lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

zimperlich

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
11
Verweise raus
8

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zimperlich adj.

Bd. 31, Sp. 1363
zimperlich, zimpferlich, adj. , adv., die aus zimper erweiterte wortform, die allein eingang in die schriftsprache gefunden hat. zufrühest 1556 bei Frisius dict. 117b bezeugt, ein jahrhundert später von Moscherosch reichlich im heutigen abfälligen sinne gebraucht. die dem grundwort zimper eigene weite bedeutungsentfaltung, namentlich dessen günstiger begriffsinhalt hat sich bis auf reste in Schwaben und im Elsasz verloren: artig, fein, sorgsam geschmückt, jungfräulich, züchtig H. Fischer schwäb. 6, 1337; e zimperliches gesicht fein, hübsch; zierlich im körperbau und benehmen, zart; zimperligi rëwen schwächliche reben Martin-L. 2, 904b. die gegenwärtige bedeutung umschreibt ein älterer gewährsmann so: zimperlich 'im wesen und benehmen zu ängstlich besorgt das ungeziemende zu vermeiden, übertrieben zurückhaltend und jungfraulichen anstand beobachtend, daher, dieses zu erkünsteln scheinend. dies mag auch ursache sein, warum man mehr zimperlich thun, als zimperlich sein sagt' Bernd Posen 361. zimpferlich begegnet in der neueren zeit vorwiegend bei obd. schriftstellern: Anzengruber, L. Feuerbach, C. Flaischlen, K. Meisl, Mörike, O. v. Redwitz, Scheffel, E. Strausz, Beda Weber, weniger bei md.: Cl. Brentano, O. Glaubrecht, auch Jac. Grimm schreibt teil 1, vorw. XXXIII zimpferlich; Norddeutschen entschlüpft diese form gelegentlich, so Gutzkow zauberer v. Rom (1858) 6, 145; Fr. L. Jahn w. 2, 869 E.; W. Raabe Abu Telfan (1870) 1, 32, wo s. w. II 1, 20 zimperlich haben. zümferlich hält Flemes Kalenberg 1, nachtr. 111 für die rechte mundartform. G. Keller schwankt: zimpferlich (1854/55) grüner Heinrich 1, 397; (1869) br. u. tageb. 3 (1916) 15; zimperlich (1854/55) grüner Heinrich 2, 209; (1856) ges. w. 5, 17. A. v. Droste-Hülshoff schreibt 1843 zimpferlich br. 2, 203 Sch.-K. beide formen finden sich bei Nestroy ges. w. 3, 161; 8, 240. beachtung aber verdient die p-schreibung bei ausgesprochen landschaftlich gebundenen obd. schriftstellern wie Bauernfeld ges. schr. (1871) 4, 72; Rosegger schr. 11, 253; J. Gotthelf ges. schr. (1856) 1, 246; 1, 254, doch hat dieser Schweizer gewisz -pf- gesprochen. die affrikata hat hier bereits Frisius: argute subtyl, künstlich, zimpfferlich, artlich (1556) 117b; die schweiz. mundarten kennen jetzt nur noch -pf-, im 19. jahrh. aber daneben auch -p-. von Moscherosch bis zur gegenwart wird im Elsasz die form zimperlich gebraucht; diese hat auch das ostfränk. gebiet; aber in Unterfranken, in der grafschaft Henneberg und in Ruhla begegnet -pf-; in Schwaben herrscht die affrikata vor, Wien kennt nur sie, auch Kärnten, dagegen erscheint in der Steiermark -p-. die md. und nd. mundarten weisen durchgängig zimperlich auf. ihr vorkommen in den obd. mundarten verrät herkunft aus den nördlichen gegenden, da die konsonantenfolge -mp- dem obd. lautstande widerspricht. darin steht zimperlich seinem stammwort zimper gleich. an diesem wird der fremdcharakter der beiden wörter noch deutlicher, da die ihm zugrunde liegende form semper, simper in der Schweiz ihr dasein seit 1540 behauptet. durch semper, simper eröffnet sich der ausblick auf einen nd.-engl.-skandinav. zusammenhang, wie er ob. bei zimper dargestellt ist. bis ins 14. jh. zurück aber führt das mndl. zimperlijc im roman von dem borchgrave van Couchi 2, 1548 und 1696 mit der bedeutung 'hübsch, zierlich, gefällig'; s. M. de Vries in ts. v. nederl. taal- en letterkunde 7, 247 und Verwijs-Verdam mndl. wb. 7, 1127. der stimmhafte anlaut dieses belegs ist unursprünglich und sein anlasz undurchsichtig. älter ist das stimmlose s- des nordischen und englischen simper, semper, wohl auch noch des eiderstedtischen semper vor 1800 bei Schütze Holstein 4, 96 und des schweizerischen von 1540. das vorkommen an den rändern des deutschen sprachraums verlangt die vorstellung einer weiteren verbreitung und namentlich einer wanderung von der Nordsee in die Alpen und zwar vor 1540. wo sich aus simper, semper die herrschende form zimper herausgebildet hat, läszt sich nicht sagen; möglich