zimperlich,
zimpferlich,
adj. ,
adv., die aus zimper
erweiterte wortform, die allein eingang in die schriftsprache gefunden hat. zufrühest 1556
bei Frisius
dict. 117
b bezeugt, ein jahrhundert später von Moscherosch
reichlich im heutigen abfälligen sinne gebraucht. die dem grundwort zimper
eigene weite bedeutungsentfaltung, namentlich dessen günstiger begriffsinhalt hat sich bis auf reste in Schwaben und im Elsasz verloren: artig, fein, sorgsam geschmückt, jungfräulich, züchtig H. Fischer
schwäb. 6, 1337; e zimperliches gesicht
fein, hübsch; zierlich im körperbau und benehmen, zart; zimperligi rëwen
schwächliche reben Martin-L. 2, 904
b.
die gegenwärtige bedeutung umschreibt ein älterer gewährsmann so: zimperlich '
im wesen und benehmen zu ängstlich besorgt das ungeziemende zu vermeiden, übertrieben zurückhaltend und jungfraulichen anstand beobachtend, daher, dieses zu erkünsteln scheinend. dies mag auch ursache sein, warum man mehr zimperlich thun,
als zimperlich sein
sagt' Bernd
Posen 361. zimpferlich
begegnet in der neueren zeit vorwiegend bei obd. schriftstellern: Anzengruber, L. Feuerbach, C. Flaischlen, K. Meisl, Mörike, O. v. Redwitz, Scheffel, E. Strausz, Beda Weber,
weniger bei md.: Cl. Brentano, O. Glaubrecht,
auch Jac. Grimm
schreibt teil 1,
vorw. XXXIII zimpferlich;
Norddeutschen entschlüpft diese form gelegentlich, so Gutzkow
zauberer v. Rom (1858) 6, 145; Fr. L. Jahn
w. 2, 869
E.; W. Raabe
Abu Telfan (1870) 1, 32,
wo s. w. II 1, 20 zimperlich
haben. zümferlich
hält Flemes
Kalenberg 1,
nachtr. 111
für die rechte mundartform. G. Keller
schwankt: zimpferlich (1854/55)
grüner Heinrich 1, 397; (1869)
br. u. tageb. 3 (1916) 15; zimperlich (1854/55)
grüner Heinrich 2, 209; (1856)
ges. w. 5, 17. A. v. Droste-Hülshoff
schreibt 1843 zimpferlich
br. 2, 203
Sch.-K. beide formen finden sich bei Nestroy
ges. w. 3, 161; 8, 240.
beachtung aber verdient die p-
schreibung bei ausgesprochen landschaftlich gebundenen obd. schriftstellern wie Bauernfeld
ges. schr. (1871) 4, 72; Rosegger
schr. 11, 253; J. Gotthelf
ges. schr. (1856) 1, 246; 1, 254,
doch hat dieser Schweizer gewisz -pf-
gesprochen. die affrikata hat hier bereits Frisius:
argute subtyl, künstlich, zimpfferlich, artlich (1556) 117
b;
die schweiz. mundarten kennen jetzt nur noch -pf-,
im 19.
jahrh. aber daneben auch -p-.
von Moscherosch
bis zur gegenwart wird im Elsasz die form zimperlich
gebraucht; diese hat auch das ostfränk. gebiet; aber in Unterfranken, in der grafschaft Henneberg und in Ruhla begegnet -pf-;
in Schwaben herrscht die affrikata vor, Wien kennt nur sie, auch Kärnten, dagegen erscheint in der Steiermark -p-.
die md. und nd. mundarten weisen durchgängig zimperlich
auf. ihr vorkommen in den obd. mundarten verrät herkunft aus den nördlichen gegenden, da die konsonantenfolge -mp-
dem obd. lautstande widerspricht. darin steht zimperlich
seinem stammwort zimper
gleich. an diesem wird der fremdcharakter der beiden wörter noch deutlicher, da die ihm zugrunde liegende form semper, simper
in der Schweiz ihr dasein seit 1540
behauptet. durch semper, simper
eröffnet sich der ausblick auf einen nd.-engl.-skandinav. zusammenhang, wie er ob. bei zimper
dargestellt ist. bis ins 14.
