Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Diwan m.
Diwan m.
Diwan m. ‘niedriges Ruhebett’. Pers. dīwān ‘Gedichtsammlung, Kanzlei zur Abfassung von Dokumenten, Regierungsversammlung, -sitzung, Sitzungsraum’ bzw. daraus entlehntes türk. diwán ist mehrfach ins Dt. eingegangen. Durch Reisebeschreibungen gelangt türk. diwán in der Bedeutung ‘Empfangssaal, eingefaßt von großen Sitzkissen’ in die roman. Sprachen; daher frz. divan ‘Empfangszimmer vornehmer Türken’, dessen Möblierung vorwiegend aus lehnenlosen Sofas besteht, dann (seit der Mitte des 18. Jhs.) diese Polstermöbel selbst. Ins Dt. kommt Diwan in der Bedeutung ‘Polstermöbel’ wohl durch frz. Vermittlung um 1800. Bereits seit dem 17. Jh. bezeichnet Diwan entsprechend seiner Verwendung im Türk. (und wohl unmittelbar von da entlehnt) den ‘türkischen Staatsrat’ sowie den Raum, das Gebäude, wo dieser tagt. Im Sinne von ‘Gedichtsammlung’ wird Diwan vor allem durch Goethe bekannt, der mit dem Titel Westoestlicher Divan (1819), nach der Gedichtsammlung des persischen Dichters Hafis (14. Jh.) benannt, direkt auf pers. dīwān (s. oben) zurückgeht.