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weintraube

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weintraube f.

Bd. 28, Sp. 998
weintraube, f. , mhd. und frühnhd. vorwiegend m., s. auch unter traube th. 11, 1, 1, 1286. mhd. wîntrûbe mhd. wb. 3, 118b, Lexer 3, 919, mnd. wîndrûf, mndl. wijndruve, mschwed. vindruva (a. d. niederdtschen). in den modernen nd. und md. maa. geläufig; ebenso im schwäb.-alem., vgl. Fischer 6, 1, 630; den bairischen maa. scheint das wort zu fehlen, dafür dort traube, weinper, weimmer u. a. bedeutung und gebrauch. der bedeutung nach stimmt weintraube mit traube, soweit dieses die frucht des weinstocks meint, überein. hinsichtlich der verwendung lassen sich unterschiede zwischen beiden wörtern schwer feststellen. im ganzen ist traube reichlicher belegt, und wird besonders in der dichtung, im bildlichen und übertragenen gebrauch vorgezogen. 11) die frucht des weinstocks (= uva, botrus), vgl. windrubo botrus (12. jahrh.) ahd. gl. 3, 329, 56; wintrubo botrus (13. jahrh.) 3, 295, 14; windrube (md. 15. jahrh.), weintraube (obd. 15. jahrh.) botrus Diefenbach gl. 79a; eyn drocken winedruben (md. 15. jahrh.) passacua ebda 415a; weintraube uva, botrus Zehner nomencl. (1645) 192. 1@aa) meist den fruchtstand des weinstocks, das beerenbüschel meinend, im allgemeinen auch da, wo die vorstellung nicht besonders ausgeprägt ist; gelegentlich wird weintraube aber auch ausdrücklich von der einzelnen beere unterschieden; vgl. ein wyntrub ... est totum cum racemis et acinis gemma gemmarum (1508) E 5b; weintraube ... sie besteht aus vielen beeren allg. haushaltlex. (1749) 3, 705: diu rebe was dô rîfe, dâ wir den wîntrûben abe schuln chlûben priester Wernher Maria 3793 Wesle; und nâmen och ainen wîntruben mit den wînberen und der waz also grôz daz in zwen an ainer stange muosen tragen dtsche pred. d. 13. jahrh. 2, 58 Grieshaber (nach 4. Mose 13, 24); der kunig in dem trawmbt sach: er hiet ein weintraub in der handt, die warff er auf die erd zu handt Seifrit Alexander 1729 Gereke; das man an s. Sixti tag den weintrauben segnet Mathesius hochzeitpred. (1584) 145a; zuletzt trug man für ein weintrauben, davon solt auch der juncker klauben, Rollenhagen froschmeuseler (1595) G 1a; (man wird finden) dasz solches dürre holtz nicht allein völlig grüne, sondern noch ein schöne weintrauben daran hange Abraham a s. Clara etw. f. alle (1699) 641; so bitte ich einmal um ein paar dutzend beste birnen und weintrauben Lichtenberg briefe 3, 97 Leitzm.; der gärtner hat schon weintrauben und reines claudes abgeliefert Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 4, 192. 1@bb) seltener die einzelne beere meinend; die abgrenzung gegen a ist nicht immer sicher: aber so er (der efeu) fruht tregt, daz sint swarz trauben, sam die weintrauben sint Konrad v. Megenberg buch d. natur 321 Pf.; Sophocles verschlange ein korn von einem weintrauben Lehmann flor. polit. (1662) 3, 65; der saft der weintraube, durch die äuszere schale vor der berührung mit der luft geschützt ... J. Liebig chem. briefe (1876) 6, 412. 22) gelegentlich steht weintraube in einer art übertragung als artbegriff für das ganze gewächs: so wuchsen alle gewechsz ein weg wie den andern ... der weintraub blieb wie ein schlehen Paracelsus opera (1616) 2, 156c Huser; Tiburs gesunde ... mit den trefflichsten weintrauben bereitete hügel Hirschfeld theorie d. gartenkunst (1779) 1, 14. für andere arten als den edlen wein: wintrub die man nit buwet labrusca Diefenbach gl. 314b; wilde weintraube labrusca Castelli (1709) 1581b. wyndrube (15. jahrh. md.), weintrawb (15. jahrh. obd.) dactylus Diefenbach gl. 165a; winrebe vel -drube (15. jahrh. md.) rubiliana ebda 502a. 33) von den mit weintraube verbundenen adjektiven sind (un)zeitig und (un)reif am häufigsten: es war eben im hornung, als ich ... schöne zeittige weintrauben antraffe Stranitzky lustige reyszbeschr. (1726) 9 Werner; man soll ausz den unzeitigen weintrauben ein halbe masz most pressen Seutter hippiatria (1599) 34; reiffe weintrauben uva matura, edulis Corvinus fons lat. (1623) 938; seine (des wunderbaumes) frücht