Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
barbo sw. m.
sw. m., mhd. barbe, nhd. barbe f.; vgl. lat. barbus. — Graff III, 207.
Nur Glossenbelege vom 11. Jh. an, sämtl. im Nom. Sing.
bar-:-bo Gl 3,47,28. 39. 84,58 (SH A). 290,14 (SH b, 3 Hss.). 293,30 (SH c). 304,26 (SH d); -be 46,34. 456,27; -b 19; -uo 84,37 (SH A); -ue 47,39, so auch zu lesen 369,23 (Jd, vgl. Litbl. 1897, 76).
perb: Gl 3,46,32 (14. Jh.). 56,32 (13. Jh.). — berbe: Gl 3,46 Anm. 8 (13. Jh.). 361,30 (13. Jh.). 1) zur Familie der Karpfen gehörender Fisch, die Barbe, und zwar wohl vor allem die Flußbarbe, Barbus fluviatilis (vgl. Brehm 3,168 ff.), aber möglicherweise ist auch die Seebarbe, Mullus L. (vgl. ebda. 3,407 f.) mit gemeint: barbo barbus Gl 3,47,28 (Hs. parus, vgl. Diefb. Gl. 414 c). 39. 84,58 (Hs. parus). 456,19 (Hs. pardo, vgl. Diefb. Gl. 413 a); smirua 46,32 (vgl. ebda. 539 c, 4 Hss. brahs(a)). 56,32; cluma 46,34 (vgl. Diefb. Gl. 128 a, 1 Hs. brahs); subtellus (vgl. ebda. 562 a) 290,14. 293,30. 2) der Name der Barbe ist übertragen auf andere Fische: a) auf die (gemeine) Meeräsche, Mugil (capito), die in mit dem Meere in Verbindung stehenden süßen Gewässern lebt und oft mit (See-)Barben zusammen gefangen wird (vgl. Brehm 3,374 ff.): berbe mugil Gl 3,46 Anm. 8. 304,26. 361,30. 456,27; b) baruo silurus Gl 3,84,37. 369,23 legt vom Lemma her den Schluß nahe, daß der Wels, Silurus glanis L. (vgl. Brehm 3,222 ff.) gemeint sei, jedoch lassen dessen Größe und sonstiges von den Barben verschiedenes Aussehen Bedenken dagegen aufkommen. Möglicher- weise handelt es sich hier um die wie die Barbe zur Familie der Karpfen gehörende Schleie, Tinca vulgaris (vgl. Brehm 3,166 f.), worauf Diefb. Gl. 534 b führt (vgl. auch ebda. s. v. silurnus).