zieler,
m. 11)
lebendes wesen oder mensch, 1@aa)
der zielt: Stieler 2617; Steinbach 2, 1092; Adelung
2 4, 1710; ein langsamer zieler wird nimmer ein treffer Fr. Arndt
bei E.
M. Arndt
an s. l. Deutsch. 1, 151; K. Rother
schles. sprichw. 260
b. 1@bb)
der die schüsse auf der scheibe anzeichnet, markiert und anzeigt, der anzeiger: Lexer 3, 1114;
auch so hat der ziler ein langes seil und eichen pflocken, wenn man auf den wisen scheüst, das der das für mag ziehen Tucher
baumeisterb. d. st. Nürnb. 118
L.; auch werden unser herrn von Nürmberg irs rats freunt darzu geben zu unserm geschworen ziler pei dem zil (1457)
städtechron. 10, 232 (
s. ziel I 1
a); ouch wellend wir von unserm rate erber lüte zu dem geschwornen ziler (
beim gesellenschieszen) geben, die mengklichem bi dem zile glich und gemein sind Tschudi
chron. helv. 2, 653; und wurdt mit zilern, messern und andern nach gewonhait der schieszen notturftigklich versehen (1486)
urkb. v. Heilbronn 2, 351; H. Fischer 6, 1202; Schmeller-Fr. 2, 1114; Platen
tageb. 2, 589; v. Födransperg 40
jahre in d. österr. armee 1, 184; schreiber, zieler und pritscher Uhland
schr. 5, 308;
metator messer, ziler Diefenbach
gl. 359
c;
n. gl. 252
b; Steinbach 2, 1092; Frisch 2, 476
a; Adelung
2 4, 1710. Weinhold
schles. wb. 2, 109
a berichtet, dasz der zieler
beim pfingst- oder königsschusz in buntem hanswurstmäszigem aufzuge die scheibe vom rathause zur schieszstätte trägt, er bedient sich zum anzeigen einer art pritsche; nach G. Freytag
ges. w. 1, 46
tanzt und springt er, die grosze scheibe auf dem rücken, dem zuge der schützen voran; s. ebda 13, 142;
vgl.: der zieler ..., in die vielfarbig schillernden lappen des hanswurst gehüllt, hüpfte possirlich hin und her Rosegger
schr. 14, 359;
s. auch Stifter
s. w. 2, 351; L. Habicht
stadtschreib. von Liegnitz 3, 36; Schöpf 829; Bacher
Lusern 428 (
hierher?);
mitt. d. schles. ges. f. volksk. 16, 156; Bruns
volksw. d. prov. Sachs. (
ostteil) 77
a. 1@cc)
erzeuger: genitor teler Diefenbach
gl. 260
a;
n. gl. 191
a; teelre G. v.
d. Schueren
Teuthon. 392
b Verd. 1@dd)
gleich keiler?
vgl.: nach frechen zielern jagen (
acres venabor apros) Joh. Dan. Overbeck
Virgils hirtengedichte 177. 22)
sachlich. 2@aa)
das visier am gewehr: das absehen oder ziler
am pirschrohr (1670)
bei H. Fischer 6, 1202. 2@bb)
der eine handgriff eines einarmigen pfluges (
bei Tübingen) Lohsz
beitr. z. landw. wortsch. (1913) 59;
trägt seinen namen danach, dasz er in der hand des pflügers dem pfluge die richtung gibt: H. Fischer 6, 1202. 2@cc)
die barthaare der katzen, mit denen sie gleichsam nach ihrer beute zielen Weinhold
schles. 2, 109
b. 2@dd)
miszbräuchlicher sing. aus dem plur. zieler,
s. ziel II 1
c γ. 2@ee) der zilar und kostar
heiszen die speisen, welche dienstboten zu ostern und weihnachten für sich und ihre angehörigen nach hause mitnehmen dürfen (
Sarntal) Schöpf
tirol. 336.