Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
zimperlich Adj.
zimperlich Adj.
zimperlich Adj. ‘übertrieben empfindlich, weichlich, prüde’ (Mitte 17. Jh.), zuvor (obd.) zimpfferlich ‘künstlich, fein, zierlich’ (16. Jh.); ältestes Zeugnis ist (mit stimmhaftem s- im Anlaut) mnl. zimperlijc und (mit stimmlosem s-) simperlijc ‘hübsch, zierlich, gefällig’. p gilt im Nd. und Md., während im Obd. neben p auch pf auftritt. Es handelt sich um die Weiterbildung eines nur in den Mundarten bezeugten Adjektivs obd. zimper, zimpfer ‘stattlich, zierlich, lieblich, zart, höflich’ (zuerst zimpffer ‘fein, geschwind’, 16. Jh.), schweiz. semper, simper ‘empfindlich, wählerisch, wunderlich, verzärtelt’ (zuerst semper ‘stolz’, 16. Jh.), md. zimper ‘nett, sauber, geziert’, nd. semper ‘ehrbar, ehrlich, wählerisch’; dazu vgl. schwed. (mundartlich) simper, sämper, semper ‘ernsthaft, sorgfältig, zierlich, hübsch, hochmütig, eigensinnig, träge, langsam’, dän. simper ‘träge, unwillig’, engl. to simper ‘einfältig, affektiert lächeln’. Zu dieser Wortgruppe stellt sich nhd. zimp ‘verschämt, zurückhaltend’ (18. Jh.). Weitere Beziehungen sind unsicher, auch die Verbindung zu ohne Nasal auftretendem nd. sipp, zipp ‘weichlich, prüde, geziert’, nl. (umgangssprachlich) sip ‘bestürzt, verdrießlich’. Die Grundform scheint jedenfalls im Anlaut ein stimmloses s- aufzuweisen, das im westlichen dt. Sprachgebiet weithin in z- übergegangen ist. – Zimperlichkeit f. (Ende 18. Jh.).