war dieser vorgang überall in Westdeutschland. mit zimper war zimperlich gegeben. dies ist seinerseits als hd. wort in die nd. mundarten zurück entlehnt worden. simper ist aus dem adj., adv. simp hervorgegangen, das wegen seines stimmlosen anlaut-s gleichfalls eine form zimp (s. d.) ergeben hat, und damit ist sipp, zipp als der anfang der reihe erreicht. die wurzel sip- bedeutet 'schlürfen, tropfenweise trinken, nippen', woraus sich die bedeutung 'die lippen spitzen, den mund zusammenziehen', das kennzeichen eines gezierten, affektierten benehmens, gebildet hat; s. Falk-Torp 970. nasalierung ist in der sippe sip- ebenso gewöhnlich wie in der sippe tip-, wie sich ob. an zimpe, m., nd. timpe, m., zeigt. aus der letzten spielt, auf den unnasalierten ausgang zurückgreifend, eine form zipferlich in den bereich von zimperlich hinein Gerbet mda. d. Vogtlandes 183. in Schwaben, im südlichen Thüringen (zäumpferlich Regel Ruhla 290, zümpferlich Reinwald Henneberg 2, 149; Spiesz Henneberg 290) und in Obersachsen tritt eine form zümpferlich hervor; mit tsümpferšš greift sie in die Schweiz hinüber (s. ob. zimperig); im schwäb. gibt es daneben zümper und häufiger zumper, auch zümperlich. zümpferlich und verwandte wörter bieten bereits ältere wörterbücher: die jungfer ist verzumpfen 'wenn sie das maul einziehet und in falten leget', zmpferlich vultu compositus, fingens, simulans, zumpferlich tuhn Stieler stammb. (1691) 2634; die jungfer zumpfet, thut gar zmpferlich, ist gar verzumpfen questa damigella ... la modesta, vergognosetta, schifetta, la nimfa, la santa nafissa Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1484b; zumpferlich zedig, beschaamd Kramer-Moerbeek (1768) 439b; zumpfen 'welches nur in den niedrigen sprecharten einiger gegenden üblich ist, sich auf eine gezwungene art sittsam stellen, daher verzumpft thun in eben derselben bedeutung, zümpferlich auf eine gezwungene art sittsam' Adelung2 4, 1759; zimperlich erwähnt Adelung nicht; dagegen nennt Campe 5, 905b zimperlich gewöhnlicher als zümpferlich. obersächsich sind zümpferlich, verzumpen tun, verzümpt tun, auch ein attributives verzumpen in älteren quellen belegt, s. Müller-Fr. 2, 706a; schles. verzünft, verzimft meldet Jungandreas zeitwortbildung 62. als mischung dieses verzümpt mit 2zimt läszt sich das junge obersächs. zimtig tun sich zieren, sich spreizen, stolz, vornehm tun, zimt machen auf sein äuszeres halten, nicht natürlich sein, sich zieren Müller-Fr. 2, 706b; Albrecht Leipzig 241 auffassen; vgl. zimpftg, zimptg Göpfert sächs. Erzgeb. (1872) 55; Käthel, nich so zimmtig thun G. Hauptmann einsame menschen (1891) 7. auf das schwäb. zünfterlich zimperlich, vorsichtig, sanft H. Fischer 6, 1348 hat zunft eingewirkt. früher galt ziembar als grundlage von zimper; H. Fischer denkt an zumpf, m., penis als ausgang für seine schwäbischen u- und ü-formen. es liegt aber nahe, das ostmd. zumpen, übrigens unsicherer herkunft, falls nicht junge ablautbildung zu zimp, sich früher bis nach Schwaben reichend und zumper aus der verbindung von zimper mit diesem verbum entstanden vorzustellen. man nehme auch das rhein. zümpern (s. unten 1zimpern am ende) hinzu. zimpelich Frischbier 2, 493b und wb. d. Elberfelder mda. 178b ist eine spielform, die sich an das adj. zimp (s. ob.) anschlieszt, ebenso wie die ob. hinter zimpheit gebrachte form zimpflich. 11) vom benehmen, empfinden, kleidung der mädchen und frauen, durchweg abschätzig. 1@aa) in attributiver verwendung: wann sie der mann erzörnet, oder in etwas wenigs ihrem zimperlichen willen und wolgefallen zuwider gethan Moscherosch gesichte (1650) 1, 135; deine frau, die zimperliche, wills nicht? Nestroy ges. w. (1890) 8, 240; und unsere zimperliche frau cousine behandelt mich gar wie einen unbedeutenden jungen Bauernfeld ges. schr. (1871) 4, 73; keine zimperliche und prüdliche alte jungfer, sondern die beherzte und muthige frau E. M. Arndt schr. f. u. an s. lb. Deutschen (1845) 2, 160; ach, gehen sie mir doch, sie zimpferliches ding Anzengruber ges. w. (1890) 4, 328; ein zimperlich ding, etwas verliebt und etwas tugendhaft und sehr geschnürt ... — das ist eine jungfrau Eichendorff s. w. (1864) 2, 458; ich bin kein so zimperliches ding, ... dasz ich aus angst ohnmächtig würde Holtei erz. schr. (1861) 23, 208; pah liebe! diese hochnäsigen, naszkalten, zimperlichen frauenzimmer, die einen nehmen, um frau hauptmann ... zu sein ... die wissen gerade, was liebe ist Kahlenberg familie Barchwitz (1902) 63; und wenn du keine courage im leib hast (einen eiskalten bach zu durchwaten) und wenn du dich vor deiner frau mama fürchtest, dann bleib hocken, wo du bist, du zimperliche ziege Werfel Bernadette (1948) 50; er ... schenkte ihr champagner ein. 