jh. zurück aber führt das mndl. zimperlijc
im roman von dem borchgrave van Couchi 2, 1548
und 1696
mit der bedeutung '
hübsch, zierlich, gefällig'
; s. M. de Vries
in ts. v. nederl. taal- en letterkunde 7, 247
und Verwijs-Verdam
mndl. wb. 7, 1127.
der stimmhafte anlaut dieses belegs ist unursprünglich und sein anlasz undurchsichtig. älter ist das stimmlose s-
des nordischen und englischen simper, semper,
wohl auch noch des eiderstedtischen semper
vor 1800
bei Schütze
Holstein 4, 96
und des schweizerischen von 1540.
das vorkommen an den rändern des deutschen sprachraums verlangt die vorstellung einer weiteren verbreitung und namentlich einer wanderung von der Nordsee in die Alpen und zwar vor 1540.
wo sich aus simper, semper
die herrschende form zimper
herausgebildet hat, läszt sich nicht sagen; möglich war dieser vorgang überall in Westdeutschland. mit zimper
war zimperlich
gegeben. dies ist seinerseits als hd. wort in die nd. mundarten zurück entlehnt worden. simper
ist aus dem adj., adv. simp
hervorgegangen, das wegen seines stimmlosen anlaut-s
gleichfalls eine form zimp (
s. d.)
ergeben hat, und damit ist sipp, zipp
als der anfang der reihe erreicht. die wurzel sip-
bedeutet '
schlürfen, tropfenweise trinken, nippen',
woraus sich die bedeutung '
die lippen spitzen, den mund zusammenziehen',
das kennzeichen eines gezierten, affektierten benehmens, gebildet hat; s. Falk-Torp 970.
nasalierung ist in der sippe sip-
ebenso gewöhnlich wie in der sippe tip-,
wie sich ob. an zimpe,
m., nd. timpe,
m., zeigt. aus der letzten spielt, auf den unnasalierten ausgang zurückgreifend, eine form zipferlich
in den bereich von zimperlich
hinein Gerbet
mda. d. Vogtlandes 183.
in Schwaben, im südlichen Thüringen (zäumpferlich Regel
Ruhla 290, zümpferlich Reinwald
Henneberg 2, 149; Spiesz
Henneberg 290)
und in Obersachsen tritt eine form zümpferlich
hervor; mit tsümpferšš
greift sie in die Schweiz hinüber (
s. ob. zimperig);
im schwäb. gibt es daneben zümper
und häufiger zumper,
auch zümperlich. zümpferlich
und verwandte wörter bieten bereits ältere wörterbücher: die jungfer ist verzumpfen '
wenn sie das maul einziehet und in falten leget', zmpferlich
vultu compositus, fingens, simulans, zumpferlich tuhn Stieler
stammb. (1691) 2634; die jungfer zumpfet, thut gar zmpferlich, ist gar verzumpfen
questa damigella ... fà la modesta, vergognosetta, schifetta, fà la nimfa, la santa nafissa Kramer
teutsch-ital. 2 (1702) 1484
b; zumpferlich
zedig, beschaamd Kramer-Moerbeek (1768) 439
b; zumpfen '
welches nur in den niedrigen sprecharten einiger gegenden üblich ist, sich auf eine gezwungene art sittsam stellen, daher verzumpft thun
in eben derselben bedeutung, zümpferlich
auf eine gezwungene art sittsam' Adelung
2 4, 1759; zimperlich
erwähnt Adelung
nicht; dagegen nennt Campe 5, 905
b zimperlich
gewöhnlicher als zümpferlich.
obersächsich sind zümpferlich, verzumpen tun, verzümpt tun,
auch ein attributives verzumpen
in älteren quellen belegt, s. Müller-Fr. 2, 706
a;
schles. verzünft, verzimft
meldet Jungandreas
zeitwortbildung 62.
