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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

drude

Bd. 2, Sp. 1453
drude drud drut drute trud trude, f. hexe, altes hexenartiges weib, unholde, alp der die schlafenden drückt, mhd. trute Ben. 3, 124b, nur im Passional, daher das kurze u nicht sicher ist,n. drude, gothländ. druda, auf den farö. inseln trut Finn Magnussen Lex. myth. 668a. gleichbedeutend ist das niederd. maar nagtmar Brem. wörterb. 3, 128, engl. nightmare, franz. cauchemar. saga ein zauberin oder drutte Serranus Diction. x 6b. venefica ein drutt 668a, druckende drut incubus, daemon ders. Synon. 53d. drutt ephialtes, incubus, suppressio nocturna Schönsleder L 4. drutte trutte saga et venefica Stieler 340. drud drude Frisch 1, 209c. Reinwald Henneb. idiot. 2, 35. Schmeller 1, 476. Frommann Mundarten 3, 191. s.nachtdrude. roggendrude. 11. gemeinlich, aber ohne allen grund, leitet man das wort von dem gälischen druide ab. Christian v. Stolberg sagt daher, als Bürger justizamtmann geworden war, dir, o Bürger, der du heiligen druden gleich richtertugenden übst. einfach wäre die erklärung durch das adj. trût traut dilectus, drud drut bei Henisch 758, niederd. truut, das in vielen eigennamen vorkommt; s. Weinhold Deutsche frauen 14. Förstemann Namenbuch 346. eine bairische sage beschreibt die bösen druden als alte in waldlöchern hausende weiber, häszlich anzuschauen, mit kurzen grauen haaren Panzer 1, 88. die drude war aber ursprünglich auch ein guter wolwollender geist, wie die frau Holde, und ward, wie diese, späterhin in eine unholde verwandelt; in Tirol hält man sie noch jetzt für eine schöne frau Zingerle Tiroler sitten 37. Finn Magnussen Lex. mythol. 971 und die Deutsche mythol. 394 bringen die valkyrie þrûðr damit in verbindung, welches wort auch als appellativum virgo bedeutet. 22. sie treibt teuflische künste, sie verwandelt ein kleines mädchen in einen holzblock und wirft diesen ins feuer Hausmärchen nr. 43. lärmenden kindern ruft man zu 'schweig, die drut kommt!' Flögel Geschichte des groteskkom. 23. nu quam ein alde vrouwe, ein volgerinne der truten Passional 395, 77 Köpke. so spricht mancher tummer leib die trutte sei ein altes weib und chunne die lewt saugen. Vintler Blume der tugend. H. Sachs sagt mehrmals alte trute für hexe. dise nächt (im advent) hat man für scheulich und verworfen tag, förcht sich vor gespänst, unhulden, trutten, hexen und zauberin S. Franck Weltbuch 132a. ein trutt soll helfen zu den sachen und ein heftiges wetter machen. J. Ayrer Fastnachtsp. 32b. sie kommt nachts als alp mit leisen schritten an das bett des schlafenden Höfer Östreich. wörterb. 3, 242. sie kommt auch in gestalt eines weiszen bündels und klettert auf das bett Porowitsch Wörterb. 94. sie legt sich dann auf den schlafenden, drückt ihn dasz er sich nicht regen kann, nicht athmen, nicht rufen. incubo infestari, vexari wann einn die drutt truckt Schönsleder L 4. heut nacht hat mich die drud gedrückt Castelli 116. spöttisch sagt man von einem der nachts umgeht, gehst wieder um wie eine drud das. ist zu mir (erzählt ein pater capuziner) auch einmal eine gekommen und hats gewagt und hat sich schon hinauf glegt ghabt auf mich nach aller schwern. ich merks aber, rumpl auf, und gleich I. N. R. I. und nach dem weihbrunnkrüegl tapt. witsch, ists draus gwesen. ich schrei ihr nach 'komm um ein glehhet (um etwas zu leihen)' und mache mein præceptum dazu. brav ists kommen den andern morgen zu der porten und hat nur um ein wasserkrüegl gebethn. ich hab aber den portner schon informirt und der hat ihr hernach swasserkrüegl brav um den kopf herum geben. ist ihr recht geschehen, dem fetzen. was hat sie im kloster zthun und mich zu drucken? ist unser körzlerinn (weib das in der kirche wachskerzen verkauft) gewesen. trösts gott, wenns ztrösten ist Bucher Karfreitagsprocession 39. viel anderer aberglaube hängt noch daran. druden können dem vieh, besonders dem jungen viel schaden, auch neugeborene kinder plagen und gar ums leben bringen Panzer Bair. sagen 1, 259. ein hufeisen oder ein drudenfusz an der stallthüre vertreibt hexen und druden 1, 260. wo drei lichter brennen, kann keine drut bei 1, 262. wenn an einem baum ein frischer ast verdorrt, so sagt man die drut sei darauf gesessen; man nennt diese äste drutenpfläschn 2, 298. wenn die drut jemand gedrückt hat, lehnt sie sich ins eck; es ist aber nur ihre hülle d. i. ihr körper 2, 299. bei Nordheim in Mittelfranken legt man auf die vier ecken der hanf- und flachsfelder einen kreuzbüschel und einen stein darauf, damit die drut nicht darüber kommt 2, 550. in Zingerles Tiroler sitten wird noch manches mitgetheilt. weiber mit groszen augenbrauen werden mit der zeit truden 36. sie gehen besonders auf die pferde, reiszen ihnen die haare aus, drücken oder kitzeln sie, dasz die armen thiere elend schwitzen und schnaufen das. sie stehlen sich oft in gestalt von schmetterlingen, besonders bei offenen fenstern, in die zimmer das. oft stecken sie hinter den bettstätten der kinder, und sobald diese erwachen und schreien wollen, faszt sie die trude mit ihren langen fingern an der kehle und würgt sie bis sie blau werden das. wer von ihr geplagt wird, soll sich eine hechel so auf die brust legen dasz die stacheln aufstehen. kommt sie, so wird sie damit auf immer vertrieben das. wenn man von ihr gedrückt wird, soll man mit der hand auffahren und das nächste beste ergreifen. die trude musz dann kommen und um das ergriffene bitten das. wenn man ihr ein kopfkissen gleich entgegenwirft, musz sie weichen das. wenn man beim kommen der trude alsogleich einen heiligen namen ausspricht, so musz sie fliehen das. einen trudenfusz von einfachem tannenholz musz jede frau in die wiege ihres kindes legen, sonst wird es von der trude gedrückt, ohne dasz es schreien kann 37. die trud drückt nicht blosz die menschen, wenn sie diesen frei läszt, auch den eschenbaum. deshalb zeigen sich an der esche so vielerlei verkrüppelte bildungen die bald bischofsstäben, bald sicheln, bald andern sonderbaren geräten gleichen 62. bevor man ein kind ins bett legt, musz man drei zipfel der windel einbiegen und den vierten zuknüpfen; dann hat das kind vor der trude ruhe 139. schlaf, büble, schlaf, die mutter gibt acht dasz die trud dich nit drückt und der alp nit erstickt 148. bei den Walachen in Mähren glaubt man jedes kind das mit zähnen zur welt geboren werde, sei eine drud Kulda. 33. scheltwort wie hexe. lo lollo lo, liebn bubn, seht an wie ist die alte drut (trunkene bäuerin) so vol dasz sie sich nicht kan bsinnen wol. J. Ayrer Fastnachtsp. 61d. 44. nach Adelung kommt in Oberdeutschland auch das masc. drud vor, wovon Schmeller nichts weisz, aber im Voc. incip. teut. y 3 heiszt es trut incubus vel incubo est demon qui assumit corpus humanum ad opprimendum mulieres superponens. auch ist bei den Walachen in Mähren ein männlicher drud (morous) bekannt, neben der weiblichen; s. Kulda in den schriften der historisch-statistischen sektion der mähr. schles. gesellschaft 9, 89. s. druder.
6942 Zeichen · 129 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    drude

