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Anhalt

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Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Anhalt

Bd. 1, Sp. 191
Anhalt, der Name zweier Herzogthümer des deutschen Bundes, A.-Dessau Köthen und A.-Bernburg, 46 QM. groß (davon kommen auf A.-D.-K. 31 QM. auf A.-B. 15 QM.) mit 160341 E., Protestanten (A.-D.-K. 107700 E., A.-B. 52641 E.). Die anhaltinischen Lande bestehen geographisch aus 2 Stücken; das größere liegt umgeben von Preußen an der Elbe und Saale, das kleinere westliche, von Preußen, Hannover und Braunschweig umgeben, am Harze. Politisch scheiden sie sich nach dem Aus sterben der Köthener Linie ebenfalls in 2 Theile: A.-D.-K. und A.-B., deren Größe und Bevölkerung oben angegeben ist. Das Land ist im allgemeinen fruchtbar und wohlangebaut, der Theil am Harze hat Bergbau auf Silber, Eisen, Blei und Antimon. Maß, Gewicht und Münzwährung ist wie in Preußen; 1852 beliefen sich die Staatsausgaben von A.-D.-K. auf 1100000 Thlr., die Staatsschuld auf 31/2 Mill. Thlr., das in Umlauf gesetzte Staatspapiergeld auf 41/2 Mill. Thlr.; von A.-B.: Staatsausgaben 836000 Thlr., Staatsschuld 2100000 Thlr., Papiergeld 1/2 Mill. Thlr. A.-D.-K. stellt zum Bundesheer 700, A.-B. 300 Mann. Die bedeutendsten Orte in A.-D.-K. sind: Dessau, Zerbst, Jeßnitz, Oranienbaum, Köthen, Nienburg, Güsten, Roßlau; in A.-B.: Bernburg, Ballenstedt, Coswig, Harzgerode, Gernrode und Hoym. — Das anhaltinische Geschlecht gehört zu den ältesten deutschen Fürstengeschlechtern; um das Jahr 1000 n. Chr. kommt ein Graf Esiko von Ballenstedt vor, der erste geschichtlich beglaubigte Ahn des Hauses; dessen Enkel, Albrecht der Bär, Anhänger der Hohenstaufen, wurde Markgraf von Brandenburg (s. Albrecht d. B.), sein Sohn Bernhard kam durch Heinrich des Löwen Aechtung in den Besitz eines Theils von Sachsen und nannte sich Herzog von Sachsen; von dessen Söhnen erhielt Heinrich die Stammlande, der jüngere, Albrecht, Sachsen, und das Haus trennte sich nun in zwei, das sächsische oder askanische und das anhaltinische. Dieses schied sich abermals in 3 Linien (1251), die von Aschersleben, Alt-Bernburg und Zerbst-Dessau; die erste starb 1315 aus, die zweite 1468, die dritte, die sich in einen Zerbster und Dessauer Zweig gespalten, von denen der Zerbster 1526 erlosch, vereinigte unter Joachim Ernst 1570 wieder alle anhaltinischen Lande. Aber schon unter dessen Söhnen trat eine neue, vierfache Theilung (1586) ein: in Dessau, Bernburg, Zerbst, Köthen. Zerbst erlosch 1793 und wurde unter die 3 anderen getheilt; Köthen 1847 und wurde 1853 mit Dessau vereinigt. Im Jahre 1807 nahmen die Fürsten den Herzogstitel an und traten in den rheinischen Bund, 1814 in den deutschen, 1828 in den Zollverein; 1848 machte die Bevölkerung in ihrer Weise die revolutionären Sprünge nach und mußte sich seit 1850 eine Umkehr gefallen lassen. Von den Fürsten des Hauses A. haben einen geschichtlichen Namen: Leopold, der alte Dessauer, der unter Eugen bei Höchstädt und Turin focht, unter Friedrich II. von Preußen die Schlacht bei Kesselsdorf gewann, starb 1747; er war mit einer Apothekerstochter Anna Louise Föhs verheirathet, seine Kinder wurden aber von dem Kaiser in Reichsfürstenstand erhoben und sein Sohn, Leopold Friedrich, folgte ihm in der Regierung. Dessen Sohn Leopold Friedrich Franz, starb 1817, ein gemüthlicher, idealisirender Fürst, half Basedow das Philantropin gründen und wollte unter Blumen in seinem Garten begraben sein, den er selbst mit Liebe gepflegt hatte. Friedrich Ferdinand von A.-K., früher preuß. General und mit Julie, Gräfin von Brandenburg, natürlicher Tochter Friedrich Wilhelms II., vermählt, trat mit ihr 1825 zur kath. Kirche zurück; dieser Schritt veranlaßte Friedrich III., den Halbbruder der Herzogin, zu einem tadelnden, veröffentlichten Sendschreiben, während doch seine eigene Tochter bei ihrer Vermählung mit dem Großfürsten Nikolaus zur griechischen Kirche convertirt hatte.
3786 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    anhaltstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    an-halt stm. anhaltspunkt, ursache Pass. 147, 69. Pass. K. 475,65.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    AnhaltDer

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    ○ Der Anhalt , des — es, d. Mz. ungew. 1) Die Handlung, da man anhält, inne hält. »Auch die tragischen Personen selbst b…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Anhalt

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Anhalt Anhaltspunkt Wollten Sie .. eine solche Einleitung [ zu JALZ ] entwerfen .. ich würde daran einen A. und Anlaß …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Anhalt

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Anhalt , Grafen von, aus der Ehe Wilhelm Gustavs, Sohn des alten Dessauers, mit einer Bräuerstochter, Johanna Sophie Her…

  5. modern
    Dialekt
    Anhalt

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    Anhalt Band 2, Spalte 1217 Anhalt 2,1217

