zweifelhaft,
adj. ,
mhd. zwîvelhaft. AA.
zwischen zwei meinungen, haltungen, bedeutungen, naturen stehend, vgl. zweifel A. A@11)
unsicher in der bildung eines urteils; zwischen der bejahung und der verneinung einer frage schwankend, da viele gründe für und wider erwogen werden können: dâ von wând er untæte von sînem neven âne sîn, und wande er aber die künigîn und sîn bette bluotic vant, dâ von bestuont in al zehant sîn ungedanc und sîn unmuot, alsô den zwîvelhaften tuot Gottfried v. Straszburg
Tristan 15248
B.; doch bleib ich zweifelhafft, was schwerer sey zu mahlen, du (
Sylvia) oder sie (
Aurora) ... Hoffmannswaldau
u. a. Deutschen ged. (1697) 1, 52
Neuk.; die schönen hände, von denen ihre verehrer noch itzt zweifelhaft waren, ob sie den schnee oder den alabaster überträfen Rabener
s. schr. (1777) 1, 212; auch bei dem charakter des Achilles bleibt man zweifelhaft, ob man ihn tadeln oder bewundern soll Schiller 6, 229
G. unpersönlich zweifelhaft sein
mit folgendem disjunktiven ob — oder: dasz es zweifelhaft ist, ob Frankreich dadurch gröszre vortheile oder sein canzler mehr ruhm gewonnen hat J. A. Cramer
d. nord. aufseher (1758) 50; zweifelhaft kann es sein, ob eine um dieselbe zeit ... componirte altarie ... für das theater oder fürs concert bestimmt war O. Jahn
Mozart (1856) 1, 422.
mit unausgesprochener disjunktion: ob die dame, welche sich bei der baronin befand, sich durch die stattliche erscheinung derselben imponiren liesz, ... möchte zweifelhaft sein Spielhagen
s. w. 1, 30; ein ältlicher ... rabe ... in betreff dessen es zweifelhaft blieb, ob er sich blosz zufällig hier eingefunden habe Fontane
ges. w. I 4, 51.
unsicher durch die vielheit der urteile, die möglich sind: da stuont siu und diu ritterschaft bî ein ander zwîvelhaft, wer der ritter möhte sîn Hartmann v. Aue
Erec 1168; wenn wir ... etwas undeutliches mercken, daraus wir erkennen, dasz wir sie schon gesehen, so werden wir etwas zweifelhafft und sagen: ich sol die person schon wo gesehen haben, ich kann mich aber nicht besinnen Chr. Wolff
vernünft. ged. v. gott (1720) 120; überhaupt bin ich in absicht der wohlgebohrenheit zweifelhaft, wen man eigentlich wohlgebohren nennen soll K. Fr. Cramer
Neseggab (1791) 3, 6.
umgekehrt in negativen wendungen wie nicht zweifelhaft sein
im sinne '
gewisz, überzeugt sein': (
es) blieb ihm nicht lange zweifelhaft, er befinde sich in der pferdenährenden region Göthe I 25, 1
W.; es war mir niemals zweifelhaft, dasz der herstellung des deutschen reichs der sieg über Frankreich vorhergehn muszte Bismarck
ged. u. erinn. 2, 133
volksausg.; wie er sein eignes benehmen einzurichten habe, konnte ihm nicht zweifelhaft sein W. v. Polenz
Grabenhäger 1, 73. A@22) '
uneinig, strittig',
vom subj. und obj. gebraucht; juristisch: vergleichungen macht man in solchen dingen und sachen, darüber man rechtens halben zweiffelhafft und streitig ist Lehman
floril. polit. (1662) 2, 801; und als sich der schultheisz mit seinen geschwornen zu gericht niedergesetzt hatte, verrichteten sie in kurtzer zeit ... viel streitige und zweiffelhaffte sachen
grillenvertreiber (1670) 18; in zweifelhaften fällen nahm er die meinungen schriftlich an; er überdachte sie reiflich und vereinigte die entgegengesetzten partheyen Schiller 4, 104
G.; vielleicht waren in früheren zeiten die unwissenden richter selbst froh, ... einer entscheidung ... in zweifelhaften fällen, wo es an klaren beweisen fehlte, überhoben zu sein Fr. Th. v. Schubert
verm. schr. (1823) 2, 311.
