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ebenbürtig

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

ebenbürtig

ebenbürtig

eben Adj. ‘flach, ohne Erhebung’, Adv. ‘gerade, genau’, ahd. eban(i) ‘glatt, flach, gleich, gleichmäßig, gerecht, gerade (von Zahlen)’ (8. Jh.), mhd. eben, ebene, asächs. eƀan, mnd. ēven(e), effen, mnl. nl. effen, even, aengl. efen, engl. even, anord. jafn, jamn, schwed. jämn, got. ibns, germ. *ebna-. Zu Beginn der Überlieferung stehen für alle germ. Adjektivformen die Bedeutungen ‘gleich’ und ‘eben, flach’ (eigentlich ‘gleich hoch’) nebeneinander, nur im Got. sind sie durch unterschiedliche Flexion getrennt (stark flektierendes ibns ‘eben, flach’, schwach flektierendes ibna ‘gleich’). Im Nhd. lebt die Bedeutung ‘gleich’ nur noch in Zusammensetzungen wie Ebenbild (s. Bild), ebenbürtig, Ebenmaß (s. unten) fort. Sehr stark entwickelt sich der adverbiale Gebrauch in Verwendungen wie ‘gleichmäßig, in gleicher Weise, genau entsprechend’ und ‘gerade, genau’, so namentlich in Verbindung mit Demonstrativpronomina und Adverbien, vgl. ebender, ebenda, ebendort. Durch Bezug auf Zeitausdrücke nimmt eben bereits mhd. temporalen Sinn an ‘im unmittelbar vorangegangenen Augenblick’, aber auch ‘jetzt gerade, in diesem Augenblick’; es wird ferner alleinstehend sowohl bestätigend (eben!) wie verstärkend (eben deshalb) gebraucht. Weitgehend abgeblaßt wird es in unbetonter Stellung für ‘(nun) einmal, halt’ verwendet. Die Herkunft des germ. Adjektivs mit dem Suffix ie. -no- ist nicht geklärt. Man erwägt Verbindung mit mir. emon, emuin ‘Zwillingspaar’ und darüber hinaus mit aind. yamáḥ, awest. yə̄ma- ‘Zwilling’ sowie aind. yácchati ‘hält, lenkt, leitet, reicht dar’ (Aorist yámati), so daß das germ. Adjektiv zu einer Wurzel ie. *i̯em(ə)- ‘halten, zusammenhalten, paaren, bezwingen’ gestellt werden könnte. Andere Überlegungen gehen von der adverbialen Akkusativform ie. *im des Pronominalstamms ie. *i- (s. er, es) aus. Die Befürwortung solcher Herleitungen hängt auch davon ab, ob man (germ. -b- auf -m- zurückführend) auf Grund der germ. Lautverhältnisse ererbtes germ. *imna- oder *emna- voraussetzt. – Ebene f. ‘unbegrenzte, nirgends gekrümmte Fläche, flaches Land’, ahd. ebanī f. ‘glatte Fläche, flaches Land’ (8. Jh.), daneben ebani n. ‘Gleichheit, Ebenmäßigkeit’ (9. Jh.), mhd. ebene ‘flaches Land, Gleichmäßigkeit’; im mathematischen Sinne (16. Jh.) für mlat. planum. ebenbürtig Adj. ‘von gleich hoher Geburt’, mhd. ebenbürtec. Ebenmaß n. ‘Gleichmaß’, mhd. ebenmāʒ; vgl. ahd. ebanmāʒa f. (Hs. 12. Jh.), mhd. ebenmāʒe. ebnen Vb. ‘eben machen’, ahd. ebanōn (8. Jh.), mhd. ebenen ‘gleichmachen, vergleichen’. In neuerer Sprache oft bildlich jmdm. die Wege ebnen.
2571 Zeichen · 81 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Êbenbürtig

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Êbenbürtig , adj. et adv. von gleicher Geburt, d. i. von gleichem Stande. Ebenbürtige Kinder, welche von Ältern gleiches…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ebenbürtig

    Goethe-Wörterbuch

    ebenbürtig 1 iS sozialer Gleichstellung mit dem wertenden Nebensinn der Hochrangigkeit war der hohe Adel in die erste kö…

  3. Sprichwörter
    Ebenbürtig

    Wander (Sprichwörter)

    Ebenbürtig Wer nicht ebenbürtig ist, der mag kein Erbe nehmen. – Graf, 210, 182; Sachsenspiegel (Berlin 1827), I, 17. Di…

  4. Spezial
    ebenbürtig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    eben|bür|tig adj. (gleich) anfat (-ac, -a), valí (valis, valia), dal medem valur. ▬ jdm. ebenbürtig sein ti ester ala pe…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ebenbuertig

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von ebenbuertig

ebenburt + -ig

ebenbuertig leitet sich vom Lemma ebenburt ab mit Suffix -ig, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von ebenbuertig 2 Komponenten

eben+buertig

ebenbuertig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ebenbuertig‑ als Erstglied (1 von 1)

Ebenbürtigkeit

DERW

ebenbuertig·keit

Ebenbürtigkeit, F., ›von der Gleichheit des Geburtsstandes abhängige rechtliche Gleichheit (z.B. des Ehepartners)‹, 13. Jh., s. ebenbürtig, …

Ableitungen von ebenbuertig (1 von 1)

unebenbürtig

DWB

unebenbürtig , adj. adv. mhd. unebenbürticheit Scherz - Oberlin 1826 : der unebenbürtige mann J. Grimm r. a. 1, 626 . übertragen th. 3, 14. …

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APA
Cotta, M. (2026). „ebenbuertig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ebenbuertig/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „ebenbuertig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ebenbuertig/pfeifer_etym. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „ebenbuertig". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ebenbuertig/pfeifer_etym.
BibTeX
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