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DRUDE

nhd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB2
Anchors
10 in 10 Wb.
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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

DRUDE f.

Bd. 6, Sp. 1450
DRUDE f. (1) ahd. truta, mhd. trute. westnd. truut, drüüt, trütte u. ä.dumme, träge, liederliche, kümmerliche person, meist weiblichen geschlechts; nnl. trut verächtliche bezeichnung meist weiblicher personen; ne. (mdal.) drute ‘faule, liederliche, gefühllose person’;n. drude in jomfru Drude scherzende anrede eines kleinen mädchens, schwed. (mdal.) druda ‘liederliche frau’. mit bildungen wie nhd. trödeln vb., gleichbedeutendem nnl. trutten vb., an. trutta vb. ‘den pferden zurufen’, isl. drútur m. ‘windei’ onomatopoetischen ursprungs. (2) in der regel schwaches fem. mit späterem übertritt in die gemischte deklination; in bedeutung 1 b auch, in bedeutung 4 stets stark und schwach flektierendes mask. (3) als onomatopoetische bildung in zahlreichen lautvarianten: neben seit 18. jh. herrschender vokallänge mdal. (südliches schwäb.) und älter auch kürze bezeugt: u1300 truten: darbuten passional 395b K.; obd. wechsel von u und o: 1698 drotte Weismann lex. (1725)2,98b; neben inlautendem t, tt auch in nichtlenisierenden mdaa. d: 1903 truden- Unger/K. steir. wortschatz 177a. die seit ende des 18. jhs. geltende schriftsprachliche form mit an- und inlautendem d beruht dagegen auf einer seit dem frühen 16. jh. begegnenden irrtümlichen verknüpfung mit druide m., s. 4. (4) seit spätmhd. zeit in literarischen texten erscheinendes mundartwort in seiner ursprünglich den ganzen hd. raum umfassenden mdal. verbreitung zuletzt auf das bair., schwäb. und siebenb. beschränkt. die jüngeren, auf der vermengung mit druide m. beruhenden bedeutungen 3 und 4 sind den mdaa. unbekannt. 1 dämonisches wesen. a gewöhnlich in weiblicher gestalt; hexe, zauberin: u1300 ein alde vrowe, / ein volgerinne der truten passional 395b K. 1625 von den hexen oder drutten zu Rom G. Maier Camerarius 116. 1930 hexe oder trud Dörfler lampe 32. als urheberin des alpdrucks: 13./14.jh. (ein mann, der glaubt, seine frau beim nächtlichen ehebruch überrascht und ihr die haare abgeschnitten zu haben) zoch hervür zwen zopfe gra. / si sprach: ‘.. die sint einer truten gwesen’ .. n. gesamtabenteuer 22,395 N. 1782 ein g’setzl wider druden, / die einem oft so drucken thun Bucher s. w. 6,240 K. 1930 in der nacht träumte mir (einem pfarrer), er (ein eisernes götzenbild) laste wie eine trud auf meiner brust Watzlik pfarrer 64. b auch männlich; waldschrat, inkubus. hierher vielleicht schon der von jüngerer hand stammende eintrag in eine glossenhandschrift des 9. jhs.: scitropodes (d. i. scirtopodes?) mara. truta ahd. gl. 4,27,1 S./S. sichere zeugnisse erst spätmhd.: 14.jh. satirus trut ahd. gl. 4,187,24 S./S. 1593 die (geister) .., so inn .. trucknen oͤrtern .. wohnen, seind gemeinklich maͤnlein .. darunter werden auch gerechnet die incubi, die trutten oder alpen volks- und schwankb. 2,165 DLE. 1914 der mensch und der drud .. wer hängt das behaarte bein herab / von dieses felsens .. moos? / aus buschig krausem kopfe lugt ein horn .. / .. aus klarer welle schaut ein ziegenfuss George w. 1,430 B. 2 abfällige bezeichnung weiblicher personen: v1605 wie ist die alte drut (eine betrunkene bäuerin) so vol Ayrer d. ä. 4,2645 LV. 1903 gänsfüßige trute bad. wb. 1,575a. 3 zauberkundige frau, seherin der Kelten und Germanen: 1780 eine drude war anfangs eine wahrsagende frau Popowitsch vers. 95. 1882 ein felsenblock, der eigen ist dem gotte, / drauf hoch des landes priesterinnen stehn: / ein hell geschöpf in sonnenlichten flechten / und eine drude mit geballter rechten C. F. Meyer s. w. 1,136 L. 4 im 16./17. jh. und gelegentlich noch im 18. jh. auch druide, heidnischer priester im alten Gallien und Germanien: 1533 die ‘druiden’ kurz ‘drudden’ genant Turmair 4,1,105 ak. 1684 von denen heidnischen priestern, denen drudten Melzer Schneebergk 529. 1774 dir, o Bürger, der du heiligen druden gleich, / richter-tugenden übst Stolberg (1820)1,9. H.-G. Maak
3887 Zeichen · 132 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    drude