'da, trink, kleine zimperliche' Kahlenberg Eva Sehring (1901) 167. 1@bb) prädikativ und adverbial, häufig in der verbindung (so) zimperlich tun: sie ist ein bischen zimperlich Schröder dram. w. (1831) 4, 246; die männer kriegerisch roh ..., die frauen affektiert sittsam und zimperlich H. Heine s. w. 6, 105 Elster; bald zimperlich, bald wieder ausgelassen, wird sie das alter noch im takte springen, wird sie den raufbold fügsam werden lassen Freiligrath ges. dicht. (1877) 6, 229; Rosvitha ist nichts weniger als zimperlich Scherer litteraturgesch.7 57; die fräuleins sind hier schrecklich! langweilig, zimperlich, zerstreut und ungebildet (1842) L. v. Gall an L. Schücking in: s. br. 66 Muschler; die kapelle trug matrosenjacken, und die mädchen waren so wenig zimperlich wie in anderen hafenorten auch K. Kluge Kortüm (1938) 689; dasz wir (nonnen) melken können, versteht sich von selbst ... und ebenso, dasz wir nicht zimperlich waren, wenn eine die ziege zum sprungstall führen muszte Langgässer märk. argonautenfahrt (1950) 284; diese ... trugen sich so zierlich, so zimperlich, so pintlich, so musterlich, dasz man ihre hochzeitliche gedancken leichtlich mercken konte Moscherosch gesichte (1650) 1, 138; als dann wird die wittwe mit verkehrten augen, beneben einem tieffgeholten schluxer, fein zimperlich anfangen und sagen: o we! was sagen ir do? ebda 1, 79; aber das thut auch meine Christine nicht, die freuet sich mit mir, das weisz ich, und wird nicht zimpferlich rot, wenn ich sage: komm, Christine, und küsz mich zu meinem geburtstage Glaubrecht erz. a. d. Hessenland (1891) 25; dasz haar musz ziemperlich zu beyden seiten hangen Rachel satyr. ged. 126 ndr.; denn da die muhme dem zubereiten und essen solcher sachen nicht grün war, so behandelte sie dieselben apothekerhaft und zimpferlich, gleich einem grobschmied, der eine uhr zusammensetzen will G. Keller d. grüne Heinrich (1854) 1, 397; ist denn die frau noch jung? ... wenns einmahl ... gewaschen, lakirt und gehieselt ist und die blonde tour auf hat, da thuts noch so zimpferlich, als wanns ein flitscherl wär Meisl theatr. quodlibet (1820) 4, 9; nein, wie die alte zimpferlich thut! Nestroy ges. w. (1890) 3, 161; am mittag war ich unter der thüre und sah sie essen, da that sie so zimperlich J. Gotthelf ges. schr. (1856) 1, 105; vorwärts und tut nicht so zimperlich, ich gucke nicht nach euren waden W. Raabe s. w. I 5, 491; so jüngferlich und zimpferlich sie zuletzt auch manchmal gethan hatte, in seiner erinnerung lebte noch ganz das alte, unbekümmerte und unverwüstliche wesen Emil Strausz freund Hein (1921) 169. 1@cc) vom gang mit kurzen schritten: eine ganz scharmante, approbirte gouvernante, ... die mit zimperlichen schritten einen kuchen schon zerschnitten Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 247; vgl.: man trAegt mAechtig breite stiffel, wann man schon nicht reittet, welches darumb geschicht, daz man die schAenckel ein lerne von einander grattelen, und nicht hereintrette wie die zimperliche jungfrawen Moscherosch gesichte (1650) 2, 257. 1@dd) vom gesichtsausdruck: drum trag die ärmel ich so puffig, mach ein gefräsz ganz blöd und muffig und zimpferlich Cl. Brentano ges. schr. (1852) 7, 455. 