widerpart(e),
m., f., n. ,
gegenpartei, -teil; gegner; feindschaft. vgl. unten widerpartei,
das jüngere gegenpart
teil 4, 1, 2,
sp. 2248
und gegenteil
ebda 2271.
mhd. widerpart,
mnd. wedderpart(e),
mnl. wederpart Verwijs- Verdam 9, 1948;
aus dem mnd. ins dän. und schwed. entlehnt: vederpart,
s. ordb. over d. danske sprog 26, 760.
das seit der 2.
hälfte des 13.
jhs. bezeugte wort ist hybride zs. von wider '
gegen'
und dem aus dem frz. entlehnten parte '
abteilung, partei',
s. Suolahti
d. frz. einflusz (1929) 177
und 305.
neben der kollektiven bedeutung '
gegenpartei'
steht schon in einigen der frühesten belege die verwendung für den einzelnen gegner (
s. unten 2),
eindeutig: jüng. Titurel 2206, 1
Hahn, Lohengrin 1614
Rückert, passional 166
a Köpke; als plur. widerparten
buch d. Maccabäer 6891
Helm. häufig ist jedoch der sing. f. '
gegnerische partei'
vom plur. m. '
feinde'
nicht zu scheiden. die unsicherheit im genus ist bedingt durch die verschiedenen verwendungen des wortes und wohl auch durch einwirkung der synonyma gegenseite, gegenteil. widerpart
ist vorwiegend fem. in der bedeutung '
gegnerische gruppe',
mask. als bezeichnung für den einzelnen gegner und häufig neutr. in abstrakter verwendung. lexikalisch seit dem 15.
jh. vereinzelt, regelmäszig seit dem 16.
jh.: wederpart
adversarius; wederpart houden
opponere; tegen die wederpart to halden
distinere; wederpart wesen
attaminare v.
d. Schueren
teuthonista 488
b Verdam; aduersarius ein wederpart
gemma gemm. (
Magdeburg 1495) b 2
a;
diuersa pars die widerpart Frisius
dict. (1556) 435
a; widerpart (die)
widersächer in eim grichtshandel, aduersarius, diuersa pars uel aduersa Maaler
teutsch spr. (1561) 496
b; widerparth, widersacher
partie aduersaire Hulsius-Ravellus
t.-frz.-it. (1616) 410
b; gegenpart, widerpart
pars adversa, antagonista, adversarius Stieler
stammb. (1691) 1412; widerpart,
m. parte auversa, contraria, auversario (
adversario) Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1342
b.
fast durchweg ist das wort (
bes. in der wendung widerpart halten)
in die maa. eingedrungen, s. Fischer schwäb. 6, 787;
schweiz. id. 4, 1618; widerprt leist'n
widerreden Hügel
Wien 189
a; widderbart holte
widersprechen Askenasy
Frankfurt 214; widerpart,
m., widerrede, widerspruch Ruckert
unterfränk. ma. 196; 'des wirrerward hâłn,
gleichbedeutend mit wirrerbard
streitend entgegenreden' Crecelius
oberhess. 912; wi
erpart
m. gegner Bauer-Collitz
Waldeck 113
a; der widerpart
gegner Schmitz
Eifel 1, 233
a; widerpart
widerstand (
leisten?) Müller-Fraureuth
obersächs. 2, 663
a; wedderpart
idem quod tägenpart Stürenburg
ostfries. 327
a; wëderpârt hûil'e
opposition machen Jensen
nordfries. 683; weddərpārt,
n. widersacher Schmidt-Petersen
nordfries. 160
b; wedderpart holen '
widerstand leisten, gegenströmig sein'; he (dat) is mi en wedderpart '
unsympathisch, widerwärtig' Mensing
schlesw.-holst. 5, 563; wedderpart
gegenpartei, feind Mi
Mecklenburg 105
b. 11)
im anschlusz an part(e) 2
teil 7,
sp. 1466
bezeichnet widerpart (
f., vereinzelt m.)