auch allgemeiner von ansichten, tatsachen, über die man verschiedener meinung sein kann: man soll nicht machen zweiffelhaft, was bekommen hat einmal die krafft vom bapst oder concilio Fischart
s. dicht. 1, 19
Kurz; in jedem wohlgeordneten staate ist diese bekanntmachung der meinungen gänzlich ohne gefahr für die ... verfassung, indem es ja die absicht der publicität ist, die zweifelhaften punkte in ein volles licht zu setzen G. Forster
s. schr. (1843) 6, 76; der augenblick, wo ihre (
der frauen) bisher unbestrittene schönheit zweifelhaft werden will Göthe I 24, 310
W.; die bei streitfällen über einen zweifelhaften wurf mit einander zu verhandeln hatten Storm
s. w. (1897) 7, 179; sie werden es billigen, wenn ich in zweifelhaften fällen diesem grundsatze folge Joh. v. Müller in:
briefw. zw. Gleim, Heinse u. Müller 2, 184
Körte. wissenschaftlich nicht erklärbar: zum schlusz ist noch eine etymologisch zweifelhafte und umstrittene gruppe von namen zu behandeln Hoops
waldb. u. kulturpflanzen (1905) 150.
ungewisz, als erkenntnis ungesichert: ist also, was zweiffelhafft, schwerlich eine wissenschaft Logau
sinnged. 386
E.; und hätten sich nur die weisen unserer tage nicht bemüht, durch ihre grübeleyen alles gewisse zweifelhaft, alles klare dunkel zu machen K. L. v. Haller
restaur. der staatswiss. (1816) 1, 396.
botanisch, zwischen zwei arten stehend und daher nicht näher bestimmbar, '
zwitterhaft'
: viola ambigua zweifelhaftes veilchen Schlechtendal
flora v. Deutschland (1880) 13, 76; zweifelhaftes cyperngras Dietrich
gartenlexikon 3, 506. A@33) '
doppelsinnig, zweideutig': die fraw hat durch zweiffelhaffte, kurtze und sinnreiche antwort erwiesen, dasz das bevor ihr zugemessene lob noch viel zu gering Harsdörffer
frauenz.-gesprächsp. (1641) 1, j 2
a; welcher (
bericht) denn nicht zweifelhaft oder zweideutig ... seyn musz v. Heppe
aufr. lehrprinz (1751) 118; die (
weissagerin) versetzte mit zweifelhaftem wortsinn, doch erfüllt wards Göthe I 3, 200
W.; aber nennen sie mir diesen geist (
der schalkhaftigkeit) nicht einen zweifelhaften oder zweideutigen W. Scherer
kl. schr. 1, 55. '
ungenau, unbestimmt': ich darf aber auf solche fragen kein zweifelhafte antwort sagen Rollenhagen
froschmeuseler (1595) d 3
b; über das erstere erklärte er sich sehr zweifelhaft Fr. H. Jacobi
w. (1812) 5, 226; papst Leo X. drückte sich zwar zuweilen zweifelhaft aus, und es schien, als werde er nicht gegen Österreich sein Ranke
s. w. 1, 245. A@44)
im religiösen glauben schwankend, vgl. zweifel A 2: dem vogel ist der gelich, der enwedir ist geloubich noch ungeloubich. ... swelch man ist zwivelhaft an sines muotis gedanchen, der ist unstæte an allen guoten werchen
Milstäter physiologus 82
Karajan; wan ich an dem gelouben mîn von dîner worte lêre beginne wanken sêre und vaste zwîvelhaft bestân Konrad v. Würzburg
Pantaleon 433
G.; der (
mensch) ... wirt zweyfelhaft an dem, das im gott ze heil hat gegeben H. Zwingli
dtsche schr. (1828) 1, 259; dieser ... gerieth ... einmahl in ein zweiffelhafftes sorgliches nachdenken, ob auch nach dem tode ein ander leben zu hoffen wäre? Scriver
seelenschatz (1737) 1, 16
a; die sünder er bestraft, unwissende getreu belehrt, zurecht weist, die da zweifelhaft Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 1, 266. A@55) '
unentschlossen', '
unfähig, einen entschlusz zu fassen' (
vgl. zweifel A 4): des wart sîn muot zwîvelhaft ... ich möht ir beider gepflegen, ode beidiu lâzen under wegen, ode doch daz eine Hartmann v. Aue
Iwein 4869; die einwohner eilten aber ... herbei und schienen zweifelhaft, ob sie uns den abzug wehren oder verstatten sollten G. Forster
s. schr. (1843) 2, 32; nachdem ich eine lange zeit hierüber zweifelhaft gewesen war, entschlosz ich mich, fortzugehen Göthe I 44, 90
W.; Musa stand noch immer zweifelhaft und unschlüssig und spielte ängstlich mit den fingerspitzen am munde G. Keller
ges. w. (1889) 7, 435. '
unbeständig, schwankend'
vom menschen und vom glück: zweiffelhafft, wandelbahr und unbeständig ist alles thun und wesen der menschen Lehman
floril. polit. (1662) 1, 308; ... Elektra nur gewann das zweifelhafte volk durch ihr geschrei ...
