winzig,
adj. herkunft und form. seit dem 14.
jh. bezeugte bildung, die zweifellos aus bedeutungsverwandtem wenig (
mhd. wênec, weinic)
abgeleitet ist; eine befriedigende erklärung des z,
das wohl intensivierenden charakter hat, fehlt bisher; vermutlich liegt eine art mundartlicher neuschöpfung vor, die das steigerungsmittel den verbalen intensivbildungen auf -z(en)
entnehmen und sich formal an die alte doppelung einig-einzig
anlehnen konnte; dialektisches klinzig
neben klein
ist keine parallele, da klinzig
nur verkürztes kleinwinzig (
vgl. teil 5,
sp. 1132)
darstellt; Schmellers
versuch (Schmeller-Fr. 2, 963), winzig
als winsig
zu winsen
wie wenig (weinic)
zu weinen
zu ziehen, scheint verfehlt, weil formen mit s
nicht belegt sind und die bedeutung ausschlieszlich der jüngeren quantitativen verwendung von wenig
entspricht; der übergang von ê (ei)
zu i
unter einflusz des nasals und kürzung vor doppelconsonans erklärt sich ohne schwierigkeiten, da auch wenig
im mhd. früh als winig, wienig, wing
auftritt, vgl. Lexer 3, 761;
neben winzig
steht in älterer sprache gelegentlich noch weinzig,
vgl. weinczig
pauculum (
voc. v. j. 1429) Diefenbach
gl. 417
c, waintzig
erste dtsche bibel 3, 38 (
variante)
Kurr., weintzig Hänichen 7
pred. (1614) 17,
und öfter wentzig (
voc. a. d. 2.
hälfte d. 15.
jhs.) Diefenbach
gl. 225
c, wentzig St. Horius
dialog. (1558) n 3
a, wentzig (
v. j. 1609)
bei Scherz-Oberlin 1986
u. s. w. mundartlich obd. und md. verbreitet, vgl. winzik Lexer
kärnt. 258, in winzi'kloan (
winzigklein) Schöpf
tirol. 319, widerwinzig Unger-Khull 632, wintschə Bacher
Lusern 229, wintsch Tobler
appenzell. 449
a, bintsic Schröer
Gottschee 232, winzig Anton
Oberlausitz 6, 6;
teilweise neben wunzig,
das sich aus wortkreuzung mit synonymem munzig
erklärt, vgl. wẽntsig
und wõntsig Fischer
schwäb. 6, 1, 868, wentsik
und wuntsik Martin-Lienhart 2, 842, winsic
und wunsic Lenz
Handschuhsh. 78; winzig
und wunzig Crecelius
oberhess. 919, Kehrein
Nass. 1, 447, Schmidt
westerwäld. 329, Reinwald
henneb. 1, 196
und 2, 142,
oder nur als wunzig
Coblenzer ma. (1869) 758, wunzi Sartorius
Würzburg 135, wunzig Seiler
Basler ma. 319, Autenrieth
pfälz. 154, Askenasy
Frankf. 194, waunzig (
Bayr. Wald) Schmeller-Fr. 2, 963, wuntsic Meisinger
Rappen. 235, wunzet Loritza
id. vienn. 144;
mundartlich vielfach in steigernden zusammensetzungen wie buder-, wuder-, wurmwinzig Fischer
schwäb. 6, 1, 868, schnea-, luwinzik Lexer
kärnt. 258; widerwinzig Unger-Khull 632, budawinzi Castelli
Österr. 267, wunnewinzig Kehrein
Nass. 1, 447; milben-, mutter-, puderwinzig Sanders 2, 2, 1623, puppenwinzig Sanders
erg. 641;
besonders häufig kleinwinzig,
vgl. teil 5,
sp. 1132
und winzigklein (
s. u.).
umbildungen im suffix sind nicht selten, vgl. winczing
rechtsb. n. distinct. 291
Ortloff, winzicht Geisler
romanzen (1774) 21, Stieler
stammb. (1691) 2429, winzerig, winzering, winzericht, winzern, winzer
in winzeres männlein
ebda, vgl. winzernklein Jecht
Mansfeld. 125
a;
deminutive ableitung ist wintsəlik, wuntsəlik Martin-Lienhart 2, 842, wunzelig Fischer
schwäb. 6, 1, 868, wunzerlich (18.
