Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
berantboum st. m.
st. m.
Die Annahme eines Kompositums ist wahrscheinlich, obwohl Grimm, Gr. 22, 688 dem Ahd. Zusammensetzungen mit einem Part. Praes. als erstem und einem Konkretum als zweitem Glied abspricht, abgesehen von den zahlreichen Bildungen mit -lîh; sie finden sich aber im Altengl., Altnord. und Altfries., vgl. Grimm a. a. O. Anm. 1. Zur fugenvokallosen Form vgl. Baesecke, Beitr. 55,369 § 36,2.
perant-paum: nom. sg. Gl 1,50,29 (Pa).
Fruchtbaum, gemeint ist ein Baum, meist eine Ulme, an dem nach italienischem Muster in einem Rebengarten die Weinreben emporgezogen wurden: p. uuinrepa perantiu uuinrepun deo in paume uuahsant perant arbusta vinea fructuosa vitis qui in arbore crescit fructifica (KRa beriboum, s. dort). Zur Verbreitung des Baumweinbergs im 8./9. Jh. in der Lombardei, auf der Reichenau, im Elsaß vgl. Bassermann-Jordan, Geschichte des Weinbaus, 2. Aufl., Bd. 1,218 Anm. 2 u. 3. Für berend boum ‘Fruchtbaum’ im heutigen Schweizerd. vgl. Schweiz. Id. 4,1475 s. v. beren I 1 b α. arbusta wird sonst mit bouma übersetzt, vgl. boum 1. Ein Vergleich der Hss. Pa und K zeigt, daß die lat. Entsprechung urspr. gelautet hat: arbusta fructuosa vinea fructifica. Möglicherweise steckt in berant das alte Adjektivattribut.
Vgl. Karg-Gasterstädt, Festschr. Baes. S. 130 ff.