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weinlaub

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weinlaub n.

Bd. 28, Sp. 957
weinlaub, n. ohne plur. die blätter der rebe. mhd. wînloup Lexer 3, 909. 11) das wort erscheint ende des 14. jahrh. in Mühlhausen: ratsgesetzgbg. 162 Lambert, lex. zuerst Nürnberg 1482: Diefenbach gloss. 408b, fehlt aber z. b. bei Luther, H. Sachs, Fischart und bleibt auszer in wbb. (B. Faber 582b; Corvinus fons lat. 168; Stieler 1079) noch durch das ganze 17. jahrh. selten. von klassikern bei Wieland I 1, 119; Herder 27, 236 S.; Göthe IV 34, 242 W., den romantikern unentbehrlich, bis heute allgemein, doch kaum je mundartlich: H. Fischer 6, 622. 22) stets möglich ist w. in botan. betrachtung: (die rebe,) die das w. ... bringt Guarinonius grewel 668; das w. ist hier sehr dunkelgrün Ritter erdk. 13, 63; entspr. Laube 5, 278; Wimmer gesch. d. d. bodens 266. in der frühzeit wichtig ist w. als arznei und futter: wenn man kopf-wehe hat, mag man w. ... aufs haubt legen Hohberg georg. cur. 1, 316; w. ... pfleget man im august ... zu sammlen ... weil es im winter den kälbern, melk-kühen ... und ziegen ein gar dienliches futter ist allg. haush.-lex. 3, 701; so läszt sich ... die raupe vom sphinx elpenor ... leicht mit w. aufziehen allg. d. bibl. 106, 211. diese verwendung ist völlig zurückgetreten. 33) das w. am stamm rankt an bäumen hoch: auf allen (feldern) stehen reihenweise hohe ulmen, um welche sich w. schlinget Stolberg 8, 60, desgl. an häusern: Schweizerhäuserchen, mit ihren ... wetterdächern meistens in weinlaub steckend Gleim briefw. 1, 446 Körte; am spalier, wo sich das weinlaub aufrankt bis zum dach H. v. Kleist 1, 376 E. Schm.; eine niedere hütte ... ganz von w. überrankt Eichendorff 3, 144; in den von w. gänzlich eingehüllten pavillon Th. Mann Buddenbr. 2, 342. es umrankt fenster: es waren keine scheiben in den fenstern, und w. über sie gezogen Brentano 2, 112; entspr. Gaudy 13, 70, bildet lauben, dächer und schattenwinkel: als eine ... baszstimme durch das w. erscholl Immermann 5, 179 Hempel; über diesem hofe befindet sich ein dach von w. Moltke 6, 124; ein junger bursche ... der im schatten des weinlaubes auf dem boden lag Rosegger I 2, 47. mond und sonne scheinen durch: der mond glänzte wunderbar durch das verschlungene w. Tieck 2, 310; dabei funkelte die abendsonne durch das w. Eichendorff 3, 72. stimmende attribute erhöhen die anschaulichkeit: geringelt Voss 2, 321; falb Stolberg 2, 82; grün Gutzkow ritter 1 (1850) 146; dicht Fontane I 1, 256. 44) natürliches w., vom stamm gelöst, wird als schmuck um säulen, schäfte, nachen u. ä. gerankt: in der hand führte es eine mit wein-laube und flachs umbwundene lantze Lohenstein Arm. 2, 490a; die porphyrnen säulen mit w. frisch umflochten Eschenburg beisp. 4 (1795) 363; auf einem lustigen nachen mit w. und epheu geschmückt Heinse 4, 41 Schüdd. teller und schalen werden damit ausgelegt: sie ... brach die melone ab, legte sie auf einen irdenen teller, viel w. darunter Musäus volksm. 3, 12 Hempel; entspr. Kerner bilderb. 120; Fontane I 4, 90. winzer, zecher, jubelnde, kränzen ihr haupt damit: ein könig ist der jungen welt gebohren ... dasz wir mit weinlaub unsre locken heut, mit amaranten unsre becher kränzen Ramler Gött. musenalm. (1771) 6 lit.