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zweifelhaft

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zweifelhaft adj.

Bd. 32, Sp. 1008
zweifelhaft, adj. , mhd. zwîvelhaft. AA. zwischen zwei meinungen, haltungen, bedeutungen, naturen stehend, vgl. zweifel A. A@11) unsicher in der bildung eines urteils; zwischen der bejahung und der verneinung einer frage schwankend, da viele gründe für und wider erwogen werden können: dâ von wând er untæte von sînem neven âne sîn, und wande er aber die künigîn und sîn bette bluotic vant, dâ von bestuont in al zehant sîn ungedanc und sîn unmuot, alsô den zwîvelhaften tuot Gottfried v. Straszburg Tristan 15248 B.; doch bleib ich zweifelhafft, was schwerer sey zu mahlen, du (Sylvia) oder sie (Aurora) ... Hoffmannswaldau u. a. Deutschen ged. (1697) 1, 52 Neuk.; die schönen hände, von denen ihre verehrer noch itzt zweifelhaft waren, ob sie den schnee oder den alabaster überträfen Rabener s. schr. (1777) 1, 212; auch bei dem charakter des Achilles bleibt man zweifelhaft, ob man ihn tadeln oder bewundern soll Schiller 6, 229 G. unpersönlich zweifelhaft sein mit folgendem disjunktiven ob — oder: dasz es zweifelhaft ist, ob Frankreich dadurch gröszre vortheile oder sein canzler mehr ruhm gewonnen hat J. A. Cramer d. nord. aufseher (1758) 50; zweifelhaft kann es sein, ob eine um dieselbe zeit ... componirte altarie ... für das theater oder fürs concert bestimmt war O. Jahn Mozart (1856) 1, 422. mit unausgesprochener disjunktion: ob die dame, welche sich bei der baronin befand, sich durch die stattliche erscheinung derselben imponiren liesz, ... möchte zweifelhaft sein Spielhagen s. w. 1, 30; ein ältlicher ... rabe ... in betreff dessen es zweifelhaft blieb, ob er sich blosz zufällig hier eingefunden habe Fontane ges. w. I 4, 51. unsicher durch die vielheit der urteile, die möglich sind: da stuont siu und diu ritterschaft bî ein ander zwîvelhaft, wer der ritter möhte sîn Hartmann v. Aue Erec 1168; wenn wir ... etwas undeutliches mercken, daraus wir erkennen, dasz wir sie schon gesehen, so werden wir etwas zweifelhafft und sagen: ich sol die person schon wo gesehen haben, ich kann mich aber nicht besinnen Chr. Wolff vernünft. ged. v. gott (1720) 120; überhaupt bin ich in absicht der wohlgebohrenheit zweifelhaft, wen man eigentlich wohlgebohren nennen soll K. Fr. Cramer Neseggab (1791) 3, 6. umgekehrt in negativen wendungen wie nicht zweifelhaft sein im sinne 'gewisz, überzeugt sein': (es) blieb ihm nicht lange zweifelhaft, er befinde sich in der pferdenährenden region Göthe I 25, 1 W.; es war mir niemals zweifelhaft, dasz der herstellung des deutschen reichs der sieg über Frankreich vorhergehn muszte Bismarck ged. u. erinn. 2, 133 volksausg.; wie er sein eignes benehmen einzurichten habe, konnte ihm nicht zweifelhaft sein W. v. Polenz Grabenhäger 1, 73. A@22) 'uneinig, strittig', vom subj. und obj. gebraucht; juristisch: vergleichungen macht man in solchen dingen und sachen, darüber man rechtens halben zweiffelhafft und streitig ist Lehman floril. polit. (1662) 2, 801; und als sich der schultheisz mit seinen geschwornen zu gericht niedergesetzt hatte, verrichteten sie in kurtzer zeit ... viel streitige und zweiffelhaffte sachen grillenvertreiber (1670) 18; in zweifelhaften fällen nahm er die meinungen schriftlich an; er überdachte sie reiflich und vereinigte die entgegengesetzten partheyen Schiller 4, 104 G.; vielleicht waren in früheren zeiten die unwissenden richter selbst froh, ... einer entscheidung ... in zweifelhaften fällen, wo es an klaren beweisen fehlte, überhoben zu sein Fr. Th. v. Schubert verm. schr. (1823) 2, 311. auch allgemeiner von ansichten, tatsachen, über die man verschiedener meinung sein kann: man soll nicht machen zweiffelhaft, was bekommen hat einmal die krafft vom bapst oder concilio Fischart s. dicht. 