Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Baldachin m.
Baldachin m.
Baldachin m. ‘schmückende Überdachung eines Thrones, Altars, Bettes’. Nach dem ältesten bekannten Herstellungsort, der Stadt Bagdad (deren Name ist pers. Herkunft), die im mittelalterlichen Ital. Baldacco heißt, ist ital. baldacchino als Bezeichnung für einen kostbaren golddurchwirkten Seidenstoff gebildet. Mit Verbreitung des Gewebes in Westeuropa wird dieser Ausdruck in die roman. Sprachen entlehnt und ergibt auch mlat. baldakinus. Wohl über afrz. baldekin (später baudequin) gelangt er als baldekīn ins Mhd. und hat spätmhd. (14. Jh.) daneben bereits vereinzelt die Bedeutung ‘aus kostbarem Stoff angefertigter Traghimmel’. Im Nhd. ist Baldachin ‘Thron-, Traghimmel’ als erneute Entlehnung seit Anfang des 17. Jhs. gebräuchlich, zunächst in Formen wie Baldachino und Baldequin, die sowohl auf gleichbed. ital. baldacchino als auch auf (im 14. Jh. in der neuen Bedeutung wiederum aus dem Ital. übernommenes) frz. baldaquin als Vorbilder weisen.