theater d. Deutschen (1768) 18, 272; wir blühn, ich und mein haus.doch zweifelhaft in eitlem unbestande wankt das glück Fouqué
held d. nordens (1810) 1, 83. zweifelhafter schritt, fusz,
unentschiedenes, zögerndes gehen, das durch äuszere gründe oder durch unentschlossenheit verursacht wird: da man mit zweifelhaften schritten auf blut und glatten marmor steigt J. E. Schlegel
w. (1761) 4, 183; sie nahet sich mit langsamen und zweifelhaften schritten zu dem bette ihres bestimmten neuen gemahls Winckelmann
s. w. (1825) 1, 93; gott wird unsere gute absicht gnädig ansehen, setze den zweifelhaften fusz nur weiter Lessing
w. 6, 209
M. A@66) '
ungewisz'. A@6@aa)
von unternehmungen, die schlecht oder gut ausgehen können: wäre es auch nur die blosze neubegierde, so will der geist doch den ausgang einer zweifelhaften unternehmung wissen Ramler
einl. in d. schönen wiss. (1750) 2, 40; wer hiesz auf einen zweifelhaften wurf mich alles setzen? Schiller 5, 384
G.; die gespannte erwartung, welche die begleiterin gefahrvoller und zweifelhafter unternehmungen ist Moltke
ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 51. zweifelhafter ausgang, erfolg: so ist doch der auszgang desselbigen zweiffelhaft und ungewisz Reutter v. Speir
kriegsordn. 81; sie (
Cleopatra) wolte aber der schlacht zweifelhaften auszgang nicht erwarten Lohenstein
Cleopatra (1680) 148; ohne sich ihrem verleger durch protection fremder (
schriften), deren erfolg noch sehr zweifelhaft ist, unangenehm zu machen A. v. Droste-Hülshoff
br. (1893) 230; eine beschieszung dieses sammelpunktes aller kunstschätze würde, abgesehen von dem zweifelhaften erfolge, ... einen schrei des entsetzens hervorrufen Moltke
ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 191. '
ungewisz, fraglich, unentschieden'
vom sieg, streit, kampf: weil
V. ja so stark war als er, wäre der sieg zweifelhaft gewesen A. U. v. Braunschweig
Octavia (1677) 1, 69; so heftig dich der feind ... gescheut, weil deine gegenwart dem zweifelhaften streit den sichern ausschlag gab Gottsched
ged. (1751) 1, 377; zu einer solchen schlacht, die, der pharsalschen gleich, recht zweifelhafft gemacht, ob Schweden oder er, solt herr im lande bleiben? Joh. v. Besser
schr. (1732) 1, 48; setzte sich ... an die spitze eines detachements, entschied, wo er noch zweifelhaft sein mochte, den kampf H. v. Kleist 3, 251
E. Schm. — in, mit zweifelhaftem glück streiten, fechten
vom 16.-18.
