Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Witwer
Witwer
Witwe f. ‘Frau, deren Ehemann verstorben ist’, ahd. wituwa (8. Jh.), mhd. wit(e)we, witiwe, witib, asächs. widowa, mnd. mnl. wēduwe, wēdewe, nl. weduwe, aengl. widewe, wuduwe, engl. widow, got. widuwō (germ. *widuwōn f.) führen wie aind. vidhávā, lat. vidua, air. fedb, apreuß. widdewū, aslaw. vьdova, russ. vdová (вдова) auf ie. u̯idheu̯ā ‘Witwe’. Sekundär treten dazu maskuline Formen wie griech. ēḯtheos (ἠῒθεος) ‘unverheirateter Jüngling’, lat. viduus ‘beraubt, leer, verwitwet’, russ. vdóvyj (вдовый) ‘verwitwet’. Ob ein Ansatz ie. *u̯eidh-, *u̯idh- ‘trennen’ zugrunde liegt, zusammengesetzt aus ie. *u̯ī̌- ‘auseinander’ (s. wider) und ie. *dhē- ‘setzen, stellen, legen’ (s. tun), ist unsicher. In spätmhd. Zeit wird auch Wittib f., die bair.-öst. Form mit Wandel von w zu b, in die Literatursprache aufgenommen; sie hält sich längere Zeit in der Kanzleisprache und altertümelnd in der Dichtung. – Witwer m. ‘Mann, dessen Frau verstorben ist’, mhd. wit(e)wer, abgeleitet von der fem. Form (s. oben); vgl. ahd. (mit anderer Bildungsweise) wituwo ‘Witwer’ (11. Jh.).