1, 19 Kurz; in jedem wohlgeordneten staate ist diese bekanntmachung der meinungen gänzlich ohne gefahr für die ... verfassung, indem es ja die absicht der publicität ist, die zweifelhaften punkte in ein volles licht zu setzen G. Forster s. schr. (1843) 6, 76; der augenblick, wo ihre (der frauen) bisher unbestrittene schönheit zweifelhaft werden will Göthe I 24, 310 W.; die bei streitfällen über einen zweifelhaften wurf mit einander zu verhandeln hatten Storm s. w. (1897) 7, 179; sie werden es billigen, wenn ich in zweifelhaften fällen diesem grundsatze folge Joh. v. Müller in: briefw. zw. Gleim, Heinse u. Müller 2, 184 Körte. wissenschaftlich nicht erklärbar: zum schlusz ist noch eine etymologisch zweifelhafte und umstrittene gruppe von namen zu behandeln Hoops waldb. u. kulturpflanzen (1905) 150. ungewisz, als erkenntnis ungesichert: ist also, was zweiffelhafft, schwerlich eine wissenschaft Logau sinnged. 386 E.; und hätten sich nur die weisen unserer tage nicht bemüht, durch ihre grübeleyen alles gewisse zweifelhaft, alles klare dunkel zu machen K. L. v. Haller restaur. der staatswiss. (1816) 1, 396. botanisch, zwischen zwei arten stehend und daher nicht näher bestimmbar, 'zwitterhaft': viola ambigua zweifelhaftes veilchen Schlechtendal flora v. Deutschland (1880) 13, 76; zweifelhaftes cyperngras Dietrich gartenlexikon 3, 506. A@33) 'doppelsinnig, zweideutig': die fraw hat durch zweiffelhaffte, kurtze und sinnreiche antwort erwiesen, dasz das bevor ihr zugemessene lob noch viel zu gering Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 1, j 2a; welcher (bericht) denn nicht zweifelhaft oder zweideutig ... seyn musz v. Heppe aufr. lehrprinz (1751) 118; die (weissagerin) versetzte mit zweifelhaftem wortsinn, doch erfüllt wards Göthe I 3, 200 W.; aber nennen sie mir diesen geist (der schalkhaftigkeit) nicht einen zweifelhaften oder zweideutigen W. Scherer kl. schr. 1, 55. 'ungenau, unbestimmt': ich darf aber auf solche fragen kein zweifelhafte antwort sagen Rollenhagen froschmeuseler (1595) d 3b; über das erstere erklärte er sich sehr zweifelhaft Fr. H. Jacobi w. (1812) 5, 226; papst Leo X. drückte sich zwar zuweilen zweifelhaft aus, und es schien, als werde er nicht gegen Österreich sein Ranke s. w. 1, 245. A@44) im religiösen glauben schwankend, vgl. zweifel A 2: dem vogel ist der gelich, der enwedir ist geloubich noch ungeloubich. ... swelch man ist zwivelhaft an sines muotis gedanchen, der ist unstæte an allen guoten werchen Milstäter physiologus 82 Karajan; wan ich an dem gelouben mîn von dîner worte lêre beginne wanken sêre und vaste zwîvelhaft bestân Konrad v. Würzburg Pantaleon 433 G.; der (mensch) ... wirt zweyfelhaft an dem, das im gott ze heil hat gegeben H. Zwingli dtsche schr. (1828) 1, 259; dieser ... gerieth ... einmahl in ein zweiffelhafftes sorgliches nachdenken, ob auch nach dem tode ein ander leben zu hoffen wäre? Scriver seelenschatz (1737) 1, 16a; die sünder er bestraft, unwissende getreu belehrt, zurecht weist, die da zweifelhaft Cl. Brentano ges. schr. (1852) 1, 266. A@55) 'unentschlossen', 'unfähig, einen entschlusz zu fassen' (vgl. zweifel A 4): des wart sîn muot zwîvelhaft ... ich möht ir beider gepflegen, ode beidiu lâzen under wegen, ode doch daz eine Hartmann v. Aue Iwein 4869; die einwohner eilten aber ... herbei und schienen zweifelhaft, ob sie uns den abzug wehren oder verstatten sollten G. Forster s. schr. (1843) 2, 32; nachdem ich eine lange zeit hierüber zweifelhaft gewesen war, entschlosz ich mich, fortzugehen Göthe I 44, 90 W.; Musa stand noch immer zweifelhaft und unschlüssig und spielte ängstlich mit den fingerspitzen am munde G. Keller ges. w. (1889) 7, 435. 'unbeständig, schwankend' vom menschen und vom glück: zweiffelhafft, wandelbahr und unbeständig ist alles thun und wesen der menschen Lehman floril. polit. (1662) 1, 308; ... Elektra nur gewann das zweifelhafte volk durch ihr geschrei ... theater d. Deutschen (1768) 18, 272; wir blühn, ich und mein haus.doch zweifelhaft in eitlem unbestande wankt das glück Fouqué held d. nordens (1810) 1, 83. zweifelhafter schritt, fusz, unentschiedenes, zögerndes gehen, das durch äuszere gründe oder durch unentschlossenheit verursacht wird: da man mit zweifelhaften schritten auf blut und glatten marmor steigt J. E. Schlegel w. (1761) 4, 183; sie nahet sich mit langsamen und zweifelhaften schritten zu dem bette ihres bestimmten neuen gemahls Winckelmann s. w. (1825) 1, 93; gott wird unsere gute absicht gnädig ansehen, setze den zweifelhaften fusz nur weiter Lessing w. 6, 209 M. A@66) 'ungewisz'. A@6@aa) von unternehmungen, die schlecht oder gut ausgehen können: wäre es auch nur die blosze neubegierde, so will der geist doch den ausgang einer zweifelhaften unternehmung wissen Ramler einl. in d. schönen wiss. (1750) 2, 40; wer hiesz auf einen zweifelhaften wurf mich alles setzen? Schiller 5, 384 G.; die gespannte erwartung, welche die begleiterin gefahrvoller und zweifelhafter unternehmungen ist Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 51. zweifelhafter ausgang, erfolg: so ist doch der auszgang desselbigen zweiffelhaft und ungewisz Reutter v. Speir kriegsordn. 