jh., Straszburg)
nach Scherz-Oberlin 2042; winzerling, winzerlich (18.
jh.)
bei Müller-Fraureuth 2, 670.
bedeutung und gebrauch. winzig
ist zunächst nur verstärktes wenig
und wird in der gleichen allgemein quantitativen verwendungsweise sowohl substantivisch wie adjectivisch gebraucht; nhd. zieht sich winzig
mit dem 17.
jh. in der schriftsprache fast ganz auf adjectivischen gebrauch als bezeichnung der körperlichen oder räumlichen grösze zurück, während wenig
sich zur mengenbezeichnung verengert. 11)
als bezeichnung einer sehr geringen menge oder anzahl, vgl. also wenig, alsus winczig
tantillum (
voc. a. d. anf. d. 15.
jhs.) Diefenbach
gl. 573
a, wynczig
pusillum 474
b. 1@aa)
substantivisch gebraucht '
eine sehr geringe menge'. 1@a@aα)
in älterer sprache oft noch mit partitivem genitiv verwendet; mit unbestimmtem artikel, vgl. ein wenig, winczig
aliquantulum (
voc. d. 15.
jh.) Diefenbach
gl. 23
a: ein winzig paumöls
mag. Bartholomei practica 163
bei Lexer 3, 922; ain winczig schöner gersten
cod. germ. monac. 592
bei Schmeller-Fr. 2, 963; ein wyntzig schlafftruncks
Terentius (1499) 19
a;
auch ohne artikel, vgl. wentzig melbs
farinula Diefenbach
gl. 225
c: was fragstu viel? gleichsam als ob du nicht sähest wie deren so wentzig sind, so sich der weiber enthalten St. Horius
dialog. (1558) n 3
a;
ich het vor den jaren auch des Rauschers arbayt ein wintzig zuosamgeraspelt Joh. Nas
antipapist. eins u. hundert (1567) 2,
vorr. 6
b; und wechset wentzig wines oder kornes do Otto Dimmeringensis
reisbuch (1609) 43
nach Scherz-Oberlin 1986; er hat erleuttert die ding, die vor ze gering waren, und der schrifft, der vor ze winczig (
var. waintzig) was. aber der do vor ze vil ist gewesen und ir itzliche, hat er steckt und durchlochert
erste dtsche bibel 3, 38
Kurr. 1@a@bβ)
zum adj. gebrauch überleitend mit objectsaccusativ verbunden: also soltu die tötter nemen von den ayren und ain wintzig mel darunder
kochbuch in: ztschr. f. dtsch. altert. 9, 372; deshalben das in demselbigen Tesain wintzig traidt wachsen, so müssen sy sich mit fiech erneren zum groszern tail
urk. z. gesch. Maximilians I. 414
Chmel; den du kanst dir selbst ermessen, nachdem wir winzig reuter haben, das wir dieselben mussen zu hauf bringen (
v. j. 1525)
in: akten u. ber. z. kirchenpolit. Georgs von Sachsen 2, 211
Gesz. 1@bb)
in verbindung mit verben wird das substantivierte adj. als adverbiale bestimmung des sehr geringen maszes einer tätigkeit gebraucht, doch bleibt dabei gelegentlich auch die mengenvorstellung bewahrt, vgl. ich hab wintzig geret von wirdikeit dis puochs
erste dtsche bibel 3, 33
Kurr.; (
das pferd hat) übel und wintzig geessen, des hungers nit erwört Leonrodt
hymelwag (1517)
bei Fischer
schwäb. 6, 1, 868;
ähnl. noch im ostmd. winzig essen '
sehr wenig essen' Anton
Oberlaus. 6, 6; haste winzig gegessen, so beisz de wohle zu Rother
schles. sprichw. 404
a. 1@b@aα)
mit unbestimmtem artikel ein winzig: horchet mir ein wintzig vort: der buman von rechte sal ...