eine gegnerische, feindliche gruppe von personen. 1@aa)
die gegenseite im kampf, das feindliche heer: sî muosen werden sigelô
s. ir widerparte was sô grôz daz ir kraft wênic iht vervienc
Reinfrid v. Braunschweig 25 104
Bartsch; es ist aber desz Sventopelci tod den unserenn nicht ein kleine fürderung zuo dem sig gewesenn, wellicher auch der widerparth jr hertz hingenommen Pantaleon
mitnächtische völkeren hist. (1562) 1, 139; also ward die statt ingenommen, die widerpart floch ein teil zun thoren hinuss Tschudi
chron. Helvet. (1734) 1, 162; für die grOesse des geistes war die erste gelegenheit sich zu weisen, auf einem zuge gegen die feinde ..., in einem treffen gegen den widerpart Abbt
verm. w. (1768) 1, 28. 1@bb)
gegenpartei in einem rechtshandel: Ferber ... wolte zur ehe ... eines alten vnd reichen rahtmans (
Pillemans) einige tochter, gab fr, sie hette es jhm ... gelobet ... Ferber zog gen Rom, brachte seine widerpart Pillemans in bann vnd zum thor hinaus Hennenberger
erclerung d. pr. landtaffel (1595) 89; (
ich) habe zwar eine starke widerpart gehabt, da denn die sachen einen ganzen tag disputiret sind worden, und hat der von Zettritz 4 doctores bei sich gehabt Schweinichen
denkwürd. 478
Öst. 1@cc)
in meinungsstreit und politischer auseinandersetzung: sunderlich wann sie ... (
zu des papstes) widerparth sich verbunden hant (1409)
Frankf. reichscorresp. 1, 141
Janssen; wann ewere (
der päpstlichen herren) widerpart nicht mehr noch weiters reden mst, dann ir inen zuolassen wrdent, hettent ir ein gewnschte sach. aber nun stehets darauff, das eine part die andere will zuo ketzern machen, und solchs alles beweisen (1544) Sleidanus
reden 111
Böhmer; einige von der widerpart finden darin heimliches gift J. v. Müller
s. w. (1810) 5, 82. 22)
im unterschied zu 1,
jedoch infolge fehlender pluralendungen nicht immer davon zu trennen, der einzelne gegner, feind. das fem. wird beim übergang vom kollektivum zur bezeichnung eines einzelnen durch das maskulinum verdrängt. 2@aa)
feind, gegner in kampf und politischer auseinandersetzung: Friderîch der wânte manegen man im ze dienste gewissen unde bereiten hân, der sich von disen maeren nû verwandelt und ouch sîn widerparte wart: doch sô brâht er mit im manegen ûf die vart
Lohengrin 1614
Rückert; aber irre widerparten die sich kegen en hie scharten, der riten was unmazen vil, wand en niht ist gesetzet zil
buch d. Maccabäer 6891
Helm; der von Braunschweigk hatte in der lunen burgischen heyde drey man, da der widerpart kaum einen hatte (1542)
bei Luther
tischr. 5, 133
W.; Savanorela sahe wol, wie die verjagten Mediceer von Florentz, so steiff vber dem babst hielten, derhalben schlug er sich zu jhren widerpart Rätel
Curaei chron. (1607) 221.
im (
ritterlichen)
zweikampf: wann du gegen deinem feind anlauffest ... unnd ein jeder seines widerparten pferd in der lincken brust suchet Wallhausen
kriegskunst zu pferdt (1616) 10; Titus Manlius Torqvatus hat von seinem obsieg wenig ehre, weil sein widerpart eine verkleidete ungewaffnete weibsperson ist Lohenstein
Arminius (1689) 2,
anm. 6
a; er (
oberst v. Bredow, der wegen eines duells verabschiedet wurde) dürffte dennoch seine satisfaction an seinem wiederpart suchen (1714)
Berliner geschrieb. zeitungen 6
Friedl. 2@bb)
häufig für den gegner in einem rechtshandel: sein widerpart ward es gewar, das sein widerteil dem richter geschenckt hat, da schenckt er im zwei pferd für die wagen Pauli
schimpf u. ernst 91
lit. ver.; in dem tratt für mein widerbart (
vor gericht) Hans Sachs 7, 249
lit. ver.; darauf dann Troll sich recht gegen seinen widerparth berstellete und zu demselben also sprach ... mein freund, du bist klAeger, so must du auch dem ersten litem contestiren Happel
akad. roman (1690) 117; ich kenn' ihn wohl. er ist mein widerpart, der um ein altes erbstück mit mir rechtet. — herr Reding, wir sind feinde vor gericht, hier sind wir einig Schiller 14, 321
G. 2@cc)
im religiösen, politischen und wissenschaftlichen meinungsstreit: Ignacius der bischof ist mit grozer hochvart gegen uns gar ein widerpart mit sime gelouben, den er hat
passional 166
a Köpke; aus solchem bekentnis und zeugnis unsers widderparts haben wir, das wir nicht ketzer sein können, weil wir die schrift haben, gleuben und bekennen (1545) Luther 54, 288
W.; er ist ein tapfferer soldat in disputiren, doch ist er so gnAedig darbey, ... und so barmhertzig, dasz er offtmahls seinen widerpart aus discretion gewinnen lässet Weise
polit. redner (1677) 68; diese (
meine) ausführungen (
über die vereinsgesetze der arbeiterbildungsvereine) riefen meinen Leipziger widerpart Bitter auf die tribüne Bebel
aus m. leben (1946) 1, 83. 2@dd)
allgemein '
persönlicher feind, widersacher': wie offt lobt eyn freund dem andern, das eyn offentlich laster ist ... aber seynem feynd und widerpart thut er das widerspiel (1522) Luther 10, 1, 2, 179
W.; die feindschafft ist bey vielen leuten so grosz, dasz, wenn sie über ihren widerpart gleich solten hinweg fallen, sie doch, wie stumme hunde, da liegen Schuster
christerbaul. sendschreiben (1742) 454; musz jeder, der nur reines herzens ist, wär's auch mein widerpart, es nicht bekennen?
