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Westrich

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PfWB
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Westrich n. m.

Bd. 6, Sp. 1279
Westrich n. m.: 1. Bez. für eine (nicht genau abzugrenzende) Landschaft aus Westpfalz und einem kleinen Teil des anschließenden Saargebietes, Weschtrich (wešdriχ, węšdriχ) [verbr., Schandein Ged. 252], Wešterich [Schandein Ged. 252]; s. Abb. 113; vgl. Pfalz, Vorder-, Westpfalz; Zs.: Donner-, Kleinwestrich. »Die linke Seite dieses Zuges (d. h. der Vogesen), ein vielverzweigtes, waldiges Berg- und Hügelland, heißt gemeinhin — das Westrich. ... Der Vorderpfälzer sagt: »hinten im Westrich«. ... Den Umfang des Westrichs genau zu bestimmen, ist ungeachtet manches dankenswerthen Versuches eine fast vergebliche Arbeit. Die Gränzen sind so ungemein dehnbar, der Westricher weiß sie selber nicht recht und schiebt sein verschrieenes »Wîschtreich« immer weiter von sich weg. Der Vorderpfälzer, darum befragt, kennt das Westrich ohnehin nur als »die alte Welt«, — als das weite, wüste, gottverlassene Land, wo die Welt mit Bretern zugenagelt ist, wo sich Hasen und Füchse auf ewig gute Nacht sagen. Aber auch die Gelehrten sind sich noch nicht einig« [Schandein Bav. IV,2 221]. O aremer W.! [KL-Reichb]. D'r W. is e buckelich Gechend [KU-Föckbg]. Meiⁿ W. der soll lewe! [Kühn Schnitze I 48]. »Ja, W.!« lacht eener, »wer das kennt, / Dort werd der Wein aus Grumbeere gebrennt! / Un Grumbeere esse se schpot un früh, / Do werd m'r dick, m'r weeß net wie; / Ja, Grumbeere un so Schweineschpeck! / O glückliche Weschtricher Grumbeeresäck! / 's isch schad, - daß ich keen Weschtricher bin!« [Claus 120]. In Vorderpalz un W. hinne / is nix wie Glick un Stolz zu finne [Münch Werke II 254]. Do is de Adam stunnelang / mit seiner Fraa spaziere gang, / Zum greeschte Deel im Weschtrich als, / Nor sunndags in der Vorderpalz [Münch Werke I 27]. Im Weschtrich, so bei Kusel hinne, / Do kann kee Mensch kee Schnooke finne [Münch Werke I 74]. Duh ich wache, duh ich träme, / Hann ich 's W. vor em Ah [Schandein Ged. 27]. Unn wer maant, met 'm W. weer net veel de meer [Christmann Grummet 25]. So haw ich Eeⁿ'n recht gut gekennt, / Es war im W. hinne, / Der war so grob wie Bohnestroh [Ney 130]. Necknamen für das W.: Im Wehstrich? In der bucklich Welt [Schandein Ged. 110]. Volksmed.: (Brauchspruch) Es gingen drei gottselig Jungfere in W.; brech die Blater, wo sie ist: auf der Zung oder unter der Lung oder wo sie ist zwischen Fell und Fleisch [Pirmas]. a. 1490: Item 1 wisse an der Stegenbrucken gef. der Herrschaft von Stauff naher westrich vnd der straß naher eyn zuo [SLgb. Kloster KB-Rams Bl. 20v]. a. 1577: Im Elsaß ... ist Weyssen, Speltz vnd Rocken gemeyn, im Westerich der Dinckel vnd Habern [Bock Kreutterbuch 237r]. a. 1587: von Reichenbach im westerich [GGA A. 56 (NW-Weish/B)]. — 2. FlN, amtl. Westrich [KU-Lohnw PS-Heltbg W'fischb]. a. 1330: II morge(n) vf dem cleyn westriche [Lam 1 109v (NW-Deidh)]. — Mhd. wësterrîche 'das Reich im Westen' ( Lexer III 03). — Weiterführend: Riehl 42 ff.; Becker Pf. u. Pf. 401 ff.; Schandein Bav. IV,2 221 ff.; Schandein: Westrich und Weinpfalz. Fastnachtsspiel. Kaiserslautern 1858; Becker Vk. 25/26; E. Christmann: Das Westrich. In: PfH 2/1954 43-47; R. Dick: Nicht an die Grenzen der Staaten gebunden. In: Die Rheinpfalz Nr. 26 vom 31. 1. 1989; DWb. XIV, I,2 651. — Els. II 226 Westerich.
3255 Zeichen · 93 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    westrichn.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    westrich , Wester(r)ich, West(er)reich , n. ( jung auch m. ), heute landschaft in der Rheinpfalz um Zweibrücken, früher …

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Westrich

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Westrich , Landschaft im bayr. Regbez. Pfalz, der Übergang vom Hardtgebirge zum Steinkohlengebirge von Saarbrücken und z…

  3. modern
    Dialekt
    Westrichn. m.

    Pfälzisches Wb.

    Westrich n. m. : 1. Bez. für eine (nicht genau abzugrenzende) Landschaft aus Westpfalz und einem kleinen Teil des anschl…

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Zerlegung von westrich 2 Komponenten

west+rich

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westrich‑ als Erstglied (2 von 2)

Westricher

DWB

west·richer

Westricher , Westerreicher, m., einwohner des Westrich: Westerreycher, Metzer Mediomatrices Maaler teutsch spraach (1561) 490 ; ( das Elsasz…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „westrich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/westrich/pfwb?formid=W02287
MLA
Cotta, Marcel. „westrich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/westrich/pfwb?formid=W02287. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „westrich". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/westrich/pfwb?formid=W02287.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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