81; sie (Cleopatra) wolte aber der schlacht zweifelhaften auszgang nicht erwarten Lohenstein Cleopatra (1680) 148; ohne sich ihrem verleger durch protection fremder (schriften), deren erfolg noch sehr zweifelhaft ist, unangenehm zu machen A. v. Droste-Hülshoff br. (1893) 230; eine beschieszung dieses sammelpunktes aller kunstschätze würde, abgesehen von dem zweifelhaften erfolge, ... einen schrei des entsetzens hervorrufen Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 191. 'ungewisz, fraglich, unentschieden' vom sieg, streit, kampf: weil V. ja so stark war als er, wäre der sieg zweifelhaft gewesen A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 69; so heftig dich der feind ... gescheut, weil deine gegenwart dem zweifelhaften streit den sichern ausschlag gab Gottsched ged. (1751) 1, 377; zu einer solchen schlacht, die, der pharsalschen gleich, recht zweifelhafft gemacht, ob Schweden oder er, solt herr im lande bleiben? Joh. v. Besser schr. (1732) 1, 48; setzte sich ... an die spitze eines detachements, entschied, wo er noch zweifelhaft sein mochte, den kampf H. v. Kleist 3, 251 E. Schm. — in, mit zweifelhaftem glück streiten, fechten vom 16.-18. jh. belegt: auch stritten die könig in zweiffelhafften glück W. Xylander Polybius (1574) 114; denen begegnet der römisch burgermeister ... mit einem heer in zweyffelhafftem glück Stumpf Schweizerchron. (1606) 161a; wo Scipio und Hannibal um Wälschlands und Carthagens fall mit zweifelhaftem glück und gleichem muthe fochten Gottsched neueste ged. (1750) 24. zweifelhafter zustand eine unsichere lage vor einer klärenden entscheidung: ein abend sollte diesen zweifelhaften zustand entscheiden E. T. A. Hoffmann s. w. 2, 20 Gr.; er liebte, doch eine erklärung war nicht gegeben. sie stand vielleicht bevor ... mitten in diesen zweifelhaften zuständen ... K. Gutzkow ges. w. (1872) 2, 152. A@6@bb) lagen, umstände, unternehmen, bei denen ein schlimmer ausgang wahrscheinlich ist, der bedeutung 'gefährlich' nahekommend: pei solchem frid ist gar kain hail, wan er ist alle zeit argwonig ... und ist leut und landen geferlich sorgsam, zweyfelhaft und peschwerlich H. Sachs fabeln u. schwänke 2, 30 G.; welche alle bey ihm in gefährlichen und zweifelhafften fällen bey curirung und verbindung derer krancken und blessirten sich müszten raths erhohlen H. v. Fleming d. vollk. t. soldat (1726) 178; dasz ich, bey ... schlimmem weg ... selbst nicht rathen könnte, eine zweifelhafte reise zu unternehmen Göthe IV 29, 178 W. A@6@cc) es ist zweifelhaft allgemein 'es ist ungewisz, unentschieden': er sieht gewisz sein schönes Mainz nicht wieder, wenn es auch, wies wahrlich sehr zweifelhaft ist, seine thore dem nachfolger öffnete Caroline 1, 111 Waitz; während der aufstände in Baden und der Pfalz war es eine zeit lang zweifelhaft, wohin ein theil der bairischen armee gravitiren würde Bismarck ged. u. erinn. 1, 82 volksausg. A@77) unsicher im bezug auf die möglichkeit, eine sache deutlich zu sehen, dämmeriges, schwaches licht zwischen hell und dunkel bezeichnend: in der höhe der kapelle brannte fern oben eine einzige lampe ... während der untere theil des gebäudes in zweifelhafte dämmerung versenkt blieb Fouqué zauberring (1812) 1, 34; es war bereits ganz finster geworden, nur das eis auf der erde gab einen zweifelhaften schein und ein schneelicht von sich Stifter s. w. (1901) 2, 235; feuerte er seine ... pistolen ab, ohne ihn jedoch ... bei dem zweifelhaften lichte des mondes zu treffen Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 64. übertragen: weil er nicht dachte, dasz es ein zweifelhaftes licht giebt, worinn die grenzen der tugend und der untugend schwimmen Wieland Agathon (1766) 2, 59; von B 2 beeinfluszt pejorativ: dadurch (das motiv der unsittlichkeit) tritt das ganze (die oper