22) am männlichen geschlecht weibisches, prüdes, weichliches, schwächliches, geziertes wesen tadelnd. a) unter hinweis auf solche art: laszt doch! ... Franz Bosbeck, wie ich sonst hiesz, ist ja keine zimpferliche dame! ... seid doch nicht so verschämt Gutzkow zauberer v. Rom (1858) 6, 145; sie konnten ihm ... trotz ihres spottens über seine 'zimperliche jüngferlichkeit' eine unwillige achtung nicht versagen Holtei erz. schr. (1861) 4, 145; und diese unmittelbar treffend: wir Deutschen sind zimperlicher, als vierzehnjährige mädchen Börne ges. schr. (1829) 6, 81; zimperlicher waren sie (junge stutzer) als zwei allerliebste russische kinder, die sich in begleitung eines bedienten auf den pferden tummelten Gutzkow ritter v. geiste (1850) 4, 195; Deinhardt (ein bauer, der auf einer auktion aus spasz für 10 pf. einen alten damenhut erstanden hatte) besann sich kurz, ergriff den obersten hut und stülpte ihn auf den kopf eines bengels, der sich nun grosztat: er liesz die schultern hängen, machte ein paar zimperliche schrittchen K. Kluge Kortüm (1938) 606. b) trinksitte, kleidung betreffend: nein trinkt aus, rein aus, nicht so zimperlich, so jungferlich Tieck schr. (1828) 3, 59; doch der schneider, von sorgen gequält, wagte in seiner blödigkeit nicht, das blanke messer zu brauchen, sondern hantierte schüchtern und zimperlich mit der silbernen gabel daran herum G. Keller ges. w. (1889) 5, 17; er nippte zimpferlich aus einem kelche schnaps Mörike w. 2, 335 Maync; die feinen liqueure sind mir zu zimperlich Sallet s. schr. 4, 162; und hatte eyn grauen capuzen an, so ihm über die füesze reichte, zog auch selbige zimpferlich zusammen, also dasz vom fueszwerk nüt ans sonnenlicht hervorluegte Scheffel ges. w. (1907) 4, 53. c) empfinden, willen, handeln angehend: andere schämen sich ihrer fehler nicht, wir sind selbst mit unseren thaten zinpferlich bescheiden Fr. L. Jahn w. (1884) 2, 869; mir will das zimperliche wesen nun einmal nicht ins herz hinein, denn, soll man durch den schnee genesen, so musz man erst erfroren sein Hebbel w. I 7, 145 Werner; und er fing an zu vergleichen, ... an sich zu mäkeln, sein fühlen schwächlich und zimpferlich, seinen willen wachsweich ... zu finden Emil Strausz freund Hein (1921) 228; kommt tausend mal vor, in den feinsten familien! ... nur nicht so zimpferlich, wenn man von seinem leben etwas haben will C. Flaischlen Martin Lehnhardt (1921) 24. d) im sprachstil: während ... Schlegel immer ... zimperlicher seine worte glättete, wurde Voss immer herber H. Heine s. w. 5, 242 Elster; einigen nackten gedanken habe ich (in dem gedicht) im hastigen unmut ihre feigenblätter wieder abgerissen, und zimperlich spröde ohren habe ich vielleicht verletzt ebda 2, 428; ich bin weit entfernt, ihnen eine zimperliche predigt halten zu wollen G. Keller d. grüne Heinrich (1854) 2, 209; man glaubt bei solchen allotria (wie z. b. erwähnung der spitznamen) nicht frömmlich und zimpferlich genug sein zu können (1869) ders., br. u. tageb. 3, 15 Ermat.; und was ich sonst gefiedelt im geheimen — dasz von mir wär ein heldenbuch zu reimen, geschweig ein zimpferliches verslein nur O. v. Redwitz Sieglinde (1854) 9; von der zimpferlichen art unserer heutigen feinen welt, die sich z. b. scheut, ausdrücke wie durchfall oder durchlauf in den mund zu nehmen und dafür das fremde diarrhöe lernt teil 1, vorw. XXXIII. e) von einer weichlichen, schwächlichen musik: die oft achtstimmigen, ganz labyrinthisch verwickelten fugen von zimperlichen chören gesungen Gutzkow ritter v. geiste (1850) 2, 314; begleitet, ... um die zartesten liebesgefühle noch deutlicher abzumalen, von dem zimperlichen violoncellbasz ohne clavier Chrysander Händel (1858) 1, 244. ähnlich: Hühnchen ... feuerte mit groszem geschick diesen festlichen böller ab. er gab einen kleinen zimperlichen knall von sich H. Seidel Leberecht Hühnchen (1899) 70. f) feste wendungen: all solch bcken unnd ritschen, solch hAendunnd fsz kssen ist erzwungen werck; wer sich so gar zimperlich stellet, der ist ein hechler Moscherosch gesichte (1650) 2, 93; sich zieren und zimperlich tun, das hab' ich nie gekonnt Fontane ges. w. (1905) I 5, 132; man musz aber wissen, dasz das in wirklichkeit sittenstrenge mittelalter ... nicht so zimperlich und prüde that, wie unsere zeit Böhme gesch. d. tanzes (1886) 313; mein gott! was ist das für ein zimpferlichthun Beda Weber charakterbilder (1853) 155; nun bei gott, seht das volk! rief der förster. keiner von ihnen hat unterm feuer gestanden, keiner hat eine büchse losgebrannt gegen den feind, jeder trägt seinen pack sünden und laster aufgehuckt und will doch hier den zimperlichen spielen W. Raabe s. w. I 3, 484.
16677 Zeichen · 336 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zimperlichadj, adv

