentümlichkeit ihrer funktions- und wirkungsweise rechnung tragen Reinhold
herausforderung (Münch.)208. b
spezifische eigenschaft; dominierender gebrauch: 1785 eine jede gegend hat ihren eigenen charakter und ihre besondern eigenthümlichkeiten der lage und der aussichten Hirschfeld
gartenkunst (1779)5,121. 1875 nichts wäre ungerechtfertigter als der schluß, daß diesem unbekannten schon die einsicht in die specifischen eigenthümlichkeiten des mitteldeutschen aufgegangen sei Rückert
schriftspr. 1,160. 1975 Lessings antwort .. weist bereits .. alle eigentümlichkeiten der späteren bürgerlichen aufklärung in Deutschland auf H. Mayer
aussenseiter 338. 3
zu eigentümlich
adj. C 2. a
besonderheit eigenständigkeit: 1805 einen ganz eignen naturabschnitt .., nemlich den electrischen, der denselben werth und dieselbe eigenthümlichkeit hat als der magnetische Oken
biologie 41. 1979 die eigentümlichkeit, ja einzigartigkeit dieses untergegangenen staates
(Preußen) frankf. rundschau 143, II. b
originalität: 1807/8 hierin .., dass aus dem werke mehr spricht, als der gegenstand, den es unmittelbar darstellt, kommt alles, was irgend einen grad der eigenthümlichkeit besitzt, mit einander überein W. v. Humboldt
I 3,195 ak. 1971 der große kreis seiner freunde .. verlor in ihm .. einen großen menschen, einen menschen von ungewöhnlichen maßen der eigentümlichkeit Jordan
begegnungen 30. c
einzelne besonderheit: 1778 aus welchen .. handlungen der freymäurer ist abzunehmen, daß es .. ihr zweck ist, jene .. trennung, welche staat und staaten unter den menschen .. machen müssen, .. wieder zu vereinigen? .. es brauchen auch vielleicht nicht handlungen zu seyn, .. wenn es nur gewisse eigenthümlichkeiten, besonderheiten sind Lessing
13,366 L./M. 1949 es kommen ihnen
(zink-, cadmium- und quecksilberatomen) also 2 positive wertigkeiten zu. das quecksilberatom zeigt die eigentümlichkeit, daß es ein anderes atom bindet, .. so daß jetzt jedem der beiden atome nur eine wertigkeit zukommt Stieger
chemiker 1,422. 4
zu eigentümlich
adj. C 3. a
merkwürdige art: 1828 der gesang gefiel uns allen durch seine eigenthümlichkeit Hegner
ges. schr. (1828)4,188. 1850 es ist ein unterschied ob in eine vorstellung irgend eine religiöse bedeutung gelegt ist oder ob die personen allein wegen ihrer eigenthümlichkeit dargestellt werden Welcker
denkm. (1849)2,151. b
sonderbare gewohnheit: ⟨1809/10⟩ es war ein satyrischer origineller gaul, der eine menge eigenthümlichkeiten besaß Seume
leben (1813)16. 1967 er hatte sich allerlei (kuriose, merkwürdige) eigentümlichkeiten angewöhnt
WDG 2,924b.Maak