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zwingolf

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zwingolf m.

Bd. 32, Sp. 1288
zwingolf, m. , appellativ nach namen auf -ulf, -olf, -wulf (vgl. J. Grimm dt. gr. 2, 330 f.; Wilmanns dt. gr. 2, 394; Kluge nomin. stammbildungslehre § 32; W. Schulze z. gesch. d. lat. eigennamen [1904] 283 f.), zu zwing, m.; die form zwingwolf s. u. 4 u. vor allem bei Fischer schwäb. 6, 1, 1463. aufs ältere deutsch beschränktes synonym zu 2zwingel, 1zingel, zwinghof, zwingelhof, zwing und gebräuchlichem zwinger B 1, durch das es frühnhd. aus der lebendigen sprache verdrängt worden ist. lexikalisch als glossierung für antemurale zwingolff (14. jh.) Diefenbach gl. 37c; promurale zwyngolff (15. jh.) ebda 464c, die ohne weiteren zusatz (vgl. u. 3) mehrdeutig ist. über die bedeutungsentfaltung s. zwinger (sp. 1267). 11) umkreis, geltungsbereich, vgl. auch 3: der berg ist hoch weit umb sich und oben hatt er eine gutte breitte, als der zwingolf herumb ist gewesen, das koren und weins und fruchte genung inn den mawren wuchs für ein jar F. Faber eigentl. beschr. (1557) 114a. redensartlich gebraucht den zwingolf weitern: was kriegen wir anders in der gantzen welt dann das, das ein ietlicher understot, wie er sin wuoteri erzeig, wie er den zwingolff witere Leo Jud ausl. d. ersten psalmen (1520) 3b. 22) der unbebaute raum zwischen der niedrigen vor- und der beherrschenden hauptmauer: die übrigen 8 klafter muest er fallen vnd kam also jn den zwinggolf vnd (us) dem zwinggolf jnn einen tieffen graben (1628) Alemannia 16, 230; als raum zwischen der stadtmauer und dem stadtgraben bei Buck flurnamenb. 314 erklärt. 33) der im gebiet der verwendung unter 1 gegen das freie feld hin errichtete äuszere mauerring, der in einem bestimmten zwischenraum der höheren und stärkeren inneren hauptmauer vorgelagert ist: antemurale, promurale zwingolf vel vormur (15. jh.) bei Fischer schwäb. 6, 1463; zwingolff antemurale, vormur, aus einem voc. Scherz gloss. (1781) 2139 Oberlin. eindeutig tritt die einschränkung des geltungsbereichs auf die vormauer bei ihrer paarung mit der besonders genannten hauptmauer heraus (vgl. die entsprechenden stellen unter zwinger B 1 c): dü veste mit zwölff türnnen lag ... wer da sturmes sollte pflegen, der müste witze sich erwegen. zwingolff und daz gemüre was costber unde türre Göttweiger Trojanerkr. 20593 Koppitz; und also lag man vor dem schlosz jemerdar und kamen der eydgenossen knecht und machtend schirm (schutzvorrichtung gegen die verteidiger, sturmdächer) hie usnen ... und truogent die hinzuo an den zwingolf und an die vesti und fiengent an graben an den zwingolf, untz das sy hindurch kament an die rechten mur (vor 1476) H. Fründ Berner chronik 190 Kind. dieser gebrauch ist obd. noch im 19. jh. bekannt: (es beunruhigte ihn,) dasz die eidgenossen seit einigen tagen ihre ganze thätigkeit auf einen einzigen punkt des zwingolfs oder der vormauer des schlosses richteten H. Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 26, 120. daneben häufig allgemein 'mauer': statt und auch dörffer mit zwingolff und graben (1388) bei Fischer schwäb. 6, 1463. 44) starker verteidigungsturm im mauerring oder im inneren burghof, der vielfach als letzte zuflucht diente; bergfried: dem maister, der den zwingolf in der burg R. gemacht hat (1392) bei Fischer schwäb. 6, 1463; der zwingwolff an der statmur (1479) ebda; bey dem wasserthurn zerrt es den zwingwolff nider, man sorgte, der thurn möchte umbfallen Schorer Memminger chron. (1660) ebda; ebenfalls bis in die gegenwart bekannt: ... und baute in gedanken die ganze burg wieder auf. die zerstörten zingel stiegen aus dem boden und umfaszten, wie einst, die thore, den zwingolf, die zugbrücke, den burhurdierplatz M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 6, 226.
3679 Zeichen · 83 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    zwingolfstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    zwingolf stm. = zwinger, antemurale Dfg. 37 c . Schm. Fr. 2,1135. Oberl. 2138 ff.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    zwingolfm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    zwingolf , m. , appellativ nach namen auf -ulf, -olf, -wulf ( vgl. J. Grimm dt. gr. 2, 330 f.; Wilmanns dt. gr. 2, 394 ;…

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Zerlegung von zwingolf 2 Komponenten

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Cotta, M. (2026). „zwingolf". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zwingolf/dwb?formid=Z13695
MLA
Cotta, Marcel. „zwingolf". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zwingolf/dwb?formid=Z13695. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „zwingolf". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zwingolf/dwb?formid=Z13695.
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