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Х Zimperlich , adj . u. adv . verschämt und zurückhaltend und dabei doch zärtlich thuend. Zimperlich sein. Ein zimperlic…

  2. modern
    Dialekt
    zimperlich

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    zimperlich vereinzelt zipperlich 1. wie im Hd. Ro Ribn ; de ollen, zimperlichen Jumfern Reut. 6, 512; 5, 399; heff di ni…

  3. Sprichwörter
    Zimperlich

    Wander (Sprichwörter)

    Zimperlich 1. So zimperlich, wie e Kindbetterin. – Tendlau, 258. 2. Zimperlich wie eine Jungfer. – Willkomm, Der Bauer, …

  4. Spezial
    zimperlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    zim|per|lich adj. delicat (-ac, -a), zite (ziti, zitia), möle (möli, mölia).

Verweisungsnetz

20 Knoten, 16 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 10 Sackgasse 7

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zimperlich

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von zimperlich 2 Analysen

zimpeln + -er + -lich

zimperlich leitet sich vom Lemma zimpeln ab mit Suffixen -er und -lich, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: zimper+-lich

zimperlich‑ als Erstglied (1 von 1)

zimperlichkeit

DWB

zimperlich·keit

zimperlichkeit , f. , geziertes, gespreiztes weibisches wesen: dreht und windet sich aus lauter zimperlichkeit, als würd sie immer von tause…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „zimperlich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zimperlich/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „zimperlich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zimperlich/dwb. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „zimperlich". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zimperlich/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_zimperlich_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„zimperlich"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/zimperlich/dwb},
  urldate      = {2026-05-11},
}