Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Börse f.
Börse f.
Börse f. ‘Geldbeutel, zentraler Handelsmarkt’ sowie (in der Geldwirtschaft) ‘Markt für Aktien und Wertpapiere’. Mlat. bursa ‘(Leder)beutel, -tasche, Geldsäckchen’, aus lat. byrsa, griech. býrsa (βύρσα) ‘abgezogene Haut, Fell’, ergibt ahd. (9. Jh.), asächs. bursa, mhd. burse, mnl. borse ‘Beutel, Geldtäschchen’. Eine Brügger Kaufmannsfamilie, die in ihrem Wappen drei Geldbeutel führt, erhält den Beinamen van de Borse, und der Platz vor deren Haus sowie die dort stattfindenden Zusammenkünfte der Kaufleute werden borse genannt. 1531 geht die Bezeichnung auf ein in Antwerpen errichtetes Handelshaus über, und noch im gleichen Jh. wird nl. borse, beurs für Handelszusammenkünfte bzw. das Gebäude dafür ins Dt. übernommen. Im 18. Jh. wird Börse, verdeutlichend auch Geldbörse, erneut im Sinne von ‘Geldbeutel’ aus nl. beurs, geldbeurs entlehnt, nachdem frühnhd. bursze, borse ‘Geldbeutel’ eine eigene Bedeutungsentwicklung erfahren hat (s. Bursche). – Börsianer m. (zuweilen geringschätzig) ‘Makler, Spekulant’ (19. Jh.).