jh. belegt: auch stritten die könig in zweiffelhafften glück W. Xylander
Polybius (1574) 114; denen begegnet der römisch burgermeister ... mit einem heer in zweyffelhafftem glück Stumpf
Schweizerchron. (1606) 161
a; wo Scipio und Hannibal um Wälschlands und Carthagens fall mit zweifelhaftem glück und gleichem muthe fochten Gottsched
neueste ged. (1750) 24. zweifelhafter zustand
eine unsichere lage vor einer klärenden entscheidung: ein abend sollte diesen zweifelhaften zustand entscheiden E. T. A. Hoffmann
s. w. 2, 20
Gr.; er liebte, doch eine erklärung war nicht gegeben. sie stand vielleicht bevor ... mitten in diesen zweifelhaften zuständen ... K. Gutzkow
ges. w. (1872) 2, 152. A@6@bb)
lagen, umstände, unternehmen, bei denen ein schlimmer ausgang wahrscheinlich ist, der bedeutung '
gefährlich'
nahekommend: pei solchem frid ist gar kain hail, wan er ist alle zeit argwonig ... und ist leut und landen geferlich sorgsam, zweyfelhaft und peschwerlich H. Sachs
fabeln u. schwänke 2, 30
G.; welche alle bey ihm in gefährlichen und zweifelhafften fällen bey curirung und verbindung derer krancken und blessirten sich müszten raths erhohlen H. v. Fleming
d. vollk. t. soldat (1726) 178; dasz ich, bey ... schlimmem weg ... selbst nicht rathen könnte, eine zweifelhafte reise zu unternehmen Göthe IV 29, 178
W. A@6@cc) es ist zweifelhaft
allgemein '
es ist ungewisz, unentschieden': er sieht gewisz sein schönes Mainz nicht wieder, wenn es auch, wies wahrlich sehr zweifelhaft ist, seine thore dem nachfolger öffnete Caroline 1, 111
Waitz; während der aufstände in Baden und der Pfalz war es eine zeit lang zweifelhaft, wohin ein theil der bairischen armee gravitiren würde Bismarck
ged. u. erinn. 1, 82
volksausg. A@77)
unsicher im bezug auf die möglichkeit, eine sache deutlich zu sehen, dämmeriges, schwaches licht zwischen hell und dunkel bezeichnend: in der höhe der kapelle brannte fern oben eine einzige lampe ... während der untere theil des gebäudes in zweifelhafte dämmerung versenkt blieb Fouqué
zauberring (1812) 1, 34; es war bereits ganz finster geworden, nur das eis auf der erde gab einen zweifelhaften schein und ein schneelicht von sich Stifter
s. w. (1901) 2, 235; feuerte er seine ... pistolen ab, ohne ihn jedoch ... bei dem zweifelhaften lichte des mondes zu treffen Moltke
ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 64.
übertragen: weil er nicht dachte, dasz es ein zweifelhaftes licht giebt, worinn die grenzen der tugend und der untugend schwimmen Wieland
Agathon (1766) 2, 59;
von B 2
beeinfluszt pejorativ: dadurch (
das motiv der unsittlichkeit) tritt das ganze (
die oper Figaro) in ein sehr zweifelhaftes licht O. Jahn
Mozart (1856) 4, 205.
so auch in zweifelhaftem lichte erscheinen
bedenklich, verdächtig erscheinen. zweifelhafter tag
der frühe morgen: der tag ist zweifelhaft und hat die nahe nachbarschaft der finsternisz noch nicht verloren D. W. Triller
poet. betracht. (1750) 3, 43; dem zweifelhaften tag entgegen reis ich ins stille land hinein Geibel
ges. w. (1888) 4, 17.
als adv. und adj. undeutlich, verschwommen, gern von umrissen: in nordwesten erscheinen zweifelhaft die vogesischen gebirge Jung-Stilling
s. schr. (1835) 1, 536; so dasz sie nur undeutlich und zweifelhaft die gegenstände dort erblicken konnten Cl. Brentano
ges. schr. 5, 364; vom berge sah ich nichts als zweifelhafte groteske umrisse H. Laube
ges. schr. (1875) 8, 227. BB.