als mischung dieses verzümpt
mit 2zimt
läszt sich das junge obersächs. zimtig tun
sich zieren, sich spreizen, stolz, vornehm tun, zimt machen
auf sein äuszeres halten, nicht natürlich sein, sich zieren Müller-Fr. 2, 706
b; Albrecht
Leipzig 241
auffassen; vgl. zimpftg, zimptg Göpfert
sächs. Erzgeb. (1872) 55; Käthel, nich so zimmtig thun G. Hauptmann
einsame menschen (1891) 7.
auf das schwäb. zünfterlich
zimperlich, vorsichtig, sanft H. Fischer 6, 1348
hat zunft
eingewirkt. früher galt ziembar
als grundlage von zimper; H. Fischer
denkt an zumpf,
m., penis als ausgang für seine schwäbischen u-
und ü-
formen. es liegt aber nahe, das ostmd. zumpen,
übrigens unsicherer herkunft, falls nicht junge ablautbildung zu zimp,
sich früher bis nach Schwaben reichend und zumper
aus der verbindung von zimper
mit diesem verbum entstanden vorzustellen. man nehme auch das rhein. zümpern (
s. unten 1zimpern
am ende)
hinzu. zimpelich Frischbier 2, 493
b und wb. d. Elberfelder mda. 178
b ist eine spielform, die sich an das adj. zimp (
s. ob.)
anschlieszt, ebenso wie die ob. hinter zimpheit
gebrachte form zimpflich. 11)
vom benehmen, empfinden, kleidung der mädchen und frauen, durchweg abschätzig. 1@aa)
in attributiver verwendung: wann sie der mann erzörnet, oder in etwas wenigs ihrem zimperlichen willen und wolgefallen zuwider gethan Moscherosch
gesichte (1650) 1, 135; deine frau, die zimperliche, wills nicht? Nestroy
ges. w. (1890) 8, 240; und unsere zimperliche frau cousine behandelt mich gar wie einen unbedeutenden jungen Bauernfeld
ges. schr. (1871) 4, 73; keine zimperliche und prüdliche alte jungfer, sondern die beherzte und muthige frau E.
M. Arndt
schr. f. u. an s. lb. Deutschen (1845) 2, 160; ach, gehen sie mir doch, sie zimpferliches ding Anzengruber
ges. w. (1890) 4, 328; ein zimperlich ding, etwas verliebt und etwas tugendhaft und sehr geschnürt ... — das ist eine jungfrau Eichendorff
s. w. (1864) 2, 458; ich bin kein so zimperliches ding, ... dasz ich aus angst ohnmächtig würde Holtei
erz. schr. (1861) 23, 208; pah liebe! diese hochnäsigen, naszkalten, zimperlichen frauenzimmer, die einen nehmen, um frau hauptmann ... zu sein ... die wissen gerade, was liebe ist Kahlenberg
familie Barchwitz (1902) 63; und wenn du keine courage im leib hast (
einen eiskalten bach zu durchwaten) und wenn du dich vor deiner frau mama fürchtest, dann bleib hocken, wo du bist, du zimperliche ziege Werfel
Bernadette (1948) 50; er ... schenkte ihr champagner ein. 'da, trink, kleine zimperliche' Kahlenberg
Eva Sehring (1901) 167. 1@bb)
prädikativ und adverbial, häufig in der verbindung (so) zimperlich tun: sie ist ein bischen zimperlich Schröder
dram. w. (1831) 4, 246; die männer kriegerisch roh ..., die frauen affektiert sittsam und zimperlich H. Heine
s. w. 6, 105
Elster; bald zimperlich, bald wieder ausgelassen, wird sie das alter noch im takte springen, wird sie den raufbold fügsam werden lassen Freiligrath
ges. dicht. (1877) 6, 229; Rosvitha ist nichts weniger als zimperlich Scherer
litteraturgesch.7 57; die fräuleins sind hier schrecklich! langweilig, zimperlich, zerstreut und ungebildet (1842) L. v. Gall
an L. Schücking in: s. br. 66
Muschler; die kapelle trug matrosenjacken, und die mädchen waren so wenig zimperlich wie in anderen hafenorten auch K. Kluge
Kortüm (1938) 689; dasz wir (
nonnen) melken können, versteht sich von selbst ... und ebenso, dasz wir nicht zimperlich waren, wenn eine die ziege zum sprungstall führen muszte Langgässer
märk. argonautenfahrt (1950) 284; diese ... trugen sich so zierlich, so zimperlich, so pintlich, so musterlich, dasz man ihre hochzeitliche gedancken leichtlich mercken konte Moscherosch
gesichte (1650) 1, 138; als dann wird die wittwe mit verkehrten augen, beneben einem tieffgeholten schluxer, fein zimperlich anfangen und sagen: o we! was sagen ir do?
