Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
deichseln
deichseln
Deichsel f. Zug- und Lenkvorrichtung an von Zugtieren gezogenen Fahrzeugen, ‘Zugstange’. Ahd. thīhsala (10. Jh.), mhd. dīhsel, asächs. thīsla, mnd. dīsle, mnl. diesel, nl. dissel, aengl. þīsl, þīsle, anord. þīsl zeigen Dehnung des Stammvokals nach Nasalausfall. Vorauszusetzendes germ. *þihsl-, älter *þinhsl-, *þenhsl- verbindet sich mit lat. tēmo ‘Deichsel’ (wenn aus *tenksmō), russ. tjága (тяга) ‘Zug, Luftzug, Zugkraft, Drang’, (älter) túžit’ (тужить) ‘anspannen’, tugój (тугой) ‘straff, fest, stark, schwer’ und wird mit awest. θang- ‘(den Wagen) ziehen’ (von Pferden), ‘lenken, (den Bogen) spannen’ über eine Gutturalerweiterung ie. *tengh- bzw. (für das Iran.) ie. *thengh- ‘ziehen, dehnen, spannen’, auch ‘schwer’, auf die Wurzel ie. *ten- (s. dehnen) zurückgeführt. – deichseln Vb. einen Wagen ‘mit einer Deichsel versehen’ (15. Jh.); in neuerer Sprache bildlich ‘geschickt durchführen, Schwierigkeiten meistern’ (19. Jh.), eigentlich ‘mit der Deichsel einlenken, einrichten’.