Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
blâzen
‚blöken, balare‘(nur in obd.
Gl. des 8. u. 9. Jh.s: plazit 3. sg. präs. Gl.
3, 6, 50; plazanti, -tiu part. präs. 1, 58, 21.
59, 23; dazu die folgenden in Hss. des Abro-
gans vorkommenden problematischen Formen:
plazzanti [Pa], -di [K] 1, 58, 23; placendi [Pa],
-eandi [K] 1, 58, 21, part. präs. Während -zz-
als Spirant oder Affrikata gefaßt werden kann,
müssen die mit -c- geschriebenen Formen die
Affrikata [ts] enthalten; unsicher ist, ob es sich
hier um die obd. Gemination nach langen Vo-
kalen [vgl. Braune, Ahd. Gr.14 § 96. 160
Anm. 4] oder um alte umlautlose Formen einer
Variante dieses Verbs mit kurzem Vokal:
*blezzen handelt [so Koegel, Über d. Keron.
Gl. 3. 5; vgl. auch mhd. bletzen neben blâzen
und ahd. blezzunga neben blâzunga
‚Ge-]). – Mhd. blâzen (neben bletzen, s. o.)
blök‘
‚blöken‘; nhd. mdartl. (bair.) bläßen, bleßen,
pleßen
‚blöken, weinen‘(neben bletzen, plet-
zen, s. o.). In der nhd. Schriftsprache durch
das ndd. Lehnwort blöken ersetzt (→ *blâen2).