Figaro) in ein sehr zweifelhaftes licht O. Jahn Mozart (1856) 4, 205. so auch in zweifelhaftem lichte erscheinen bedenklich, verdächtig erscheinen. zweifelhafter tag der frühe morgen: der tag ist zweifelhaft und hat die nahe nachbarschaft der finsternisz noch nicht verloren D. W. Triller poet. betracht. (1750) 3, 43; dem zweifelhaften tag entgegen reis ich ins stille land hinein Geibel ges. w. (1888) 4, 17. als adv. und adj. undeutlich, verschwommen, gern von umrissen: in nordwesten erscheinen zweifelhaft die vogesischen gebirge Jung-Stilling s. schr. (1835) 1, 536; so dasz sie nur undeutlich und zweifelhaft die gegenstände dort erblicken konnten Cl. Brentano ges. schr. 5, 364; vom berge sah ich nichts als zweifelhafte groteske umrisse H. Laube ges. schr. (1875) 8, 227. BB. seelisch und geistig nach einer richtung hin bestimmt, vgl. zweifel B; auch in objektiver anwendung bezeugt. B@11) 'ängstlich, besorgt, verzweifelt', nhd. sehr selten: der libes zwivelhafte der lac aber stille Ulrich v. Zatzikhoven Lanzelet 2154; virzagten si an wer, an kraft, und wurden sere zwivilhaft Rudolf v. Ems weltchron. 22170; keer ich ... heim und sitz neiszwen so in bekümmertem und zweifelhafftigem gmt vor eitlichen schmertzen Boltz Terenz (1539) 63a; dem ocean ward hierbey recht bange, weil er besorgte, es müge dieser zweiffelhafte sich von dem felsen etwan hinunter stürtzen Aug. Bohse d. alban. Sulima 56. B@22) 'verdächtig, nicht ganz einwandfrei', gern attributiv; zunächst von menschen: alsdann will ich wol mit listen ausz im erfaren, ob er mir auff mein leben oder nit. befind ich ihn dann zweyfelhafft, so soll er einmal von mir bestanden werden, damit er keinem mer nach seinem leben ... stellen th Wickram w. 2, 356 Bolte; ich kann es nicht vergessen, was er von der zweifelhaften persönlichkeit ... vorbrachte Klopstock gram. gespräche (1794) 6; Berlin nahm bald das alte aussehen wieder an: die zweifelhaften erscheinungen mit kalabreser und hahnenfeder verschwanden H. Prutz preusz. gesch. 4, 271; an die stelle aller beamten, deren gesinnung oder tüchtigkeit ... zweifelhaft erscheint, werden neue angesetzt Raumer gesch. d. Hohenstauf. (1823) 4, 48; ... und zum theil etwas zweifelhafter gesellschaft Scherer literaturgesch. 180. allgemeiner: ein junger, wohlerzogener mensch, aber von zweifelhaftem herkommen Lessing 9, 253 M.; das versprechen, das er gegeben, die fahne von geschäften zweifelhafter art fern zu halten G. Freytag ges. w. (1886) 11, 214. unanständig: später sang dieselbe dame ein sehr zweifelhaftes lied von Aletter L. Boltzmann popul. schr. (1905) 426. B@33) 'ungläubig' gegenüber unwahrscheinlichen meinungen, aussagen, behauptungen, ansichten: wer sich nur ein wenig zweifelhaft bei diesen erzehlungen anstellt, der bewegt ihn gleich, tausend ... flüche zur bekräfftigung hinzuzusetzen vernünft. tadlerinnen (1725) 2, 141; an der buche, sagte B. zweifelhaft, nein, dort hinüber A. v. Droste-Hülshoff w. (1879) 2, 283; ja, sagte ich sehr zweifelhaft, aber wie und wo? H. Seidel Leber. Hühnchen (1899) 46. zweifelhafter blick, zweifelhaft sehen als ausdruck der ungläubigkeit: (Max) steht auf, betrachtet ihn mit zweifelhaften blicken Schiller 12, 263 G.; Ekkehard sah zweifelhaft in den starren höhlenraum Scheffel ges. w. (1907) 2, 146. 'ungläubig, unüberzeugt' von einer bestehenden ansicht: dasz mich auch zweifelhafft macht, dasz es ein safft sei eins krauts W. Ryff confectbuch u. hauszapot. (1548) vorr. d 4a; es mag wohl verzeihlich sein, wenn ich an einer radikalen kur dieses körpers ... zweifelhaft bleibe Göthe IV 21, 80 W. B@44) objektiv vom einzelnen wissenschaftlichen ergebnis, 'umstritten, ungesichert, fragwürdig'; oft A 1 nahe kommend, doch stärker das negative urteil betonend: ungeachtet dieser zweifelhaften zeitrechnung, ist es dennoch gewisz, dasz diese erfindung im ausgange des dreyzehnten ... jahrhunderts zu stande gebracht worden J. A. Scheibe d. krit. musicus (1745) 24; die lesart der letzten reihe ist zweifelhaft Herder 12, 277 S.; in des Aethicus cosmographia, deren abfassung unter Constantin d. gr. zeit sehr zweifelhaft bleibt, findet sich ... folgende äuszerung J. Grimm kl. schr. (1864) 3, 213.
16869 Zeichen · 402 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zweifelhaft