ebda 1, 79; aber das thut auch meine Christine nicht, die freuet sich mit mir, das weisz ich, und wird nicht zimpferlich rot, wenn ich sage: komm, Christine, und küsz mich zu meinem geburtstage Glaubrecht
erz. a. d. Hessenland (1891) 25; dasz haar musz ziemperlich zu beyden seiten hangen Rachel
satyr. ged. 126
ndr.; denn da die muhme dem zubereiten und essen solcher sachen nicht grün war, so behandelte sie dieselben apothekerhaft und zimpferlich, gleich einem grobschmied, der eine uhr zusammensetzen will G. Keller
d. grüne Heinrich (1854) 1, 397; ist denn die frau noch jung? ... wenns einmahl ... gewaschen, lakirt und gehieselt ist und die blonde tour auf hat, da thuts noch so zimpferlich, als wanns ein flitscherl wär Meisl
theatr. quodlibet (1820) 4, 9; nein, wie die alte zimpferlich thut! Nestroy
ges. w. (1890) 3, 161; am mittag war ich unter der thüre und sah sie essen, da that sie so zimperlich J. Gotthelf
ges. schr. (1856) 1, 105; vorwärts und tut nicht so zimperlich, ich gucke nicht nach euren waden W. Raabe
s. w. I 5, 491; so jüngferlich und zimpferlich sie zuletzt auch manchmal gethan hatte, in seiner erinnerung lebte noch ganz das alte, unbekümmerte und unverwüstliche wesen Emil Strausz
freund Hein (1921) 169. 1@cc)
vom gang mit kurzen schritten: eine ganz scharmante, approbirte gouvernante, ... die mit zimperlichen schritten einen kuchen schon zerschnitten Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 5, 247;
vgl.: man trAegt mAechtig breite stiffel, wann man schon nicht reittet, welches darumb geschicht, daz man die schAenckel ein lerne von einander grattelen, und nicht hereintrette wie die zimperliche jungfrawen Moscherosch
gesichte (1650) 2, 257. 1@dd)
vom gesichtsausdruck: drum trag die ärmel ich so puffig, mach ein gefräsz ganz blöd und muffig und zimpferlich Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 7, 455. 22)
am männlichen geschlecht weibisches, prüdes, weichliches, schwächliches, geziertes wesen tadelnd. a)
unter hinweis auf solche art: laszt doch! ... Franz Bosbeck, wie ich sonst hiesz, ist ja keine zimpferliche dame! ... seid doch nicht so verschämt Gutzkow
zauberer v. Rom (1858) 6, 145; sie konnten ihm ... trotz ihres spottens über seine 'zimperliche jüngferlichkeit' eine unwillige achtung nicht versagen Holtei
erz. schr. (1861) 4, 145;
und diese unmittelbar treffend: wir Deutschen sind zimperlicher, als vierzehnjährige mädchen Börne
ges. schr. (1829) 6, 81; zimperlicher waren sie (
junge stutzer) als zwei allerliebste russische kinder, die sich in begleitung eines bedienten auf den pferden tummelten Gutzkow
ritter v. geiste (1850) 4, 195; Deinhardt (
ein bauer, der auf einer auktion aus spasz für 10
pf. einen alten damenhut erstanden hatte) besann sich kurz, ergriff den obersten hut und stülpte ihn auf den kopf eines bengels, der sich nun grosztat: er liesz die schultern hängen, machte ein paar zimperliche schrittchen K. Kluge
Kortüm (1938) 606. b)
trinksitte, kleidung betreffend: nein trinkt aus, rein aus, nicht so zimperlich, so jungferlich Tieck
schr. (1828) 3, 59; doch der schneider, von sorgen gequält, wagte in seiner blödigkeit nicht, das blanke messer zu brauchen, sondern hantierte schüchtern und zimperlich mit der silbernen gabel daran herum G. Keller