waren feige und unreiffe weintrauben Gabr. Rollenhagen indian. reisen (1603) 145; besondere arten meinend grosze, trockene, gedörrte weintrauben: ein groszer wyntrube brumasta gemma gemmarum (1510) c 7b; eyn drocken winedruben (md. 15. jahrh.) passacua Diefenbach gl. 415a; alle freitage ... essen (sie) etwas brod mit gedörrten weintrauben J. v. Müller s. w. (1810) 2, 277; dickheutige, hartheunsch weintrauben uvae duracinae Corvinus fons lat. (1623) 938. wegen des im gegensatz zu traube geringeren vorkommens in dichterischer sprache sind die eigentlich schmückenden beiwörter selten: gestern früh, ... gingen wir in die stadt, wo ich ... eine grosze menge schöner weintrauben verzehrte Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 108. 44) bilder und vergleiche, meist biblischer herkunft; in geringerer zahl und weniger fest als bei traube (s. d. unter h): von den guten werken des menschen, im anschlusz an Lukas 6, 44: wan sy sament nit die feigen von den dornen: noch enlesent die weintruben von dem busch erste dt. bibel 1, 226 Kurr.; davon das evangelyum saitt: das distel selten veigen traitt! so sicht man die weintrauben selten von dornen clauben liederbuch d. Hätzlerin 114; quod dorn keine feigen tregt und distel weindrauben Luther 34, 2, 43 W.; ähnlich nach Jesaias 2, 21: du hast mir bittern wein gebraucht ... und hast mir für die edelen weintrauben bracht weintrollen herling und bösz ding Joh. Thauler sermones (1508) 52b (vgl. die entsprechende stelle pred. 290, 11 V.). mit bezug auf die parabel vom fuchs und der weintraube: das ist ein fuchs, der die weintrauben nicht erlangen kann Gottsched dtsche schaubühne (1740) 4, 269; dasz er das aus eben der ursache gethan habe, aus welcher der fuchs in der fabel die weintrauben verachtet Ayrenhoff w. (1814) 5, 188; immer in der stellung des fuchses zur weintraube ... betreiben diese (dirigenten) ihre musik ganz für sich R. Wagner ges. schr. (1897) 9, 282. einzelnes: der grosze weintraub ... ist ein fürbild Jesu Christi Mathesius hochzeitpred. (1584) 142b; wer sind die winreben (in Naboths weinberg)? sich, das sint die hailigen zwelfpoten ... sich, das waren schöne winreben. wan sie hand braht mannigen schönen wîntrûben dt. pred. d. 13. jahrh. 1, 134 Grieshaber; wir elende Adamskinder seynd gar offt wie die weintrauben unter der press Abraham a s. Clara mercks Wien (1680) 150.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weintraube

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Weintraube , plur. die -n, die Frucht des Weinstockes; schon bey dem Willeram Wintrubo.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Weintraube

    Goethe-Wörterbuch

    Weintraube [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Weintraube

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Weintraube Band 4, Spalte 4,202

  4. Sprichwörter
    Weintraube

    Wander (Sprichwörter)

    Weintraube 1. Die Weintraube sei noch so süss, die Press' ist ihr gewiss. – Parömiakon, 1413. 2. Wer nicht an die Weintr…

  5. Spezial
    Weintraube

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wein|trau|be f. (-,-n) 1 üa f. 2 (Weinrebe) pica d’üa f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weintraube

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von weintraube

weintrauben + -e

weintraube leitet sich vom Lemma weintrauben ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von weintraube 2 Komponenten

wein+traube

weintraube setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

weintraube‑ als Erstglied (2 von 2)

Zitieren als…
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Cotta, M. (2026). „weintraube". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/weintraube/dwb?formid=W14997
MLA
Cotta, Marcel. „weintraube". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/weintraube/dwb?formid=W14997. Abgerufen 17. May 2026.
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Cotta, Marcel. „weintraube". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/weintraube/dwb?formid=W14997.
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