weinmann,
m. mhd. wînman Lexer 3, 909,
selten im plur., dafür das wenig jüngere weinleute (
s. o.).
die beiden gleichen sich auch in verbreitung und vieldeutigkeit, sie theilen die bed. '
weinschenk',
die bei weinmann
seit mitte des 13.
jahrh. gangbar ist: gastgebe oder winman Berth. v. Regensb. 1, 121;
österr. weist. 5, 450 (1474);
in wbb. für caupo Diefenbach
gloss. 108
c;
n. gloss. 81
b,
und οἰνοπώλης Frischlin
nomencl. (1586) 204
b.
in Schwaben und der Schweiz gilt diese bed. seit dem 14.
jahrh.: Fischer 6, 623;
schweiz. id. 4, 286.
nächstdem ist weinmann
der behördlich angestellte küfer oder kellermeister, so früh an Ost- und Nordsee: 1 fird. dem wynmanne, der der wyne warte
Marienb. tresslerb. 542
Joachim; ein vom rat fest an gestellter beamter findet sich in Bremen erst im jahre 1595, der vom rat den titel weinmann erhielt Hartmeyer
weinh. (1905) 101.
diese bed. klingt aus in steir. weinmann: '
gemeindediener, der die abgabenpflichtigen weine zu messen hat' Unger-Khull 627
b.
auch der weinkoster ist gemeindebeamter: man soll setzen zween weinman, dasz si di wein kosten und beschauen
österr. weist. 1, 134;
entspr. weist. 3, 668
Grimm. anderseits heiszt der freie beruf des weinhändlers schon mhd. wînman:
städtechr. 9, 782
aus Straszburg, so bis heute in Appenzell: Tobler 447,
doch auch 1397
im ältesten stadtbuch von Berlin: Erw. Volckmann
alte gewerbe (1921) 43,
und im 15.
jahrh. in Danzig: Frischbier 2, 462.
hauptbed. ist '
weinbauer, weingärtner', '
zünftiger oder unzünftiger hersteller von wein'
im gegensatz zu winzer '
technischer arbeiter im weinberg' Heyne
altd. handwerk 140
f. sie gilt von 1400
bis heute, von Königsberg bis zur Schweiz: Peter Cunrad eyn wynman tenetur 150 pf. vor unsern wyngarten uff deme berge
handelsrechn. d. dt. ordens 105
Sattler; ich bin ein weinstock, yr seyt meine weinreben, und mein vatter eyn weinman; wilcher rebe frucht tregt, den wirt er reinigen, das er mehr frucht trage Luther 7, 335
W.; ein weinmann, der zum weinbaw zusammen nimbt, das zum weinbaw gehört Paracelsus
op. (1616) 2, 133
c Huser; disc. d. mahl. 3, 55; Ed. Gerhard
ak. abh. 2, 197.
so weithin in den wbb. für lat. accola, vinarius, vinitor: Diefenbach
gloss. 8
a; 619
c; 620
a;
gemma (
Straszb. 1508) E 2
a; Frisius 1385
a; Maaler 492
a,
sowie für ital. vignaruolo: Kramer 2 (1702) 1299
c.
vereinzelt für einen betrunkenen: ein gemähld und ebenbild kann den auszren menschen weisen ... aber wie der muht gestaltet, bringet weinmann an den tag; welches weder Polykletus, noch Apelles leisten mag Grob
dicht. vers. (1678) 22; en volle wîmã
schweiz. id. 4, 286.
als gegenbild des wassermanns (
th. 13, 2455)
erfindet Fischart
ein sternbild des weinmanns:
prakt. 5
ndr.; 637
Scheible. —