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Daru

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Daru

Bd. 4, Sp. 529
Daru (spr. darü), 1) Pierre Antoine Noël Bruno, Graf, franz. Finanzmann, Dichter und Geschichtschreiber, geb. 12. Jan. 1767 in Montpellier, gest. 5. Sept. 1829 auf seinem Landsitz Becheville bei Meulan, trat im 16. Jahr in den Militärdienst und war Kriegskommissar, als er sich 1789 der Revolution anschloß. 1795 ward er Chef der Intendantur bei der Donauarmee. Während dieser Geschäftsführung vollendete er eine Übersetzung des Horaz (»Traductionen vers des poésies d'Horace«, Par. 1800; 6. Aufl. 1823, 2 Bde.), die seinen literarischen Ruf begründete. Napoleon I. benutzte ihn bei der Kriegsverwaltung, erhob ihn in den Grafenstand und ernannte ihn zum Minister und Bevollmächtigten beiden Friedensschlüssen von Preßburg, Tilsit und Wien. 1805,1807 und 1809 war er Generalintendant in Preußen und Österreich. 1811 ward er Staatssekretär und bekämpfte im Ministerkonseil Napoleons Eroberungspläne. Nachder Restauration ward er 1818 zum Pair ernannt und stimmte nun im Sinne der gemäßigten Partei. Seit 1828 war er Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Seine »Cléopédie, ou théorie des réputations littéraires« (1800) ist ein Gedicht voll Geist und seiner Wendungen; schön ist sein nachgelassenes didaktisches Gedicht »L'Astronomie« (1836). Sein Hauptwerk ist die »Histoire de la république de Venise« (1819, 7 Bde.; 4. Aufl. 1853, 9 Bde.; deutsch von Ruprecht, Leipz. 1854, 4 Bde.). Minder wertvoll ist die »Histoire des ducs de Bretagne« (4. Aufl. 1828, 4 Bde.; deutsch von Schubert, Leipz. 1831, 2 Bde.). 2) Martial Noël Pierre, Graf, Bruder des vorigen, geb. 2. Juli 1774, gest. 18. Juli 1827, war ebenfalls einer der treuesten Anhänger Napoleons I., unter dem er mehrere militärische und administrative Ämter bekleidete, namentlich als Armeeintendant tätig war. – Sein Sohn Charles Martial, Graf D., geb. 14. April 1816, hat sich als Schriftsteller im Fach der Staatswissenschaften einen Namen gemacht. 3) Napoléon, Graf, Sohn von D. 1), geb. 11. Juni 1807 in Paris, gest. 18. Febr. 1890, war ursprünglich Offizier. Seit 1832 Mitglied der Pairskammer, war er eifriger Anhänger des Julikönigtums und beteiligte sich namentlich an der Erörterung volkswirtschaftlicher Fragen, so mit einer Schrift über die Eisenbahnen (1843). Nach der Februarrevolution war er Mitglied der Nationalversammlung und schloß sich den gemäßigten Republikanern an. Wegen seines Protestes gegen den Staatsstreich vom 2. Dez. 1851 ward er auf kurze Zeit verhaftet und lebte dann in Zurückgezogenheit, bis er 1869 zum Abgeordneten gewählt ward. Er gehörte zu den Führern der neuen liberalen Mittelpartei. Anfang 1870 trat er in das Ministerium Ollivier als Minister des Äußern, zog sich aber, als der Kaiser sich wieder der Reaktion zuwandte, 13. April zurück. Nach Beendigung des Krieges wurde er 1871 zum Mitgliede der Nationalversammlung gewählt, wo er zur monarchistischen Partei gehörte. Senator war er nur 1876–79. D. war seit August 1860 Mitglied der Akademie für moralische und politische Wissenschaften. Er schrieb: »Le comte Beugnot« (1865).
3047 Zeichen · 66 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    darust. F. (ō)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    daru , st. F. (ō) nhd. Schaden (M.), Verletzung, Unglück Hw.: s. dėrian E.: germ. *darō, st. F. (ō), Schaden (M.), Verle…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Daru

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Daru (Darüh), Pierre Antoine Bruno, Graf, geb. 1767 zu Montpellier, war bei dem Ausbruche der Revolution Offizier und sc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit daru