Z. Werner
Luther (1807) 225.
in religiöser vorstellung: lasz unsz jungfraw, dan nit verderben noch fallen in die hende unser widerpart, durch den herben und pitern dot deines kindes lasz unsz genad dort finden Folz
meisterlieder 13, 144
Mayer. 2@ee)
in selten bezeugten verwendungen mit z. t. stärkerer betonung der partnerschaft und abschwächung des begriffes der feindlichkeit. gegner in der wette: (
er) sprach zuo synem widerpart: leg usz vor menglichem unser gewett, das wir mit ainander gethon haben (
inquit federario, ut in publico federa exponeret) Steinhöwel
Äsop 59
lit. ver. im spiel: wir spiel'n, erst um die zech', aber ich hab' mein' widerpart gleich d'erkannt Anzengruber
ges. w. (1890) 4, 105. '
gegenspieler': und so wären wir wieder glücklich bei herrn Publikus als widerpart des künstlers Schlosser
präludien (1927) 235. '
widersacher': als habe der himmel durch intervention der dame in Lourdes zuviel des guten getan, scheint der höllische widerpart den begreiflichen wunsch zu empfinden, nun auch ein wenig zur geltung kommen zu dürfen Werfel
Bernadette (1948) 268.
ohne feindlichen nebensinn: vgl. Stürenburg
s. v. tägenpart (wedderpart
s. 327
a idem quod tägenpart): '
der eng verbundene genosse, z. b. das zweite thier eines gespannes, der zwillingsbruder, ehegatte etc.'
ostfries. 275
a. '
liebespartner': ist es möglich! stern der sterne. drück ich wieder dich ans herz! ... ja du bist es! meiner freuden süszer, lieber widerpart Göthe I 6, 188
W. 33)
im bereich des sachlichen, nichtpersönlichen. 3@aa)
noch mit der vorstellung '
feindlich gerichtet gegen',
eine sache ist der feind, das gegensätzliche prinzip einer andern: die geiticheit ist ain widerpart gen der milte nach dem wart, als Tulius spricht in seiner sum Vintler
pluemen d. tugent 2120
Zingerle u. ö.; jeglichs ding sein sondere widerpart hat, darvor es sich scheucht und fleucht, als das liecht hat zu solcher widerpart die finsternis, das sss das saur
bei Fischer
schwäb. 6, 787; wann es (
das feuer) sein widerpart entpfint, das ist wasser, so würt es von im gesterckt vnd brint dester geher Keisersberg
brösamlin (1517) 2, 33
b. 3@bb)
gegenüber a
nur noch das (
meist extreme)
gegenteil einer sache: wenn er (
Dyonisi) aim versagen wolt etwas umb ain clain ding, darumb er gepeten wart, so het er geleich die widerpart, die da Alexander an im het Vintler
pluemen d. tugent 2083
Zingerle; muosz er des(s)elben geliebten dings emperen vnd dafür das widerpart haben, alszdenn ist er in layd vnd smertz Berthold v. Chiemsee
theologey 330
Reithm. u. ö.; daraus wir sehen, wie sich die narren, die yhren tandt draus wollen grunden, eben auff das widderpart setzen und auff eyn sand grunden Luther 12, 552
W.; das böse wetter von Zollern hatte eine frau, die der widerpart von ihm und so mild und freundlich war wie ein maitag W. Hauff
s. w. (1890) 4, 200; unser jahrhundert (
ist) überall in seinen sympathien und antipathien der widerpart des vorigen Justi
Winckelmann (1866) 1, 373; dasz sie (
die protest. kirchenbaukunst) immer dem klassizismus, also dem widerpart des irrationellen barocks zuneigte Dehio
gesch. d. dt. kunst 3 (1926) 278. 44)
von den bedeutungen '
feind' (2 a)
und '
gegenseite im kampf' (1 a)
gehen aus 4@aa)
spätmhd. in selten bezeugten verwendungen '
gegensatz, gegnerschaft, widerstreit',
