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Bockshorn

mhd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
14 in 13 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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3
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15

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Bockshorn

Bockshorn

Bock m. Bezeichnung für das männliche Tier bei verschiedenen geweih- oder gehörntragenden Säugern, vornehmlich ‘Ziegenbock’. Ahd. boc, buc (9. Jh.), mhd. boc, aengl. buc, engl. buck, mnd. buk, bok, mnl. boc, buc, nl. bok, anord. bukkr, bokkr, schwed. bock, dän. buk führen auf germ. *bukkaz. Dies weist Konsonantengemination auf, wie sie zumindest teilweise auch für die kelt. Formen mir. bocc, ir. boc, korn. boch vorausgesetzt wird. Fraglich ist, wieweit es sich dabei um eine Entlehnung des Germ. aus dem Kelt. oder umgekehrt handelt. Offen bleibt, ob germ. bzw. kelt. -kk- auf affektischer Konsonantenschärfung beruht oder auf eine Ausgangsform ie. *bhug̑nós ‘Bock’ hinweist. Aus ie. *bhū̌g̑- leiten sich auch die ostie. Bezeichnungen ab wie awest. būza- ‘Ziegenbock’, armen. buc ‘Lamm’. Im Nhd. wird das Wort im Hinblick auf die Steifbeinigkeit eines störrischen Bockes auf ein hölzernes Gestell (15. Jh.; vgl. Sägebock), eine Belagerungsmaschine (16. Jh.), den Kutschersitz (16. Jh.?, vgl. Kutschbock), das Turngerät für Sprungübungen (19. Jh.) übertragen. In der Sprache der Schützengilden (16. Jh.) bedeutet Bock ‘Fehlschuß’, im 18. Jh. wird es in die Allgemeinsprache für ‘Fehler’ übernommen und ist in der Wendung einen Bock schießen ‘einen großen Fehler machen’ geläufig. Beim Preisschießen der Schützengilden gewann zuweilen der schlechteste Schütze als Verhöhnung (im Hinblick auf den Bocksgeruch) einen Ziegenbock (wie später ein Holz- oder Spielzeuggewehr). In der Jugendsprache steht Bock für ‘Appetit, Lust, innerer Antrieb’ (2. Hälfte 20. Jh.), vgl. (keinen) Bock, Null-Bock haben, wohl anknüpfend an rotw. Bock ‘Hunger’ und geil (‘sexuell erregt’) wie ein Bock. – bocken Vb. ‘steifbeinig, widerspenstig sein, nicht gehorchen’ (16. Jh.), ahd. bockōn, bucken (9. Jh.), mhd. bocken ‘wie ein Bock stoßen’. verbocken Vb. ‘etw. falsch machen, verpfuschen’, gebildet (19. Jh.) wohl in Anlehnung an die Wendung einen Bock schießen (s. oben). bockig Adj. ‘störrisch’ (19. Jh.), älter bockicht (16. Jh.). bockbeinig Adj. ‘steifbeinig wie ein Bock’, (16. Jh.), im übertragenen Sinne ‘störrisch, widerspenstig’ im 18. Jh. in die Literatursprache aufgenommen, eigentlich ‘sich mit gespreizten Beinen sträubend wie ein Bock’. Bockshorn n. Horn des Ziegenbocks (mhd. bockes horn, frühnhd. buxhorn, 15. Jh.). Auch Name für Pflanzen, besonders für deren Früchte, sowohl der Röhrenkassie (mhd. bokishorn, 13. Jh.), als auch des Bockshornklees (16. Jh.). Die Fruchthülsen können wegen ihrer Form und ihrer paarweisen Anordnung an die Hörner eines Bockes erinnern; vgl. Marzell 1, 862 und 4, 805. In phraseologischer Wendung jmdn. ins Bockshorn jagen ‘einschüchtern’ (1. Hälfte 16. Jh.); zunächst (1478) jmdn. in ein Bockshorn stoßen (dann auch treiben, zwingen), wofür die Deutungsversuche unsicher bleiben, vgl. Heinermann in: PBB 67 (1945) 248 ff.
2849 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bockshornst. N.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    bockshorn , st. N. Vw.: s. bockeshorn

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bockshorn

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Bockshorn , des -es, plur. die -hörner. 1. Eigentlich, das Horn von einem Bocke. In das Bockshorn blasen, figürlich,…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bockshorn

    Goethe-Wörterbuch

    Bockshorn einmal ‘Boks-’ nur idWdg ‘ins B. jagen’ iSv durch (leere) Drohung in die Enge treiben, verunsichern Und wir la…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bockshorn

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Bockshorn , soviel wie Bockshornklee; s. Trigonella . – Die Redensart »ins B. jagen« wird von einem germanischen Osterbr…

  5. modern
    Dialekt
    Bockshorn

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Bockshorn n. in der Rda. in e B. jage n in Angst versetzen M. ‘Ich red uss keim bockshorn’ ohne Umschweife und klar Geil…

  6. Sprichwörter
    Bockshorn

    Wander (Sprichwörter)

    Bockshorn 1. Wer sich in ein Bockshorn lässt treiben, den thut man hinein verleiben. – Lehmann, II, 877, 237. Frz. : Il …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bockshorn

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Zerlegung von bockshorn 2 Komponenten

bocks+horn

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bockshorn‑ als Erstglied (2 von 2)