Daniel 1814
Hübner; das der essich ein winczig über die prisilig gang
cod. germ. monac. 821
bei Schmeller-Fr. 2, 963; lass ye nit ab, heüt ain wenig, morgen ain wentzig Leonrodt
hymelwag (1517)
bei Fischer
schwäb. 6, 1, 868; das hat
s. Paulus ein wintzig geruret ad Romanos Luther 28, 228
W. 1@b@bβ)
dann auch artikellos verwendet: rutels winczig (
rüttele es ein wenig)
cod. germ. monac. 821
bei Schmeller-Fr. 2, 963; mich wundert aber nicht wintzig, was das regiment drin suche (
v. j. 1527)
in: akten u. briefe z. kirchenpolit. Georgs v. Sachsen 2, 837
Gesz; es hat mich auch nicht wyntzigk darzu beweget das mandat, das konigk Ferdinand hat lassen auszgehen der lutterischen halben
br. v. landgr. Philipp d. groszmütigen an herzog Georg v. Sachsen v. j. 1528
bei Ranke
s. w. (1868) 6, 133; welchen (
wortheiligen) gemelte artznei wentzig nutzet St. Horius
dialog (1558) n 3
b; es sey unmüglich, dasz sich ein mensch keüsch enthalten künn, so wintzig als einem unmüglich das er essens und trinckens entbören möge Joh. Nas
antipap. eins u. hundert (1567) 3, 111
a. 1@cc)
unhäufiger adverbial als maszbegriff in verbindung mit adjectiven und adverbien, vgl. ein winczig schwarz
subniger (
voc. d. 15.
jhs.) Diefenbach
gl. 561
a: ich muesz es ein winzig gewisser erzelen, dann ir von der dritten ungewissen person klafft Joh. Nas
br. v. j. 1573
im archiv f. d. gesch. deutscher sprache (
ed. Wagner) 1, 62. 1@dd)
als adjectiv im ganzen wenig häufig bezeugt und nicht immer scharf von 1 a
β zu trennen, vgl. karckheit, wintzing bruchung, messigkeit, sparung
parcitas Melber v. Gerolzhofen
voc. pred. (1486) 7
b: waz man falsches uff deme hantwerck findet an tuche, an wollen, an czu winzingen gengen (
zu geringer fadenzahl), daz sal man alles uffenbar burnen
rechtsb. nach distinct. 291
Ortloff; und hat dorvon bewert, das das zuogefúget ze wintzig ist gewesen
erste dtsche bibel 7, 139
Kurr.; anders, wohl in gelegentlicher begriffskreuzung von grösze und menge aus 2 a
abgeleitet: diese winzige blatel (
wenige blätter gegenüber ganzen büchern) Abraham a
s. Clara
mercks Wien (1680) 36; bitte, wenn sie können, nur ein paar winzige zeilen, dasz ich nicht länger unruhig sein brauche Levin Schücking
in: A. v. Droste-Hülshoff
br. (1893) 62
Sch. 22)
als adjectiv seit dem 15.
jh. als bezeichnung für eine sehr kleine körperliche oder räumliche ausdehnung bezeugt, vgl. cleyn, luczel, winczig
pauxillus (
voc. v. anf. d. 15.
jhs.) Diefenbach
gl. 418
b;
diese verwendung setzt sich im 17.
jh. schriftsprachlich als die alleinige durch und beherrscht auch den dialektischen gebrauch, vgl. Schmeller-Fr. 2, 963. 2@aa)
von concreten dingen '
sehr klein an gestalt, ausdehnung': 2@a@aα) '
von sehr geringer körperlicher grösze',
vgl. wintzig mensche
pomiculo (
voc. a. d. anf. d. 15.
