zerquetschen,
verb.,
durch starken druck, stosz oder schlag zerdrücken; s. quetschen (
th. 7, 2366);
mhd. zerquetzen, -tsch-
mhd. wb. 1, 895
a; Lexer 3, 1075; Jelinek 984; zequatschet
d. landgraf. Ludwig kreuzfahrt 2282
N.; auch später noch -tz-: das (
bleigeschosz) zurquetzet sich ... Fronsperger
kriegsb. 1, 154
a;
Hedwiglegende (1504) AA 1
b;
mnd. toquetzen, -quessen,
woneben toquetteren Schiller-L. 4, 578
b; toqwetst G. v.
d. Schueren
Teuth. 396
b V.; Luther (
s. unt.) sprach -i-,
die grenzzone, in der sich zwerg
und querg '
zwerg', zwängen
und quängeln
trafen, brachte einen anlaut zw-
zuwege: zuzwetschet (1613
Joachimsthal in Böhmen)
untersuch. d. vornehmst. teutsch. sprw. (1725) 37;
die schweiz. mda. beseitigt -w- (
wie in keck): zerchätschen, -chäschen
zernagen, zerhacken schweiz. id. 3, 578;
lex.: -esch-
contundere Diefenbach
n. gl. 112
a; ich zuquetsch Alberus r 3
a; Schöpper
syn. 111
a Sch.-K.; Frisch 2, 79
a; Adelung; Campe; 1)
gegenstände: das ist, wann daz duppen (
topf) wol zurslagen ist und zurqwetschet
pilgerf. d. träum. mönchs 2035
B.; schiffbrüchige und zerquetschte schiff Ambach
v. zusaufen E 4
b;
beeren, körner, blätter: die andern stück zerquetz wol in eim mOerser W. H. Ryff
confectb. 58
b; nimm zerquetschte oder zerschlagene fliederblAetter J. Walther
pferdezucht 52; und so wird die heilge fülle reingeborner, saftger beeren frech zertreten, schäumend, sprühend mischt sichs widerlich zerquetscht Göthe (
Faust 10 029) 15, 1, 243
W.; s. H. Fischer 6, 1142; 2)
menschliche glieder und körper, wobei noch der th. 7, 2367
bezeugte sinn des verwundens fühlbar ist, z. b.: und schlug Sissera (
den nagel) durch sein heubt und zuquitzschet und durchboret seinen schlaff
richt. 5, 26; das erschreckliche brechen die eingeweide zurquetzschet A. Bresnicer
regim. wid. d. pestilentz (1552) B 3
b;
diese bedeutung hat in folgenden fällen der des zerdrückens platz gemacht: Schiller-L. 4, 578
b; alle zerbrochene, zerquetste, zermercklete gebein Paracelsus
op. (1616) 2, 553
H.; ein knecht hat sich die hand zerquetscht Göthe 23, 37
W.; sprw.: wer sich zwischen thr und angel legt, der wird zerquetscht Lehmann
flor. (1662) 2, 540;
ähnlich von gethier: wenn man die wanze zerquetscht, stinkt sie entsetzlicher noch Waiblinger
ged. aus Italien 73;
für üblicheres zerdrücken: thränen und seufzer z. Jean Paul 7/10, 328
H.; von zerquetschten sylben
spricht sogar Thümmel
reise 2, 87; 3)
überraschend häufig anstatt des gewöhnlichen zerknirschen
oder auch zerbrechen
mit bezug auf herz und geist: reden, die wie eine kalte hand mein herz angrifen und zerquetschten Schubart
br. 1, 130; Jung-Stilling
s. schr. 6, 191; Hermes
Sophiens reise 4, 154; Hans Grimm
volk ohne raum 2, 48; ein durch andächtige grausamkeiten (
d. h. asketische übungen) niedergebeugter, zerquetschter ... geist Herder 16, 394
S. —
dazu zerquetscher, m.: des satans z. (
Christus) Bodmer
d. Noah 10, 279,
und zerquetschung, f., 1)
verwundung durch quetschung (
vgl. quetschwunde und quetschung
th. 7, 2368;
s. auch ob. zerquetschen 2): wunden, die da seyent mit ainer z. H. Braunschweig
chir. 80
b; bey ... beinbrchen und z-en v. Fleming
teutsch. sold. 322;
contusio z. Blancard
med. wb. 163; 2)
displosio Stieler 1490;
bibl. nach 1. Mose 3, 15: seine (
des teufels) ... z. Zachariä
poet. schr. 9, 26; z. der zellen (
des talges) Muspratt
chemie 3, 529
St.-K. —