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wieten

nhd. bis Dial. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wieten vb.

Bd. 29, Sp. 1631
wieten, wieden, vb., unkraut mit der hand ausziehen. ein ingwäonisches sw. verb mit der bedeutung 'jäten': as. wiodon, mnd.den; mnl., nnl. wieden; westfries. wjudde, wjûde, wjoede Dijkstra friesch woordenb. 3, 468; ags. wēodian, engl. to weed (vom 15.—19. jh. begegnet gelegentlich auch das st. prät. und part. prät. wed), das von as. wiod, n.; mnl. wiet, f., nnl. wiede, f.; ags. wēod, n., engl. weed 'unkraut' (= ahd. wieta 'filix'?) abgeleitet ist.die herkunft ist unsicher. vgl. die vermutungen bei Doornkaat Koolman ostfries. 3, 522 und Franck-van Wijk etym. woordenb. (1912) 792. — das nd., zufrühest im Heliand (s. unten), bezeugte wort tritt seit dem 16. jh. gelegentlich bei hd. autoren Norddeutschlands (vereinzelt auch auszerhalb Norddeutschlands, s. unten Hohberg) auf, ohne jedoch in der schriftsprache üblich zu werden. nach dem material des deutschen wortatlas war wieten (vielfach mit dem präfix aus-) 1939 mundartl. in ganz Niederdeutschland verbreitet, wobei die südgrenze von westen nach osten etwa nördlich folgender orte verlief: Stadtlohn, Ahaus, Dülmen, Lüdinghausen, Ahlen, Ibbenbüren, Osnabrück, Iburg, Gütersloh, Lemgo, Münder, Alfeld, Hildesheim, Bodenburg, Blankenburg, Egeln, Magdeburg, Stendal, Rathenow, Möckern, Barby, Bitterfeld, Herzberg, Finsterwalde, Triebel, Crossen, Schwerin.der auf as. io zurückgehende vokal der stammsilbe zeigt in den nd. mundarten im allgemeinen die fortsetzungen von mnd. ê4, ausgenommen in Schleswig-Holstein und einem streifen, der sich von der Elbmündung zwischen Stade und Altona südwärts etwa bis zur linie Hannover-Bückeburg zieht, wo daneben wü(d)en, wö(d)en u. ä. gesprochen wird, im norden sicher unter dem einflusz von dithm. jü(d)en 'jäten'. die schriftsprachlichen quellen schreiben entsprechend der md. lautung meist ie, selten i: runcare widen Trochus prompt. (1517) J 6a, oder sie bewahren mit e, ei den nd. lautstand (s. die belege unter weden teil 13, sp. 2833). — der inlautende dental erscheint seit dem 16. jh. in den schriftsprachlichen quellen bald als d, bald als t, vereinzelt als tt (s. unten Tharaeus). mundartl. gilt t neben d heute im brandenburgischen unter obersächs. einflusz. frühen ausfall des d, wie er heute in den mundarten weithin üblich ist, bezeugt: jäten, wieen runcare, sarrire Calvisius thes. (1666) 29. — belege aus nd. quellen: ne uuelleo ik that gi it (das unkraut) uuiodon Heliand 2561 Sievers; item so gaf ik ut 7 s. den vrowen, die den kol wededen (Wismar 1412) quelle bei Schiller-Lübben 5, 645. aus hd. quellen: sein tochter dient jhr ohn beschwern, mit graben, wieten, kreuter graben Rollenhagen froschmeuseler (1595) Ji 1a; (das unkraut im flachs) wird gewittet oder auszgegetet (1609) Tharaeus klage d. lieben fr. Gerste 53 Bolte; runcare wieten nomencl. lat.-germ. (1634) 74; und eben darüm mus der acker ... so lange gewietet werden, bis das rohr grosz und starck genug ist dem unkraude zu wiederstehen O. Dapper, America (1673) 432b; so musz auch das wieden oder jäten dabei ... nicht vergessen werden Schröter hauszverwalter (1712) 178; damit man im jätten oder wieden die mittellinie (des beetes) mit der hand von beyden seiten bequem erreichen möge Hohberg georg. cur. 3, 1 (1715) 363a; die alte ... frau, die aber ihr lebelang in dem garten gewietet, gehackt, gegraben ... hatte A. v. Arnim s. w. (1852) 2, 287; der liebe gott düngt den sand nicht und wiethet nicht den hedderich, wenn man ihn auch noch so sehr bittet Alexis Isegrim (1854) 1, 42; jäten oder wieden Hartig forstl. conv.-lex. (21836) 419. in den nd. mundartwbb. ist das wort durchgehend bezeugt, z. b.: ween oder weeden Strodtmann Osnabr. (1756) 281; weden, weën brem.-nds. wb. 5 (1771) 216; wöden ebda 283; weden, weiden, wöden, wüden Mensing schlesw.-holst. 5, 564; weijen Damköhler Nordharz 225; viidn Teuchert neumärk. 250; wêden Frischbier pr. 2, 459; vereinzelt auch im md.: wieten Bruns prov. Sachsen (ostteil) 275. — dazu: wieteisen, n.: runco weidysen (Augsburg 1512) Diefenbach gl. 504a; weediesen meiszelförmiges gerät zum ausjäten der disteln Mensing schlesw.-holst. 5, 564. —
4143 Zeichen · 118 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wietenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    wieten , wieden , vb. , unkraut mit der hand ausziehen. ein ingwäonisches sw. verb mit der bedeutung ' jäten ' : as. wio…

  2. modern
    Dialekt
    wiᵉtenV.

    Westfälisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    wiᵉten V. [allg.] 1.1. durch eigene Erfahrung oder Mitteilung von außen Kenntnis von etwas, jmdm. haben. Dai wäit alles …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wieten

3 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von wieten 2 Komponenten

wie+ten

wieten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wieten‑ als Erstglied (2 von 2)

Wiᵉtenskop

WWB

wieten·skop

Wiᵉtenskop f. [verstr.] Wissenschaft. — Sprichw.: All Ding hät sīne Wïed’nschop alles will gelernt sein, auch das einfachste Handwerk ( Bek …

wiᵉtentlik

WWB

wiᵉtentlik Adj. wissentlich, mit Wissen; absichtlich. Hai hiät ’at wītentlik dōn ( Isl Is).

Ableitungen von wieten (1 von 1)

Gewiᵉten

WWB

Ge-wiᵉten n. [verstr.] Gewissen; sittliches Bewusstsein, innere Stimme, Verantwortungsbewusstsein. Eän plōaget ’t slechte Gewïeten ( Dor Wl …

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APA
Cotta, M. (2026). „wieten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wieten/dwb?formid=W20737
MLA
Cotta, Marcel. „wieten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wieten/dwb?formid=W20737. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „wieten". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wieten/dwb?formid=W20737.
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