jhs.) Diefenbach
gl. 446
b;
gern als steigerndes synonymon neben klein: o herre, nun geschicht es offt, das die klainen, wintzigen hündtlin gespeiszt und gesättiget werden Tauler
sermones (1508) 32
b; wie klein oder wintzig aber unser steublein, beinlein oder unser glaszbröcklein sein, dennoch hebt sie unser gott fleiszig auff Mathesius
Sarepta (1578) 206
b; weil denn nu dieses kleine, wintzige thierlein mit solchen wercken umbgehet, sollen wir hausveter uns dasselbige lassen ein beispiel sein G. Edelman
hochzeitpred. (1580) r 5
a; ein zartes, kleines und wintziges mänlein Aeg. Albertinus
zeitkürtzer (1603) 69
b;
absolut: das klaine knäblin stalt er auff die presz und hies esz die winczigen trauben zertretten
dial. Greg. 17
bei Scherz-Oberlin 2042; in den wintzigsten ameyszlein Guarinonius
greuel d. verwüst. (1610) 82; die kinder (
in der Donauquelle) herumwaden und mit leichten strohhalmen die wintzige wellen trutzen Abraham a
s. Clara
etwas f. alle 2 (1711) 414; wintzerliche brüste Le Pansiv
poet. grillen (1729) 125; nun miszt der spötter von der seite der ganzen winzichten person geringe läng und schmale breite und nickt: dein diener, jungfersohn! Geisler
romanzen (1774) 21; und doch ist diese nur als ein winziger zwerg zu betrachten Göthe II 9, 206
W.; das kind sahe fast winzig aus gegen des mannes hohe knochige gestalt Storm
s. w. (1899) 3, 267; a~ wunzig's mandle Lexer
kärnt. 262; hier ist der kunstreiche baumeister nur ein winziges vögelchen (
der zaunkönig) Naumann
naturgesch. d. vögel (1822) 2, 2, 738; keine auch die winzigste pflanze kann auf dem glatten felsen fusz fassen H. Steffens
was ich erlebte (1843) 8, 362; dieser scherz, der uns nur gar winzige körnchen des attischen salzes zu haben scheint Klopstock
s. w. (1823) 12, 206; dann nahm ich ein winziges frühstück A. Stifter
briefw. (1931) 6, 74; das zufällige wesen aber, das dem winzigen reichtum anhaftete, liesz mich seiner nicht froh werden G. Keller
ges. w. 3, 260; wie magst du verhoffen, du werdest das grosze und tiefe geheimnis des dreieinigen gottes ergründen mit deinem winzigen verstande? L. Aurbacher
volksbüchl. 2 (1839) 63;
adverbial: am verstand isch s by däm ... gar wunzigg bstellt
bei Martin-Lienhart 2, 842;
bei der anwendung auf kinder tritt oft die vorstellung des geringen alters hinzu: (
es) ist lesterlich zuo gedencken, das von dem klainen, wintzigen kindlin Jesu seines gelidlin ... so vil uberflussigs abgeschnitten sey J. Strausz
christenl. unterricht (1523) b 2
b; die gröszern brüder ätzen die winzigen geschwister Eschenburg
beispielsamml. (1788) 6, 7; ich weisz noch heute recht gut, wie ich damals als winziges kind einen beinahe bitteren schmerz empfand A. Stifter
s. w. 2, 134
S.; jez wisse's die wunzigste bieble Seiler
Basler ma. 319;
im schwäb. erweitert zur bedeutung '
niedlich' Fischer 6, 1, 868. 2@a@bβ) '
von sehr geringer flächenausdehnung': ein wintzigs eckerlin ist under der stat
Terentius (1499) 120
a; diese alte traurige verlassene reichsstadt an der Lahn am abhange eines hügels mit winzigem gebiete, liegt in rauher berggegend K. J. Weber
Deutschland (1826) 4, 432; eines lächerlich kleinen und niedrigen häuschens, das in einem ebenso winzigen garten gelegen war H. Seidel
Leberecht Hühnchen (1899) 5; mit seiner ganzen langen und breitschultrigen gestalt ... sasz er vor einem winzigen bildchen, an dem er malte G. Keller
ges. w. 2, 138; sie gelangten auf ein winziges freies rund Hans Grimm
volk ohne raum (1926) 1, 67. 2@bb)
auf inconcreta und abstracta angewendet, allgemeiner '
von geringem ausmasz': mit eignem und wintzigem glauben Joh. Mathesius
Sarepta (1571) 181
a; ... wenn von der gottheit man solch einen winzigen begriff sich machen kann Brockes
ird. vergn. (1721) 4, 446; nichts ist widriger, als hundert vorläufer und vorreiter zu einer winzigen lust zu sehen Jean Paul
w. 1, 375
Hempel; bis ein winziger zufall dem willen zu der determination verhilft Justi