ges. w. (1889) 5, 17; er nippte zimpferlich aus einem kelche schnaps Mörike
w. 2, 335
Maync; die feinen liqueure sind mir zu zimperlich Sallet
s. schr. 4, 162; und hatte eyn grauen capuzen an, so ihm über die füesze reichte, zog auch selbige zimpferlich zusammen, also dasz vom fueszwerk nüt ans sonnenlicht hervorluegte Scheffel
ges. w. (1907) 4, 53. c)
empfinden, willen, handeln angehend: andere schämen sich ihrer fehler nicht, wir sind selbst mit unseren thaten zinpferlich bescheiden Fr. L. Jahn
w. (1884) 2, 869; mir will das zimperliche wesen nun einmal nicht ins herz hinein, denn, soll man durch den schnee genesen, so musz man erst erfroren sein Hebbel
w. I 7, 145
Werner; und er fing an zu vergleichen, ... an sich zu mäkeln, sein fühlen schwächlich und zimpferlich, seinen willen wachsweich ... zu finden Emil Strausz
freund Hein (1921) 228; kommt tausend mal vor, in den feinsten familien! ... nur nicht so zimpferlich, wenn man von seinem leben etwas haben will C. Flaischlen
Martin Lehnhardt (1921) 24. d)
im sprachstil: während ... Schlegel immer ... zimperlicher seine worte glättete, wurde Voss immer herber H. Heine
s. w. 5, 242
Elster; einigen nackten gedanken habe ich (
in dem gedicht) im hastigen unmut ihre feigenblätter wieder abgerissen, und zimperlich spröde ohren habe ich vielleicht verletzt
ebda 2, 428; ich bin weit entfernt, ihnen eine zimperliche predigt halten zu wollen G. Keller
d. grüne Heinrich (1854) 2, 209; man glaubt bei solchen allotria (
wie z. b. erwähnung der spitznamen) nicht frömmlich und zimpferlich genug sein zu können (1869)
ders., br. u. tageb. 3, 15
Ermat.; und was ich sonst gefiedelt im geheimen — dasz von mir wär ein heldenbuch zu reimen, geschweig ein zimpferliches verslein nur O. v. Redwitz
Sieglinde (1854) 9; von der zimpferlichen art unserer heutigen feinen welt, die sich z. b. scheut, ausdrücke wie durchfall oder durchlauf in den mund zu nehmen und dafür das fremde diarrhöe lernt
teil 1,
vorw. XXXIII. e)
von einer weichlichen, schwächlichen musik: die oft achtstimmigen, ganz labyrinthisch verwickelten fugen von zimperlichen chören gesungen Gutzkow
ritter v. geiste (1850) 2, 314; begleitet, ... um die zartesten liebesgefühle noch deutlicher abzumalen, von dem zimperlichen violoncellbasz ohne clavier Chrysander
Händel (1858) 1, 244.
ähnlich: Hühnchen ... feuerte mit groszem geschick diesen festlichen böller ab. er gab einen kleinen zimperlichen knall von sich H. Seidel
Leberecht Hühnchen (1899) 70. f)
feste wendungen: all solch bcken unnd ritschen, solch hAendunnd fsz kssen ist erzwungen werck; wer sich so gar zimperlich stellet, der ist ein hechler Moscherosch
gesichte (1650) 2, 93; sich zieren und zimperlich tun, das hab' ich nie gekonnt Fontane
ges. w. (1905) I 5, 132; man musz aber wissen, dasz das in wirklichkeit sittenstrenge mittelalter ... nicht so zimperlich und prüde that, wie unsere zeit Böhme
gesch. d. tanzes (1886) 313; mein gott! was ist das für ein zimpferlichthun Beda Weber
charakterbilder (1853) 155; nun bei gott, seht das volk! rief der förster. keiner von ihnen hat unterm feuer gestanden, keiner hat eine büchse losgebrannt gegen den feind, jeder trägt seinen pack sünden und laster aufgehuckt und will doch hier den zimperlichen spielen W. Raabe
s. w. I 3, 484.