Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
barbo
‚(Fluß)Barbe, barbus, cluma, smir(v)a (?)‘(Bar-
bus fluviatilis L.); vielleicht auch
‚Seebarbe‘
(Mullus L.); übertragen auf die
‚(Gemeine)(Mugil capito L.) und den
Meeräsche‘
‚Wels, sil-(Silurus glanis L.). – Die mhd. Form des
urus‘
Fischnamens ist u. a. in mehreren Gl. des
12.–14. Jh.s belegt und zwar als barbe, barb, da-
S471barbo – -bâri 472
neben als berbe, perb mit dem ursprl. nur den
Kasus obliqui auf -in zukommenden Sekundär-
umlaut (s. Kranzmayer, Wb. d. bair. Mdaa. in
Österr. II, 317 f.); zugleich wechselt das gram.
Geschlecht zum Fem. hinüber, das auch für
nhd. Barbe beibehalten wird. Die Mdaa. ver-
harren z. T. beim Mask., doch dringt auch hier
unter hochspr. Einfluß neuerdings das Fem.
ein. (Zu dem nur einmal in der späten Gl. 4,
182, 20, 14. Jh., überlieferten pardo → bardo
und vgl. Ahd. Wb. I, 812).