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zeitvertreib

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zeitvertreib m.

Bd. 31, Sp. 577
-vertreib, m., das vertreiben der lästig fallenden leeren zeit und der langeweile; ein seit dem ma. (zîtvertrîp Lexer 3, 1141, zijtverdrib pilgerf. d. träum. mönchs 10 461 B., zittvertrib d. teufels netz 11 689 B., tîtvordrîf Schiller-L. 4, 550b) gleichmäszig beliebtes und auch in die volksdialekte eingedrungenes wort; entstanden aus dem imperativsatz die (das) zeit vertreib (deutsche gramm.2 2, 938), dessen form vielleicht in den resten des fem. (zur z. B. Waldis Esopus 1, 246 Kurz; ihre z. suchen v. Hohberg georg. 1, 53; die beste z. J. A. v. Hehema die beste zeitvertreib (1689) 1; Stranitzky ollapatrida 1 Wiener ndr.) und neutr. geschlechts (ein unnOehtiges z. Neumark fortgepfl. lustw. 1, 235; ein so rühmliches ... z. Leibnitz dtsche schr. 2, 270) fortwirkt, während einige fälle für -vertrieb (: vorlieb Königsb. dichterkr. 253 ndr.; Lohenstein Arm. 1, 85b; Gleim br. 1, 277 K.; Wieland Ag. 2, 50) die anlehnung an das subst. vertrieb lehren. -e des dativ sing. ist im 18. jahrh. noch recht häufig (z. b. Lessing 10, 267 M., Just. Möser s. w. 2, 242) und begegnet auch noch im 19. (unter diesem z-e J. G. Forster s. schr. 2, 50, nach dem neuen z-e G. Freytag ges. w. 11, 232). die neutrale bedeutung spricht sich in gegensätzlichen attributen aus: niederträchtig Gottsched anm. gel. 9, 458, heillos F. Th. v. Schubert verm. schr. 3, 28; schal Müllner dram. w. 3, 102; unser angenehmster und beliebtester z. Breitinger crit. dichtk. 1, 110, artig Gottsched anm. gel. 1, 4, unschuldig Göthe 48, 111 W.; 1) zunächst bloszes nomen actionis: traductio temporis Stieler 2322; wer alle wochen eine neue zum zeitvertreib erwAehlen kan Chr. Weise grün. jug. 13 ndr.; so ein verliebter thor verpufft euch sonne, mond und alle sterne zum zeitvertreib dem liebchen in die luft Göthe Faust 2862; zum z. schon bei Spee tugendbuch (1649) 79 und bis jetzt die überwiegende präpositionalconstruction; selten: im z. fürst Pückler br. 6, 431; aus z. allg. d. bibl. anh. 25/36, 722; andere wendungen: zum z-e dienen Haller ged. 59 H.; sich mit trauerspielen und heldengedichten einen z. ... machen Gerstenberg rec. 115 lit.-dkm. 128; seinen z. (suchen) Zimmermann eins. 1, 6; auf z. (sinnen) Rosegger schr. 1, 75; 2) die beschäftigung mit einer sache oder gegenstand, wodurch die zeit vergeht; mit betonung des inhaltes: malken ghebracht umme syn lyff duchte on eyn gud tiitvordryff Reyner Groningen (Braunschweig 1489) in chron. d. st. 16, 179; rühmen seins eheweibs schönen leib das ist ein närrisch zeitvertreib Kirchhof wendunm. 3, 7 Ö.; daher nach der seite des vergnügens und gesellschaftsspiels hin entwickelt: amusement Kramer teutsch-it. 2, 1129b; voluptas, oblectatio, delectamentum Apinus 397; divertissement, erlustigung, z. 187; das wort z. sollte der name einer arznei, irgend eines opiats, eines schlafmachenden mittels sein, durch das uns auf dem krankenbette die zeit unmerklich verstreicht, aber nicht der name eines vergnügens Lessing 16, 538 M.; die waffen ... sind jederzeit des adels frnehmstes handwerck und z. gewesen Lohenstein Arm. 2, 27b; die spiele bey kindern sind nicht nur ihr z., sondern auch ihre arbeit Hippel üb. d. ehe 181; das brennende Babel mit all seinem z. Herder 9, 81 S.; als er nach dem neuen z-e frug G. Freytag ges. w. 11, 232; ja geradezu für gegenstände (ein spiegel: Blumauer ged. 178) und personen (mein schatz ..., mein sszer z. Chr. Reuter Harl. hochz. 53 ndr.), wie denn der bequeme reim auf weib zu mancherlei anspielungen anlasz gibt, z. b. Castelli s. w. 12, 74, Meisl theatr. quodlib. 2, 68; in dieser verwendung der plur. nicht selten: ihre langweiligen z-e Wieland s. w. 6, 121 (1794); die gewöhnlichen z-e der gesellschaft Göthe 22, 287 W.; die leersten z-e A. W. Appuhn festpredigten (1857) 147; 3) in gruppen: zu vast kurzweile und z-e Steinhausen privatbr. d. ma.s 1, 118; z. und zeitverderb Herder 22, 215 S.; unterhaltung und z. Göthe IV 23, 354 W.; dim. -chen: allg. d. bibl. 107, 157; W. Müller dr. Faustus 49. —
4023 Zeichen · 154 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zeitvertreib

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Zeitvertreib , des -es, plur. obgleich seltener, die -e, von der R. A. die Zeit vertreiben. 1. Die Verhinderung der …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zeitvertreib

    Goethe-Wörterbuch

    Zeitvertreib [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Zeitvertreib

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Zeitvertreib Band 4, Spalte 4,326

  4. Sprichwörter
    Zeitvertreib

    Wander (Sprichwörter)

    Zeitvertreib 1. Dat is 'n schönen Tîtverdriv, söa de Jong bi 'n Wurstkettel. – Frommann, II, 538; Schlingmann, 720; Buer…

  5. Spezial
    Zeitvertreib

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Zeit|ver|treib m. (-[e]s,-e) passatëmp m. , devertimënt (-nc) m. , aurela cörta f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zeitvertreib

6 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von zeitvertreib 3 Komponenten

zeit+(ver+treib)

zeitvertreib setzt sich aus 3 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

zeitvertreib‑ als Erstglied (6 von 6)

zeitvertreiben

DWB

zeit·vertreiben

-vertreiben , n. , gleich vertreib, wie -verderben aus -verderb nachträglich gebildet; als neuerung geradezu bezeichnet vern. tadl. 2, 231; …

zeitvertreibend

DWB

zeitvertreib·end

-vertreibend , kurzweilig, unterhaltsam: lauter lustige und z-e sachen Chr. Weise erzn. 3 ndr.; es liest sich auch gar zu z. n. büchers. d. …

zeitvertreiber

DWB

zeit·vertreiber

-vertreiber , m. , wer einem die zeit vertreibt: delinitor taedii temporis Stieler 2322 ; den geistlichen z. der kinder gottes J. Pollio tod…

zeitvertreiblich

DWB

zeitvertreib·lich

-vertreiblich , die zeit vertreibend, unterhaltsam, kurzweilig: die herrn prediger seindt ... nicht sehr z. Elis. Charl. v. Orleans 1, 97 M.…

zeitvertreibung

DWB

zeitvertreib·ung

-vertreibung , f. : zu ehrlichen z-en und kurtzweil angehalten J. Kellner beschr. d. königr. China (1589) 152 ; Grimmelshausen 3, 418 K.; da…