Winckelmann 1, 328; das kann wips! ein winzig wort Bürger
w. 287
Bohtz; und von ieden wunzigen wort, das wir wider gott hbn grödt
kalender bei Lexer
kärnt. 260; dieser winzige unterricht (
in militärischen dingen) wäre im zwanzigsten jahre ... die sache eines monats Jul. v. Voss
gesch. m. milit. laufbahn (1808) 250; ich weisz, du hast eine winzge meynung von meinem verstand Chr. Bode
Thomas Jones (1786) 5, 388;
so auch bei mengen- und verhältnisbegriffen: das kleine, das weintzige häuflein Hänichen 7
pred. (1614) 17; wir schwarzen husaren, wir winzige schaar, ... wir sind unsterblich wie keine noch war Hoffmann v. Fallersleben
ges. schr. 4, 332; (
an) unsere thaten mahnt nach einer winzigen zahl winziger jahre nur solch ein starres, farbloses abbild H. Arent
dichtercharaktere (1885) 132;
z. b. eine winzige menge gift genügt; all diese arabische auszenwelt und wirklichkeit (
schrumpft) zu winzigem verhältnisse zusammen gegen die bilder unserer unklar aufgeregten phantasie H. Laube
ges. schr. 5, 269; es ist eben derselbe charakter, ... der in verhältniszmäsziger winziger ausdehnung in den haideländern Westeuropas ... so oft beobachtet und beschrieben worden ist Nehring
tundren u. steppen (1890) 6. 2@cc)
mit besonderer specialisierung vom sichtbaren auf das hörbare übertragen '
sehr gering an lautstärke, ganz leise': mit winzigem gekreisch vermeinst du den zu läugnen, den des donners heroldsruf verkündet? Grabbe
w. 1, 203
Blumenthal; bis der klang ihrer tritte zu winzig wurde für sein scharfes ohr Otto Ludwig
ges. schr. 2, 314; da ist endlich ein kleiner schrei, nur ein winziger, ihm entfahren A. v. Droste-Hülshoff
w. 1, 406
Sch. 2@dd)
mit pejorativer wendung in verächtlichem sinne '
gering, geringfügig',
vgl.das ist eine winzige sache
eine kleinigkeit Anton
Oberlaus. 6, 6;
so schon spätmhd. belegt: wan ir hie ûf erden suochet wollüste vil zuo sô winzigem zil
buch der rügen 384
in: ztschr. f. dtsch. altert. 2, 56; bedächtig setzt er das problematische auseinander und wünscht eine weniger desperate erklärung als jene, die eine erhöhung des mittelmeers zu einem winzigen zwecke für nöthig erachtet Göthe 60, 195
ausg. l. hand; hoch über den winzigen mächten dieser welt waltet sein (
gottes) regiment Besser
bibelstunden (1877) 3, 1142; '
unbedeutend': disz mein wintzigste gesondt- und heylbuochle Guarinonius
greuel d. verwüst. (1610)
dedicatio 2
a; wegen eines rangstreites, den der gesandte eines winzigen gräfleins angezettelt (
hatte) L. Häusser
dtsche gesch. 1, 87; die gewohnheit des wichtigthuns winziger gelehrter Justi
Winckelmann 1, 114; '
nichtssagend, geringwertig': sie ... mahnen, ihre winzige, geist und herz verengende leserei ... weit von sich zu schleudern Schubart
leben u. gesinn. 1, 21; auch in seinen gedichten ist er (
Schubart) überall gegen jedes winzige wesen, gegen Iris und Jacobi Gervinus
gesch. d. dtsch. dichtung4 5, 128; (
unser) litteratorenwesen ... ist nur winziger (
als das Jacobinerwesen)
schr. d. Göthegesellsch. 18, 303; kurz ich möchte rasend werden über die verdammten und winzigen gemüthereyen Caroline
br. 1, 232
Waitz; um ... in schwierige und pomphafte phrasen kleine, winzige gedanken zu verhüllen Schopenhauer
w. 1, 306
Gr.; vgl. wunzig '
schlecht' Stalder 2, 459. 33)
als steigerndes adverb in formelhafter verbindung mit klein
seit dem frühnhd. auftretend: als aber nun die zeit verschinen ware, der schwanger perg gepare vor iderman ain winczig klaine maus H. Sachs
fabeln 3, 204
Götze-Drescher; ich bin selbsten einstmalen gevoppet worden, warum ich mein rothes bärtel so wintzig klein trage?
M. Abele v. Lilienberg
künstl. unordn. (1670) 1, 14; traget ihr kleine hüte, so sind die unserige winzerling klein
der Frantzose, ein schauspiel (1747) 26; ein jeder denkt in seinem dunst, andrer verdienst sei winzig klein Göthe 5, 95
W.; pausbäckige leutchen mit winzig kleinen roten mündchen G. Keller
ges. w. 4, 142; unsri kätzler sind noch wunzig klein Martin-Lienhart 2, 842.