Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Attraktion f.
Attraktion f.
Attraktion f. ‘Sache, Darbietung von großer Anziehungskraft’. Spätlat. attractio (Genitiv attractiōnis) ‘das Ansichziehen’ als Nomen actionis zu lat. attrahere (attractum) ‘heran-, herbeiziehen’ (vgl. lat. trahere ‘ziehen’ und ad- ‘zu, an, hin(zu), heran, herbei’) gelangt Anfang des 16. Jhs. (Paracelsus) als medizinisches Fachwort in der Form Attraction ins Dt. und wird besonders im 18. und 19. Jh. (seit Ende des 18. Jhs. Attraktion geschrieben) terminologisch in mehreren Wissenschaften für Erscheinungen verwendet, die man als Anziehung auffaßt (z. B. Gravitation, Magnetismus, Kohäsion, Affinität, Lautassimilation). Die heute übliche Bedeutung hingegen entwickelt sich im 19. Jh. bei (über frz. attraction ebenfalls auf lat. attractio zurückzuführendem) engl. attraction, von wo sie, namentlich für zirzensische Glanznummern, um die Wende zum 20. Jh. ins Dt. übernommen wird. – attraktiv Adj. ‘anziehend’. Zu lat. attrahere (s. oben) gebildetes spätlat. attractīvus ‘zum Anziehen dienlich’ (so in der Fügung virtūs attractīva ‘Anziehungskraft’) erscheint in dt. naturwissenschaftlichen Texten des 16. bis 18. Jhs. gelegentlich in der Form attractivisch, vom Beginn des 19. Jhs. an, vermittelt durch frz. attractif, attraktiv. Seit Ende des 19. Jhs. und vor allem im 20. Jh. setzt sich die schon im Frz. bezeugte, auch durch engl. attractive gestützte Bedeutung ‘gut aussehend, von reizvollem Äußeren’ durch. Das Adjektiv tendiert in der Gegenwart zum Modewort und wird auch allgemeiner im Sinne von ‘Interesse und Zustimmung hervorrufend’ gebraucht.