Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Bemme f.
Bemme f.
Bemme f. ‘bestrichene Brotschnitte’. Die im Omd. heimische und in der Umgangssprache weiter vorgedrungene, in älterer Zeit Bamme und Bomme lautende Bezeichnung ist seit dem 16. Jh. belegt (zuerst bei Luther 1525 putterpomme, 1532 butterbam). Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet stützt die Herleitung von gleichbed. obsorb. pomazka (zu obsorb. pomazać ‘beschmieren, bestreichen’; vgl. auch nsorb. pomazka ‘Schmiere’), das zu einem mit griech. mássein (μάσσειν) ‘drücken, streichen’ verwandten Verb aslaw. mazati ‘schmieren’ gehört. Der Schwund von -zka bei der Übernahme des sorb. Wortes ins Dt. erklärt sich wohl aus Vermischung dieses Lautkomplexes mit dem dt. Verkleinerungssuffix -chen, so daß zunächst Bemmchen als häufig gebrauchtes Deminutivum (mit e als Umlaut von a oder entrundetem Umlaut von o) neben Bamme, Bomme steht und sich dann in Analogie zum Deminutivum die heutige Form Bemme entwickelt; vgl. Entlehnungen (1965) 44. Dagegen erwägt Etym. Wb. der slaw. Elemente (1965) 23 ff. wie bereits Sprachschatz (1691) 90 Anschluß von Bemme an ein lautnachahmendes mundartliches Verb bammen, bampen ‘essen’. Oder ist von nl. boterham ‘Brotschnitte (mit Butter)’ (seit 16. Jh.) auszugehen, das rhein. Botterramm ergibt? Dann müßte sich freilich das kindersprachlich daraus entwickelte rhein. Bamme, Bemme schon sehr früh nach Osten hin verbreitet haben.