seelisch und geistig nach einer richtung hin bestimmt, vgl. zweifel B;
auch in objektiver anwendung bezeugt. B@11) '
ängstlich, besorgt, verzweifelt',
nhd. sehr selten: der libes zwivelhafte der lac aber stille Ulrich v. Zatzikhoven
Lanzelet 2154; virzagten si an wer, an kraft, und wurden sere zwivilhaft Rudolf v. Ems
weltchron. 22170; keer ich ... heim und sitz neiszwen so in bekümmertem und zweifelhafftigem gmt vor eitlichen schmertzen Boltz
Terenz (1539) 63
a; dem ocean ward hierbey recht bange, weil er besorgte, es müge dieser zweiffelhafte sich von dem felsen etwan hinunter stürtzen Aug. Bohse
d. alban. Sulima 56. B@22) '
verdächtig, nicht ganz einwandfrei',
gern attributiv; zunächst von menschen: alsdann will ich wol mit listen ausz im erfaren, ob er mir auff mein leben oder nit. befind ich ihn dann zweyfelhafft, so soll er einmal von mir bestanden werden, damit er keinem mer nach seinem leben ... stellen th Wickram
w. 2, 356
Bolte; ich kann es nicht vergessen, was er von der zweifelhaften persönlichkeit ... vorbrachte Klopstock
gram. gespräche (1794) 6; Berlin nahm bald das alte aussehen wieder an: die zweifelhaften erscheinungen mit kalabreser und hahnenfeder verschwanden H. Prutz
preusz. gesch. 4, 271; an die stelle aller beamten, deren gesinnung oder tüchtigkeit ... zweifelhaft erscheint, werden neue angesetzt Raumer
gesch. d. Hohenstauf. (1823) 4, 48; ... und zum theil etwas zweifelhafter gesellschaft Scherer
literaturgesch. 180.
allgemeiner: ein junger, wohlerzogener mensch, aber von zweifelhaftem herkommen Lessing 9, 253
M.; das versprechen, das er gegeben, die fahne von geschäften zweifelhafter art fern zu halten G. Freytag
ges. w. (1886) 11, 214.
unanständig: später sang dieselbe dame ein sehr zweifelhaftes lied von Aletter L. Boltzmann
popul. schr. (1905) 426. B@33) '
ungläubig'
gegenüber unwahrscheinlichen meinungen, aussagen, behauptungen, ansichten: wer sich nur ein wenig zweifelhaft bei diesen erzehlungen anstellt, der bewegt ihn gleich, tausend ... flüche zur bekräfftigung hinzuzusetzen
vernünft. tadlerinnen (1725) 2, 141; an der buche, sagte B. zweifelhaft, nein, dort hinüber A. v. Droste-Hülshoff
w. (1879) 2, 283; ja, sagte ich sehr zweifelhaft, aber wie und wo? H. Seidel
Leber. Hühnchen (1899) 46. zweifelhafter blick, zweifelhaft sehen
als ausdruck der ungläubigkeit: (
Max) steht auf, betrachtet ihn mit zweifelhaften blicken Schiller 12, 263
G.; Ekkehard sah zweifelhaft in den starren höhlenraum Scheffel
ges. w. (1907) 2, 146. '
ungläubig, unüberzeugt'
von einer bestehenden ansicht: dasz mich auch zweifelhafft macht, dasz es ein safft sei eins krauts W. Ryff
confectbuch u. hauszapot. (1548)
vorr. d 4
a; es mag wohl verzeihlich sein, wenn ich an einer radikalen kur dieses körpers ... zweifelhaft bleibe Göthe IV 21, 80
W. B@44)
objektiv vom einzelnen wissenschaftlichen ergebnis, '
umstritten, ungesichert, fragwürdig'
; oft A 1
nahe kommend, doch stärker das negative urteil betonend: ungeachtet dieser zweifelhaften zeitrechnung, ist es dennoch gewisz, dasz diese erfindung im ausgange des dreyzehnten ... jahrhunderts zu stande gebracht worden J. A. Scheibe
d. krit. musicus (1745) 24; die lesart der letzten reihe ist zweifelhaft Herder 12, 277
S.; in des Aethicus cosmographia, deren abfassung unter Constantin
d. gr. zeit sehr zweifelhaft bleibt, findet sich ... folgende äuszerung J. Grimm
kl. schr. (1864) 3, 213.