batten,
frugi esse, prodesse, juvare, proficere, frommen, fruchten, im Westerwald, in Hessen, in der Wetterau sehr üblich, Alberus
erklärt batt
durch proficit
und das synonyme hilft, Dasypodius 179
c expedit, es ist nutz, es battet; die sonne gab des fleisches schatten, er meint, es solt in etwas batten, er greif darnach und war nicht faul. Alberus 19, das stroh, das er in schuen hatt, wiewol michs warlich wenig batt, das nam ich, als herauszer guckt, und hab es hinder im verschluckt. 39; als er nun lang gebetten hatt und sah doch, dasz in wenig batt. 97; geh du am saubern ort, und lasz in in dem dreck umb watten, das wirt dich an dein schuohen batten. Scheit
grob. E 3
b; hat euch die leussalb nichts gebatt. T 1
b; und denken nur, was sie mag batten, wann sie han viel acker und matten.
ganskönig H 5
a; du glaubst und glaubst und weist nicht was, was meinst, das dich werd patten das? W. Spangenberg
fangbriefe F 6
b; was batt dein übelsehen? Uhland 680; es batt noch hilft nichts. Fischart
bienenk. 34
a; ja dasz man die gewissen mit keinen neuen geboten binden mag, das batt uns nichts, ebensowenig als ein frühmesz auf den abend. 47
a; dasz ... alles sein leiden uns nicht hat können batten. 75
b; und ob man sich schon zu gott bekehrte, das kan nicht batten, es sei dann, dasz man vollkommenlich bezale. 106
a; und hiewider hilft noch battet alles nichts, was die ketzer einwerfen. 107
a; aber es battet sie wie muterkraut für herzgesperr und heisze eschen für blatrige füsz. 244
b; es soll dich wol etwas batten, dasz ich da sitz.
Garg. 151
b. Stieler
führt 719
an: es battet mich nichts,
nihil conducit; was batt es, dasz man den stall zumacht, wenn die kühe weg sein?
nach Henisch 198. batt es nichts, so schadt es nichts
ist eine noch heute gangbare redensart; es will nichts batten
sagt man in Schwaben (Schmid 1, 36)
und im Elsasz, für die allemannische mundart zeugen zwei stellen aus Hebel (
ausg. 5): du grobe burst, se battets nüt. 212; 's het alles nit ghulfen und battet. 298;
in der schweizerischen sollte man das wort erwarten, doch geben es weder Maaler,
noch Stalder
und Tobler
an, Stalder 1, 143
hat ein batten,
aber in der bedeutung von bastgen,
bezwingen, überwältigen. der bairischen und östr. volkssprache scheint es heute ganz fremd. Desto üblicher bleibt es in der niederdeutschen: wente gi konnet noch so manigen rat, de ju lichte wol baten mach.
Reineke 1305; de konnen nicht an enen baten. 3652; it mach mi schaden, it mach mi baten. 3700; mochte ik ju mit mineme live baten. 5313; dat sulve Reinken nicht vele batede. 6362;
in welchen stellen allen kein baten
des mnl. gedichts entspricht, doch unteriiegt das nnl. baten
keinem zweifel. Hält man nun das mhd. bate,
nhd. batte
zum mnl. baet, bate,
nd. bate,
das nhd. batten
zum nd. und nnl. baten,
so musz die abgehende lautverschiebung auffallen und man hat eben darum das wort für ein unhochdeutsches, aus der niederdeutschen sprache erborgtes angesehen. bei genauerer forschung ergibt sich umgedreht, dasz die hochdeutsche form hier in vollem rechte steht und das nl. nd. baten
aus baden
verderbt ist, wie längst schon gramm. 1, 494 (
ausg. von 1822)
nachgewiesen wurde. niemand kann glauben, dasz ein mhd. dichter wie Alber batelôs
für baʒelôs
geschrieben oder ganze hochdeutsche landschaften batten
aus baʒen
gemacht haben sollten, umsoweniger als ein ahd. baʒên
melius habere (Graff 3, 223)
wirklich bestand. dies baʒên
ist aber mit baten
ganz unverwandt und baten
fordert zur wurzel ein goth. bad,
nicht bat,
folglich ein ahd. pat,
nicht paʒ; baten
hat auch gar nicht die bedeutung bene se habere, melius se habere, vielmehr die völlig verschiedne von juvare, proficere. die schreibung baden: bestaden
bei Herbort,
dessen gedicht ans nd. streift, hatte guten grund. Wie nun, sollte ahd. keine spur des ausdrucks übrig sein? alte glossen gewähren unpata
lentus, wobei man sich alsogleich jenes persönlichen unbate
nequam erinnert, wie schon das auslautende [] a
ein fem. anzeigt; noch mehr, fragm. theot. p. 20
steht in Christi amore promptissimus
verdeutscht: in Christes minniu batast gagarawiter,
das will nicht sagen optime (beʒist)
paratus, sondern promptissime ad juvandum paratus, = funsist gagarawiter.
Dazu stimmt aber badmen
juvari (
sp. 1075)
und die von Schmeller
verfehlte auslegung eines alts. ausdrucks, der es zur sicherheit bringt, dasz nd. baten
für baden
steht: idisi fêngun gibada an iro brioston.
Hel. 172, 11,
mulieres ceperunt juvamen in pectoribus; thêm mannum ward gihêlid môd, gibadi an iro briostun. 97, 9,
viris restitutus est animus, auxilium datum pectoribus eorum; wie sich damit aber die deutung von underbadôn 148, 5
vertrage, musz für einen andern ort aufgespart bleiben. von der verwandtschaft dieses ahd. pata,
alts. gibada
mit ahd. petti,
goth. badi,
vielleicht auch mit ahd. pato,
ags. beado,
altn. böd
pugna soll unter dem worte bett
lectus die rede sein. hier genügte es batten
als rein hochdeutsch gerechtfertigt und seine herkunft aus basz
abgewiesen zu haben.