Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
billich
2 Adv. ‘angemessenerweise, wie es sich gehört, gerechterweise, von Rechts wegen’
3 als nähere Bestimmung zum folgenden Adj. oder Adv., übergehend zur Gradpartikel ‘ziemlich’
1 Adj.: ‘angemessen, geziemend, recht’ íh quído ábo, dáz dáz bíllîh sî, dáz ér sélbo áller êrest sîn euangelium únte díu mysteria [...] vúre bringe únte sîe dáre nâh sînen apostolis [...] beuélehe Will 124,6; nû ist ez gnuoc billich, / swer selbe des tôdes ger, / daz mans ouch den gewer Iw 5244; Walth 36,4; deme, der zu dirre êrsamen brûderschefte geselleschaft wirt entphangen, dem sol man die billichen cît der probacione verlîhen StatDtOrd 51,8; wenn der track in sein alter kümt und zuo seinr pilleichen grœze BdN 269,7. – ~ und recht sîn/dünken: Roth 3321; SüklV 630; UvZLanz 2461 2 Adv. ‘angemessenerweise, wie es sich gehört, gerechterweise, von Rechts wegen’ ir scult billîchen haben daz iu geruochte got geben Gen 2295; daz sold ich billîche klagen NibB 995,4; sus was der hirz enbestet, / diu hût billîche entlestet Tr 2916; als noch hiute und alle tage / billîche ein rœmscher künec tuot KvWSchwanr 189. 516. – Komp.: ich niwil ouch nieht daz er heizzi Joseph, / er heizzit billîchere der werlt heilâre Gen 2090; die marter und die arbeit / die sî an sich selben leit, / die sold ich billîcher enpfân Iw 1667; der sînen eigen kneht slehet ze tôde âne schulde und âne gerihte, [...], man nimet im sînen lîp billîcher dar umbe, denne ob er einen fremeden erslagen hete SpdtL 137,4; BdN 321,25. – billîchen und von rehte Tr 11411. – billîch unde wol: im solte billîch unde wol / ein rîche dienen Tr 10020; Eckh 5:8,12; billîch unde wol sîn Tr 1940. 3946 3 als nähere Bestimmung zum folgenden Adj. oder Adv., übergehend zur Gradpartikel ‘ziemlich’ ‘Tristan, ich hôrte dich doch ê / britûnsch singen und gâlois, / guot latîne und franzois: / kanstû die sprâche?’ ‘hêrre, jâ, / billîche wol.’ Tr 3694; wan mîn dinc stât billîche wol / an lîbe und an dem muote ebd. 4442; Îsôte, / diu lernet ie genôte / diu buoch und dar zuo seitspil / und kan des ouch billîche vil ebd. 7848; ein öleboum, der was mâze grôz, / nider unde doch billîche breit ebd. 14609; die wâren billîchen / hübsch unde wol getân UvZLanz 4070
MWB 1 807,9; Bearbeiter: Tao