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    drude drud drut drute trud trude, f. hexe, altes hexenartiges weib, unholde, alp der die schlafenden drückt, mhd. trute …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Drude

    Goethe-Wörterbuch

    Drude s Trude Armin Giese A. G.

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Drude

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Drude , Oskar , Botaniker, geb. 5. Juni 1852 in Braunschweig, studierte 1870–74 in Braunschweig und Göttingen, wurde Kus…

  4. modern
    Dialekt
    Drude

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Drude Band 4, Spalte 4,668-671

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit drude

50 Bildungen · 43 Erstglied · 7 Zweitglied · 0 Ableitungen

drude‑ als Erstglied (30 von 43)

Drūdefō¹t

WWB

drude·fot

Drūde-fō¹t m. Driudenfaut (im Volksglauben) als Drudenfuß gedeutetes Penta- oder Hexagramm (KKWB).

Drudefsz

ElsWB

Drudefsz m. Bärlapp, Lycopodium clavatum Kirschl. 2, 372.

Drudel I

SHW

Drudel I Band 1, Spalte 1775-1776

Drudel III

SHW

Drudel III Band 1, Spalte 1775-1776

Drudelmarie

SHW

Drudel-marie Band 1, Spalte 1775-1776

Drudelwind

SHW

Drudel-wind Band 1, Spalte 1779-1780

drudelig

SHW

drudelig Band 1, Spalte 1775-1776

drudeln II

RhWB

drudeln II -ū- trällern, klimpern s. trudeln;

drudenbaum

DWB

druden·baum

drudenbaum , m. unter welchem die druden ihre zusammenkunft halten, wozu sie vorzüglich eichenbäume wählen. ich sehe sie ( die jungfrau von …

drudenberg

DWB

druden·berg

drudenberg , m. wo die druden hausen. Drutenbergla ortsname in Mittelfranken Panzer Bair. sagen 2, 164 .

drudenblühe

DWB

druden·bluehe

drudenblühe drudenblüebaum, prunus padus, elsebeerstrauch Nemnich 2, 1074 . Schmeller 1, 477 .

drudenbusch

DWB

druden·busch

drudenbusch , m. wie alpruthe, donnerbesen, hexenbesen Nemnich Wörterb. 115 .

drudenei

DWB

drude·nei

drudenei , n. ein ungewöhnlich kleines ei, wie es manchmal eine henne legt. man glaubt die drute habe es gebracht und das gröszere dafür weg…

Drudenfuß

Pfeifer_etym

druden·fuss

Drude f. ‘Dämon, Unholdin, Zauberin, Hexe, Schreckgespenst’, ahd. trut(a), mhd. trut(e) (13. Jh.). Herkunft ungesichert; vielleicht eine sch…

drudenfusz

DWB

drudenfusz , m. 1 1. eine aus zwei gleichseitigen, in einander verschränkten dreiecken gebildete fünfeckige oder sechseckige figur ✡, die au…

drudenhaus

DWB

druden·haus

drudenhaus , n. wohnung der drute. in folgender stelle steht es als ortsname, zuo einer zeit kam zuo im ( dem heil. Bernhard ) ein Druttenhü…

drudenkopf

DWB

druden·kopf

drudenkopf , m. wird die drud angeredet, trudenkopf, ich verbiete dir mein haus und hof Panzer Bair. sagen 1, 269 .

drude als Zweitglied (7 von 7)