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Zweifelhaft , -er, -este, adj. et adv. 1. Zweifel habend, empfindend, Gründe des Gegentheils habend. Ich bin zweifelhaft…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zweifelhaft

    Goethe-Wörterbuch

    zweifelhaft [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    zweifelhaft

    Rheinisches Wb.

    zweifel-haft nach dem Nhd. verbr. Adj.: wie nhd.

  4. Spezial
    zweifelhaft

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    zwei|fel|haft adj. 1 dubius (-sc, -iosa) 2 (ungewiss) malsigü (-sc, -da) 3 (fraglich) problematich (-cs, -ca), de dübe 4…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zweifelhaft

6 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von zweifelhaft

zweifel + -haft

zweifelhaft leitet sich vom Lemma zweifel ab mit Suffix -haft.

zweifelhaft‑ als Erstglied (2 von 2)

zweifelhaftig

DWB

zweifel·haftig

zweifelhaftig , adj. , seit dem 13. jh. belegt; mhd. zwîvelhaftic, mnd. twivelaftich, mnl. twivelachtig, nnl. twijfelachtig. im 16. jh. reic…

zweifelhaftigkeit

DWB

zweifel·haftigkeit

zweifelhaftigkeit , f. , mhd. zwivelhafticheit, vgl. Diefenbach gl. 28 b und zwifelhaftigenheit E. Windeck denkw. 45 Altmann. 1 1) unbestimm…

zweifelhaft als Zweitglied (1 von 1)

unzweifelhaft

DWB

unzweifel·haft

unzweifelhaft , adj. adv. , nicht zweifelhaft. mhd. unzwîvelhaft. vgl. unbezweifelhaft. gewisz, augenscheinlich, ausgemacht, entschieden, un…

Ableitungen von zweifelhaft (3 von 3)

unzweifelhaft

DWB

unzweifelhaft , adj. adv. , nicht zweifelhaft. mhd. unzwîvelhaft. vgl. unbezweifelhaft. gewisz, augenscheinlich, ausgemacht, entschieden, un…

verzweifelhaft

DWB

verzweifelhaft , adv. , vereinzelt: sie sind krank von wunden, welche verzweiffelhaft schmerzen Birken ostl. lorbeerh. (1657) 35 .

Zweifelhafte

GWB

Zweifelhafte [bisher nicht publizierter Wortartikel]