Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Wühler
Wühler
wühlen Vb. ‘in der Erde bohrend herumgraben, Erde aufwerfen’ (besonders von Tieren), ‘intensiv in etw. herumsuchen, hart arbeiten’, ahd. wuolen (um 1000; vgl. fir-, irwuolen, 8. Jh.), mhd. wüelen, mnd. wōlen, mnl. nl. woelen (westgerm. *wōlijan) steht ablautend (dehnstufig) zu der unter 1wallen (s. d.) dargestellten Wurzel und bedeutet eigentlich ‘um und um wälzen, hin und her rollen’. Seit dem 16. Jh. in übertragenem Sinne ‘intensiv, übermäßig, rastlos tätig sein’ und (davon ausgehend) ‘heimlich, im Verborgenen (gleichsam unterirdisch) jmds. Ruf, Stellung untergraben’, besonders (seit Mitte 19. Jh.) ‘feindselige Stimmung gegen den politischen Gegner erzeugen, ihn im Verborgenen (illegal) bekämpfen’. – Wühler m. ‘wer wühlt’ (17. Jh.), in konservativen Kreisen für den ‘Verfechter demokratischer fortschrittlicher Ideen’ (vor 1848, wohl in der Schweiz entstanden). Wühlmaus f. unterirdische Gänge grabendes, durch Wurzelfraß schädliches Nagetier (18. Jh.).