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    drude drud drut drute trud trude, f. hexe, altes hexenartiges weib, unholde, alp der die schlafenden drückt, mhd. trute …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Drude

    Goethe-Wörterbuch

    Drude s Trude Armin Giese A. G.

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Drude

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Drude , Oskar , Botaniker, geb. 5. Juni 1852 in Braunschweig, studierte 1870–74 in Braunschweig und Göttingen, wurde Kus…

  4. modern
    Dialekt
    Drude

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Drude Band 4, Spalte 4,668-671

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit drude

50 Bildungen · 43 Erstglied · 7 Zweitglied · 0 Ableitungen

drude‑ als Erstglied (30 von 43)

Drūdefō¹t

WWB

drude·fot

Drūde-fō¹t m. Driudenfaut (im Volksglauben) als Drudenfuß gedeutetes Penta- oder Hexagramm (KKWB).

Drudefsz

ElsWB

Drudefsz m. Bärlapp, Lycopodium clavatum Kirschl. 2, 372.

Drudel I

SHW

Drudel I Band 1, Spalte 1775-1776

Drudel III

SHW

Drudel III Band 1, Spalte 1775-1776

Drudelmarie

SHW

Drudel-marie Band 1, Spalte 1775-1776

Drudelwind

SHW

Drudel-wind Band 1, Spalte 1779-1780

drudelig

SHW

drudelig Band 1, Spalte 1775-1776

drudeln II

RhWB

drudeln II -ū- trällern, klimpern s. trudeln;

drudenbaum

DWB

druden·baum

drudenbaum , m. unter welchem die druden ihre zusammenkunft halten, wozu sie vorzüglich eichenbäume wählen. ich sehe sie ( die jungfrau von …

drudenberg

DWB

druden·berg

drudenberg , m. wo die druden hausen. Drutenbergla ortsname in Mittelfranken Panzer Bair. sagen 2, 164 .

drudenblühe

DWB

druden·bluehe

drudenblühe drudenblüebaum, prunus padus, elsebeerstrauch Nemnich 2, 1074 . Schmeller 1, 477 .

drudenbusch

DWB

druden·busch

drudenbusch , m. wie alpruthe, donnerbesen, hexenbesen Nemnich Wörterb. 115 .

drudenei

DWB

drude·nei

drudenei , n. ein ungewöhnlich kleines ei, wie es manchmal eine henne legt. man glaubt die drute habe es gebracht und das gröszere dafür weg…

Drudenfuß

Pfeifer_etym

druden·fuss

Drude f. ‘Dämon, Unholdin, Zauberin, Hexe, Schreckgespenst’, ahd. trut(a), mhd. trut(e) (13. Jh.). Herkunft ungesichert; vielleicht eine sch…

drudenfusz

DWB

drudenfusz , m. 1 1. eine aus zwei gleichseitigen, in einander verschränkten dreiecken gebildete fünfeckige oder sechseckige figur ✡, die au…

drudenhaus

DWB

druden·haus

drudenhaus , n. wohnung der drute. in folgender stelle steht es als ortsname, zuo einer zeit kam zuo im ( dem heil. Bernhard ) ein Druttenhü…

drudenkopf

DWB

druden·kopf

drudenkopf , m. wird die drud angeredet, trudenkopf, ich verbiete dir mein haus und hof Panzer Bair. sagen 1, 269 .

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