öfter bei Folz: wie wol das drey persan in got sint und ist not, solten sie dreyerley willes, weses, art und substancz nach den persanen sein geteillt, so wer do ewig widerpart: eine mecht wunt, die ander heillt
meisterlieder 29, 26
Mayer; zwai wirtlütt mit veraintem sin, die nicht hetten zwischen in kain irrung, krieg und widerpart Heinrich Kaufringer
ged. 101
lit. ver. streit, kampf der tageszeiten: den sturm erhort ain freulin zart, ... si sprach: ich hör die widerpart, der tag die nacht mit schein bekart Oswald v. Wolkenstein 6, 19
Schatz. 4@bb) '
rebellion',
vorwiegend schwäb.-alem. belege, nur frühnhd.: das (
streben nach besitz) schafft gittikait und hoffart, das dovon kompt grosz widerpart und land und lüt verderben, fründ umb fründ ersterbent
des teufels netz 7425
lit. ver.; als nun ain rath sach und erkannt das grosz murmeln und widerpart under dem volk, das was ainem erbern rat laid (1466)
städtechron. 5, 52; also satzten sich die Behem und ward die romor und die widerpart ie lenger ie grösser
ebda 88; (
Nürnberg) wer ein stark wer ... wider alle aufleuf, umbschlagen oder widerparten, die sich entheben möchten in Thuringen (1488)
ebda 3, 45. 4@cc) '
widerwärtigkeit, ungemach': o wê der widerparte, o wê dem armen senden! ez lît drîfaldig harte svem ungelücke solchen lust kan wenden Hadamar v. Laber
jagd 149
Schmeller; denn je die thier in ihrer art mehr gnüg' und minder widerpart haben in dem, was gott beschert, wo 's ihnen nur der mensch nicht wehrt (
nach Andreä)
bei Herder 15, 236
S.; ich hielt mir immer vor, dasz den gröszten widerpart im leben die menschen sich selber machen, weil sie satzungen und einrichtungen halten, die sich der menschlichen entwicklung fortwährend streitlustig entgegenstellen Rosegger
schr. (1895) I 5, 245.
archaisierend: do ich viel widerpart und schmach erfahrn Kolbenheyer
Paracelsus (1926) 3, 366. 4@dd)
in neuerer zeit entwickelt sich (
vielleicht verkürzt aus widerpart halten)
die bedeutung '
widerrede, widerstand'; '
mod. unberufene, widersprechende gegenrede' Fischer
schwäb. 6, 787; widerpart,
m., widerrede, widerspruch Ruckert
unterfränk. 196: dass sie, ohn allen widerpart, das g'sänglein: leider Eberhard, nach unserm sinn gesungen Ditfurth
volksl. d. bayer. heeres (1871) 24; auf's widerpart richtest du dich ein! na, das kunnt' ein hubsches zweigespann geben. geh', du hast mich nicht lieb! Rosegger
schr. (1895) II 9, 365. 55)
in verbindung mit halten
wird widerpart
stehende wendung, die seit dem 15.
jh. durchgehend bezeugt ist und in neuester zeit den geläufigsten gebrauch des wortes darstellt. eigentlich '
die gegenseite (
aufrecht)
halten'.
vereinzelt widerpart tun: 'wenn ih deam u
nfug koa
n widerpart thua
n entgegentreten' Fischer
schwäb. 6, 787;
vgl. das im 16.
jh. belegte stand tun
gegenüber stand halten
seit dem 17.
jh., s. teil 10, 2, 1,
sp. 685.
mundartl. gelegentlich auch widerpart leisten Hügel
Wien 189
a.
unsicherheit im genus zeigt sich auch hier. während die wendung zunächst ohne artikel gebraucht wird, finden sich im 16./17.
jh. belege für das fem. und neutr.: man helt ettwan die widerpart (1604) Fischer
schwäb. 6, 787; Hans Widerporst is jgelischer art, helt jederman das widerpart Lehmann
floril. polit. (1662) 2, 910.
vereinzelt steht der unbest. art.: über solche antwort hielt Lucas Geizkofler seinem wirt ... eine starke widerpart Geizkofler
selbstbiogr. 36
Wolf. auffallend ist der gebrauch im 19.
