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Berme

ahd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
13 in 11 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Berme

Bd. 2, Sp. 707
Berme (franz. Berme, Lisière), ein wagrechter oder geneigter Absatz (Fig. a a) zur Unterbrechung einer höhern Böschung. Er bietet Stützpunkte für die zum Schutz der Böschung aufgebrachten Rasenschichten, nimmt das auf der Böschung abfließende Regenwasser auf, ehe dieses eine allzu große Geschwindigkeit angenommen, und verhindert, daß abrollende Erdteilchen in den Einschnittsgraben gelangen. Der gegenseitige Abstand der B. und ihre Breite hängt von der Höhe der Böschung ab und von der Bodenart, in die letztere eingeschnitten. Bei See- und Flußdeichen sind Außenbermen der Wasserseite, Binnenbermen der Landseite zugekehrt. Die Binnenberme ist ein 4–10 m breiter, in Geländehöhe oder etwas über dem Gelände liegender Weg am Fuße des Deiches, der landseitig mit einem Graben zur Aufnahme des Schweiß- oder Drängewassers eingefaßt ist. Im Falle der Deichverteidigung wird die Binnenberme als Zufuhrweg benutzt. Die Außenberme bildet eine Verstärkung des Deiches, sie liegt über dem gewöhnlichen Wasserstand am Fuße der Außenböschung. Im Kanalbau heißt B. der etwas unter Wasser liegende, 1–2 m breite Absatz, der die Kanalböschung vor Beschädigung durch Wellenschlag schützen soll. Zu letzterm Zwecke bepflanzt man sie mit Schilf und Weiden. Bei Seekanälen wird das Wasser während der Durchfahrt der Dampfer in größern Tiefen aufgewühlt, die Bermen liegen deshalb bis 2 m unter Wasserspiegel; sie haben eine Breite bis zu 4 m und werden meistens künstlich befestigt. – In Befestigungen heißt B. ein schmaler Streifen, zwischen äußerer Brustwehr- und innerer Grabenböschung, der das Hinabrollen der Erde in den Graben verhindert; meist bringt man dort eine Hecke, mitunter auch Hindernismittel an. Hinter diesen liegt der Rondengang (s. d.). B. in Schützengräben, der an der innern Brustwehrböschung stehengebliebene Absatz (vgl. Brustwehr).
1846 Zeichen · 22 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    bermemnd. sw. m.

    Althochdeutsches Wörterbuch

    [ berme mnd. sw. m. , mnl. barme; nhd. barme, bärme f. ; ae. beorma; z. Bildung vgl. Wilm. Gr. 2 2 § 232, Kluge, Stammb.…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bermestF.

    Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

    berme stF. ‘Barmherzigkeit, Mitleid’ gotes berme grôz Wh 166,23; mere der gûte vnd der bærme din Wernh D 525; daz alter …

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bermeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    berme , F. Vw.: s. barme (2)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bêrme

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Bêrme , plur. die -n, im Festungsbaue, ein schmaler Gang am Fuße des Walles unten am Graben, vornehmlich das Einfall…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Berme

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Berme , Absatz vor der Böschung des Walles und dem innern Grabenrande oder vor der Brustwehr einer Verschanzung um das H…

  6. modern
    Dialekt
    Berme

    Südhessisches Wörterbuch

    Berme Band 1, Spalte 703-704

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit berme

23 Bildungen · 15 Erstglied · 6 Zweitglied · 2 Ableitungen

berme‑ als Erstglied (15 von 15)

bermeclich

MWB

bermeclich Adj. → barmeclich MWB 1 610,2;

bermeclīche

KöblerMhd

bermeclīche , Adj. Vw.: s. barmiclīche

bermede

Lexer

ber·mede

bermde , bermede stf. barmherzigkeit Aneg. 29,7. 36. Fdgr. 1. 192,15. Er. 5806. 5779 ( B. ). Wwh. 101,2. Mag. cr. 159 a . Albert. 1597. Karl…

bërmeise

Lexer

berm·eise

bër-meise swf. BMZ eine art meise Weist. ( statt bërcmeise? vgl. Nemn. 2,868 ).

bermelich

Lexer

berme·lich

berme-lich adj. BMZ erbarmen erregend Gest. R. Erlœs. 862 ;

berm(e)lĩk

MNWB

berme·lik

berm(e)lĩk , adj. adv. , bermlĩke(n), adv. , erbärmlich, bemitleidenswert.

bêrmelk

MNWB

berm·elk

° bêrmelk, f. , eine Festlichkeit ? (Zs. Schl.-H. Gesch. 48, 237; vgl. Schl.-H. Wb. Melkbeer 3, 622). melkbalge, ~bat, ~bütte, ~dîstel, ~emm…

bermelīche

KöblerMhd

bermelīche , Adv. nhd. „bärmlich“, erbärmlich Hw.: s. barmlīche Q.: Lilie, Cranc (FB bermelīche), LuM, Roth (3. Viertel 12. Jh.) E.: s. berm…

bermelīk

KöblerMnd

bermelīk , Adv. Vw.: s. bermelīke*

bermelīke

KöblerMnd

bermelīke , Adv. nhd. erbärmlich, bemitleidenswert Hw.: s. barmelīken, barmelīke; vgl. mhd. barmelīche E.: s. barmen, līke, barmelīke W.: s.…

bermelīken

KöblerMnd

bermelīken , Adv. nhd. erbärmlich, bemitleidenswert Hw.: s. bermelīke E.: s. barmen, līken (1) W.: vgl. nhd. (ält.) bärmlich, Adv., „bärmlic…

berme (oly-)

MNWB

° ~berme (oly-) Ölhefe (Brem. Arzneib. 44), „amurca” (Hamb. dt.-lat. Gl.). —

berme als Zweitglied (6 von 6)

erberme

Lexer

erb·erme

er-bärme , er-berme stf. ib. erbarmung Parz. Barl. Chr. 4,350,27. vgl. erbermede;

irberme

KöblerMhd

irberme , st. F. Vw.: s. erbarme

olyberme

KöblerMnd

olyberme , Sb. Vw.: s. ȫlieberme

wīnberme

KöblerMnd

wīn·berme

wīnberme , Sb. nhd. Weinhefe E.: s. wīn, berme (1) W.: s. nhd. (ält.) Weinbarme, F., Weinhefe, DW 28, 860? L.: Lü 584a (wînarne/wînberme)

ȫlieberme

KöblerMnd

ȫlieberme , Sb. nhd. Ölhefe ÜG.: lat. amurca E.: s. ȫlie, berme (1) L.: MndHwb 2, 1141 (ȫliebalsam/ȫlieberme), Lü 254b (olieberme) Son.: lan…

Ableitungen von berme (2 von 2)

erberme

Lexer

er-bärme , er-berme stf. ib. erbarmung Parz. Barl. Chr. 4,350,27. vgl. erbermede;

erbermelich

KöblerMhd

erbermelich , Adj. Vw.: s. erbarmelich*

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „berme". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/berme/meyers?formid=B03873
MLA
Cotta, Marcel. „berme". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/berme/meyers?formid=B03873. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „berme". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/berme/meyers?formid=B03873.
BibTeX
@misc{lautwandel_berme_2026,
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