Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
biderbi
‚nützlich, brauchbar,〈Var.: bither-
tüchtig, utilis, expeditus, sollers‘
bi, -dherbi, -derfi, -darbi, piderbi, -tharbi,
-darpi, -derbe〉. – Mhd. biderbe
‚brauchbar,, nhd.
nütze; tüchtig, brav, bieder, angesehen‘
bieder. Die Lautform nhd. bieder weist auf an-
fangsbetontes mhd. bíderbe, neben dem im
Mhd. auch auf erbe reimendes bidérbe (unbe-
dérbe, -bidérbe, -bedérbe
‚untüchtig, schlecht,) stand (Weiteres s. u.). Die
ungerecht, nutzlos‘
verkürzte Form bider erscheint schon
spätmhd., dann bei Luther als bidder (in bid-
dermann, bidderleute), in der späteren Zeit da-
gegen selten (es fehlt in den Wörterbüchern
von Maaler a. 1561 bis Adelung a. 1793).
Durch Lessing wird das Wort in Anknüpfung
an Logau wieder aufgenommen (a. 1759), auch
die Form biderb (mhd. bidérbe) kommt vor.