jh. Ranke
verwendet den fem. art.: noch einmal nahmen die churfürsten es auf sich, ihm die widerpart zu halten
s. w. (1867) 1, 98;
ähnlich 37, 102; 40, 109; Riehl
hat fem.: gesch. v. Eisele u. Beisele (1848) 35
neben mask.: naturgesch. (1851) 2, 286; Gutzkow
ges. w. (1872) 7, 306
und Scherer
litteraturgesch. 7196
gebrauchen das mask. meist steht widerpart halten
mit dat. d. person (
wohl nur vereinzelt mit gen.: Flacius, der ... Melanchthons widerpart gehalten hatte Ranke
s. w. 7 [1868] 56);
gelegentlich mit etwas widerpart halten '
in feindschaft leben mit': Christus aber helt mit der welt widerpart vnd bleibt ewig jr widerfuog S. Franck
sprüchw. (1541) 2, 210
b.
widerstand leisten; aufsässig, gegensätzlicher meinung sein, es mit jm. aufnehmen; gegen etwas streiten. 5@aa)
sich bewaffnet zur wehr setzen, widerstehen: yr dreiszig in dem scharmitzel, ... sy hieltent widerbarde und nieme auf der farte zugent sy haim zuo haus (1519)
hist. volkslieder 3, 260
Liliencron; welchen dann ... etlich kriegszvolck im wiederstandt durch scharmtzel begegnen vnd widerpart halten Fronsperger
kriegsb. (1578) 1, H 6
a; es ist ein braver mann, aber unschlüssig. er (
Grimoni) hätte den Türken besser widerpart halten sollen (1832) Platen
w. 2, 418
Hempel; mit wort und tat feuerte Ekkehard die genossen an, widerpart zu halten J.
V. v. Scheffel
ges. w. (1907) 2, 20. 5@bb)
in zank und (
bes. ehe-)
streit (
häufig bei Hans Sachs): wie es uns mit in (
bösen weibern) ging, wer vil und lank von zu schreiben, was unfuhr si triben mit worten und werken. aber wir hilten in starken widerpart, lissen uns dennoch als gar nit erschrecken, wan wir hofften hilf (1525)
chron. d. st. Bamberg 2, 187
Chroust; wo sie (
dein weib) dir noch helt widerpart, so magstus straffen mit der zeyt Hans Sachs 9, 119
lit. ver.; ein trotzig weib zu aller fahrt, ihren mann für schleg helt widerpart Petri
d. Teutschen weiszh. (1605) Y 6
b; ob sie gleich immer streng und mürrisch blieb, alles tadelte und besser wissen wollte, so hielt ihr doch das dienstmädchen nie widerpart Musäus
volksmärchen d. Deutschen 4, 49
Hempel. 5@cc)
im bereich religiöser, geistiger und gesellschaftlicher auseinandersetzung: dogegen (
gegen die äuszerungen herzog Georgs v. Sachsen über Luther) ich seinen fl. g. widerpart hilde, szo vill in meinem vorstehen was (1522) Planitz
berichte 60
Wülcker; als ich des printzen starcke einbildung merckte, erkandte ich meinen fehler, dass man solchen herren nicht allzu sehr widerpart halten soll Ziegler
asiat. Banise (1689) 183; er ergreift jede gelegenheit, übels gegen mich vom grafen zu reden: ich halte, wie natürlich, widerpart, und dadurch wird die sache nur schlimmer Göthe I 19, 92
W.; unser herrgott hält ihm (
dem teufel) widerpart L. v. François
Reckenburgerin (1871) 1, 30; dem adel und seinen ideen den widerpart zu halten war dieser dritte stand noch nicht fähig Marcks
Wilhelm I. 318.
mit unpersönl. subjekt: aber die sündige natur, fleisch unde blut nach böser art dem geist helt alzeit widerpart Hans Sachs 1, 355
lit. ver.; 3, 337
u. ö. häufig im sinne '
sich als ebenbürtig erweisen': gelehrte Juden nehmt wie andere gelehrte auf und stoszt euch an etwaiger arroganz dann nur, wenn ihr die kenntnisse besitzt, ihnen widerpart zu halten Gutzkow
ges. w. (1872) 5, 235; die damen des hofes bemerkten mit vergnügen, dasz er dem cardinal von Lothringen in scherz und ernst die widerpart zu halten wuszte Ranke
s. w. (1867) 8, 166; in der musik konnte ich ihr nicht widerpart halten, denn wir bedauernswerten Buddenbrooks wissen allzu wenig davon Th. Mann
Buddenbrooks (1901) 1, 365.