  6. Sprichwörter
    Anhalt

    Wander (Sprichwörter)

    Anhalt Dat wôr man 'n lütjen Anholt, sä de Bâr (Bär), da füll he den Barg hindâl, un hôl sick an 'n Strohhalm. – Schröde…

  7. Spezial
    Anhalt

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    An|halt m. (-[e]s,-e) 1 (Stütze) sostëgn (-s) m. 2 ‹fig› (Anhaltspunkt) punt de referimënt m. , brancia (-ces) f. , moti…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit anhalt

25 Bildungen · 24 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

anhalt‑ als Erstglied (24 von 24)

anhalten

DWB

anhalten , n. instantia, assiduitas: wiewol unser allerliebesten kinder mit heftigem anhalten und groszem ernste begeret, ein gemein frei ch…

anhalten

FWB

1. ›jn. festnehmen, verhaften‹; 2. ›etw. beschlagnahmen‹; 3. ›bei der Vermessung von Abbaurechten im Bergbau von einem bestimmten festen Pun…

anhaltend

GWB

anhalt·end

anhaltend 1 a ohne Unterbrechung, längere Zeit dauernd Da gegen das Ende meines Stüks [ JeryBätely ] der Gesang a. fortgehen soll B4,157,21 …

Anhaltens

PfWB

anhalt·ens

 An-haltens n. : ' inständiges Bitten ', Oonhales [Don-Werbas (Teuth. 3. Jg., 1926/27, 22)].

Anhaltepunkt

GWB

anhalte·punkt

Anhaltepunkt meist -ct; seit 1815 belegt; ‘Anhaltpunct’ B43,255,17 Glenck [20.1.28] K ‘Anhaltspunct, -punkt’ N9,9,1 [1817] N13,228,4 [1822] …

anhalter

DWB

anhalter , m. retinaculum, ein geräth und werkzeug zum anhalten; auch persönlich, der anhalter, retentor, z. b. in salzwerken, der unter dem…

anhalteren

WWB

anhalt·eren

an-halteren V. [verstr.] anhalftern, Halfter anlegen. — Ra.: Dai matt kuat anhalftert weren „(über einen übermütigen Jungen) er muss kurz ge…

Anhalter(in)

LDWB2

anhalt·erin

An|hal|ter(-in) m./f. autostopist(-a) m.(f.) . ▬ per Anhalter(-in) fahren fá autostop.

anhaltig

RhWBN

an-haltig Saarl (-hę˙l.iχ), Trier-Mehring (-hāl-) Adv.: andauernd.

Anhaltinischer Hausorden

Herder

Anhaltinischer Hausorden , Albrechts des Bären, 1836 von den Herzogen gemeinschaftlich gestiftet, aus 3 Klassen bestehend; der Senior des Ha…

anhaltisch

GWB

anhalt·isch

anhaltisch zu 2 Anhalt: mBez auf die fürstl Häuser von Anhalt-Bernburg, Anhalt-Köthen, Anhalt-Dessau, idVbdg ‘die a-en Häuser’ B40,176,23 Gf…

Anhaltpunct

Adelung

anhalt·punct

Der Anhaltpunct , des -es, plur. die -e, in dem Markscheiden, derjenige Punct, wo man anfängt, von einem Theile einer Grube bis zum andern z…

Anhaltpunkt

Campe

anhalt·punkt

Der Anhaltpunkt , des — es, Mz. die — e, im Markscheiden, derjenige Punkt, an welchem man anfängt von einem Theile einer Grube bis zum ander…

anhaltsamkeit

DWB

anhaltsam·keit

anhaltsamkeit , f. assiduitas: dieser (nutzte sein glück) mit bedacht und anhaltsamkeit. Göthe 15, 272 ; er hatte alles nur durch unsägliche…

Anhaltsch

Wander

anhalt·sch

Anhaltsch Er ist anhaltsch. – Frischbier, I, 77. Um zu sagen: er hält an sich, ist genau in seinen Ausgaben, zum Geiz geneigt. Wortspiel dah…

Anhalt'sches Wasser

Herder

anhaltsch·es·wasser

Anhalt'sches Wasser , Weingeist über Terpentin, Zimmt und andere aromatische Stoffe destillirt, besonders in Bernburg bereitet, früher inner…

Anhaltseil

Campe

anhalt·seil

Das Anhaltseil , des — es, Mz. die — e, dasjenige Seil, wodurch ein Schiff, welches zum Ausbessern auf die Seite gelegt worden ist, gehalten…

anhaltspunct

DWB

anhalt·s·punct

anhaltspunct , m. im markscheiden der punct, wo die schnur des markscheiders zuerst angehalten wird; die stelle des anhalts an den eisenbahn…

anhaltung

DWB

anhalt·ung

anhaltung , f. instantia, retentio: bei dem bapst umb ein concilium anhaltung thun wolten. Melanchthon vorr. zur Augsb. conf. die anhaltung …

anhaltung

FWB

1. s. anhalten 2.; 2. s. anhalten 4.; 3. ›dringendes Ersuchen, beharrliche Bitte, Drängen‹

Ableitungen von anhalt (1 von 1)

Anhalte

PfWB

An-halte f. : 1. = Anmal 1 , dort auch Syn. Aaⁿhalt [ RO-Schiersf ]. — 2. 'Flur, die als Viehweide verwendet wurde'. a. 16. Jh.: Item wir w…

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APA
Cotta, M. (2026). „anhalt". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/anhalt/herder?formid=A02151
MLA
Cotta, Marcel. „anhalt". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/anhalt/herder?formid=A02151. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „anhalt". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/anhalt/herder?formid=A02151.
BibTeX
@misc{lautwandel_anhalt_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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