227 Bildungen · 225 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

daru‑ als Erstglied (30 von 225)

darübenfallen,darüberfallen

RhWB

darüben-fallen,darüber-fallen : über die Speisen, gierig zulangen; über einen, ihn heruntermachen Allg. Se sen dr.gefalle wie de Wölf; meist…

darübenhalten,darüberhalten

RhWB

darüben-halten,darüber-halten : die Hand dr., wie nhd., u. α. mit einem Reinigungsmittel dr., putzen; halt ens eves möt den Büərschel dr! Ri…

darübenkommen,darüberkommen

RhWB

darüben-kommen,darüber-kommen : vür (wir) kommə noch ens dr. sagen die Pliesterer, wenn sie auf Fehler in der Arbeit aufmerksam gemacht werd…

darübenlegen,darüberlegen

RhWB

darüben-legen,darüber-legen : sich dr., Entscheidung bringen, eine Angelegenheit zu Ende führen; leg dich es dr., dat et op en Enn geht mat …

darübenmachen,darübermachen

RhWB

darüben-machen,darüber-machen : oberflächlich arbeiten (s. drüber 1); dr.her m. eine Person tadeln wegen schlechter u. nachlässiger Arbeit R…

darübenreissen,darüberreissen

RhWB

darüben-reissen,darüber-reissen : dr.riten hänseln, uzen; durch Foppen aus einem etwas herauszuholen suchen, z. B. aus einem Freier Mörs-Neu…

darübenrutschen,darüberrutschen

RhWB

darüben-rutschen,darüber-rutschen : ech ben im ens dr gerötsch mit dem Stecken über den Buckel; ech krig enen dr.gerötsch werde ausgeschimpf…

darübenschruppen,darüberschruppen

RhWB

darüben-schruppen,darüber-schruppen : über eine Fläche hin schr., putzen; oberflächlich schr., arbeiten; nur so drüber mähen Rip.

darübensehen,darübersehen

RhWB

darüben-sehen,darüber-sehen : nicht beachten. Sich ens dr.! Rip, Allg. — Ech kann net dr. über die Menge Arbeit; ich bin überladen mit Arbei…

darübensein,darübersein

RhWB

darüben-sein,darüber-sein : er es dr. über die Schwierigkeit hinaus Allg.; auch dr herus; he es dr betrunken NBerg. Dat es dr.hen das geht z…

darüber

Pfeifer_etym

daru·eber

dar- Das alte Adverb dar, ahd. thara (8. Jh.), mhd. dare, dar ‘dorthin, dahin, bis auf diese Zeit’ gehört zum Pronominalstamm ie. *te-, *to-…

darüber

FWB

1. Lokaladv. zum Ausdruck der Bewegungsrichtung einer Person / eines Gegenstandes oberhalb einer Bezugsgröße oder auf die Oberfläche einer B…

darüberaußen

PfWB

darueber·aussen

darüber-außen Adv. : Das is driwweʳause 'höchst merkwürdig' [ KU-Herschw/Petth ]; vgl. darüberdraußen . Els. I 344 .

darüberbringen

PfWB

darueber·bringen

darüber-bringen st. : Ich bring 's Maul nit driwweʳ , von einem zu dicken Stück Kuchen oder einem Stück Brot mit nur spärlichem Belag [ KL-F…

Darüberdecker

PfWB

darueber·decker

 Darüber-decker m. : im Neckspruch: Kennichsawwer Kiwwelschisser, Briggedawwer Driwwerdecker [Gal-Josbg auf die Nachbardörfer Königsau und …

darüberdraußen

PfWB

darueber·draussen

darüber-draußen Adv. : Er is weller (wieder) driwweʳdrauß 'hat die schwere Krankheit überstanden' [ KU-Bedb ZW-Battw ]. Er is d. 'verrückt' …

darübereggen

PfWB

darueber·eggen

darüber-eggen schw. : 'einen Acker übereggen' driwweʳeeche [ FR-Bobh ]. Südhess. I 1398 . —

darüberfallen

PfWB

darueber·fallen

darüber-fallen st. : 'über etwas fallen, stolpern'. Fall net driwweʳ! [Kaislt, allg.]. Südhess. I 1398 ; Rhein. I 1267 . —

darüberfliegen

PfWB

darueber·fliegen

darüber-fliegen st. : 1. 'über etwas fliegen'. Meenscht, die Hinkel kennen do (über den Zaun) net driwweʳflieche? [ LU-Alsh , allg.]. — 2. '…

daru als Zweitglied (2 von 2)

wedaru

KöblerAhd

wedaru , Adv. nhd. doch (= doh wedaru), dennoch (= doh wedaru), jedoch (= doh wedaru) ne. but (Konj.) (= doh wedaru) ÜG.: lat. quamquam (= d…

widaru

KöblerAhd

widaru , Adv. Vw.: s. wedaru*