-denkm.; (es erschienen) bekränzt mit weinlaub und mit ähren ... der winzer und der ackermann Pfeffel poet. vers. 7, 56; damals war so sonnengoldig und so purpurn mir zu mute, meine stirn umkränzte weinlaub H. Heine 1, 452 Elster; wir genossen, mit w. bekränzt, ein einfaches mahl Hebbel tageb. 2, 449. allegorische gestalten werden früh so gedacht: mich dünkt, sein (des herbstes) antlitz gleicht Lyäen, von jungem weinlaub ist sein kranz J. J. Schwabe belust. 3, 512; entspr. Pyra u. Lange 92 lit.-denkm. die sitte stammt erkennbar aus dem klass. alterthum: Seume ged. (1804) 196; W. Scherer kl. schr. 2, 203 (1872). 55) vorbild sind dort die kränze und stäbe bei Bachusfesten: auf dem haubt hat solches weib einen krantz von w. Harsdörfer frauenz.-gespr. 7, 47; Bacchantinnen, bekränzt mit w. und epheu H. Meyer gesch. d. bild. künste 3 (1824) 353; schwingen ... wie mänaden stäbe mit w. Voss antisymb. 1 (1824) 58. darf hier noch an natürliches w. gedacht werden, so verlangt die darstellung des gottes selbst plastische nachbildung: junger Bacchus, mit w. gekrönt G. Forster 3, 507; bei einer statue, deren haupt mit epheu oder w. bekränzt war Fechner erkl. volksth. pflanzenn. (1871) 15. derartige nachbildung wird auch sonst wichtig: de winlouvern wairen van clairem silver Frommanns d. mundarten 3, 59b (Köln, 15. jahrh.); die seulen waren alle mit vergüldetem w. umbwunden Lohenstein Arm. 2, 291b; die südecke der säulen ... hat als ornament die traube mit w. zum relief Ritter erdk. 1, 652; gothisches tympanon ... mit w. gefüllt Schönermark hochbaulex. 857. 66) hier überall stellt sich w. zu vitis vinif. L. wie wein (s. o.) wird auch w. von unverwandten pflanzen gebraucht, so von dem laub von labrusca: wildes w. Holtei vierzig jahre 1 (1843) 407; Rosegger I 11, 331. der weisze oder bergahorn (acer pseudoplatanus L.), dessen blätter denen des weinstocks gleichen, heiszt w.: Bechstein forstbot. (Erf. 1810); Campe; Holl pflanzenn. (1833) 8a. weĩlaub ist in Schwaben ein name der weinduftenden rosa rubiginosa und elliptica: H. Fischer 6, 622. 77) zu vitis vinif. wie zu labrusca können sich ableitungen stellen, so weinlaubig Campe.
5364 Zeichen · 206 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weinlaub

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Weinlaub , des -es, plur. car. das Laub oder die Blätter des Weinstockes.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Weinlaub

    Goethe-Wörterbuch

    Weinlaub [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Weinlaubn.

    Pfälzisches Wb.

    Wein-laub n. : 'das Blattwerk der Rebe', -laab [LU-Alsh NW-Hamb LA-Rhodt (WKW 12)]. —

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weinlaub

4 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von weinlaub 2 Komponenten

wein+laub

weinlaub setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

weinlaub‑ als Erstglied (3 von 3)

Weinlaubig

Campe

wein·laubig

○ Weinlaubig , adj . u. adv . mit Weinlaube versehen. Du weinlaubige Reb'. — Voß.

Weinlaubkranz

Campe

weinlaub·kranz

○ Der Weinlaubkranz , — es, Mz. — kränze , ein Kranz von Weinlaub. — — in deinem Weinlaubkranze . Voß.

Weinlaubstab

Campe

weinlaub·stab

○ Der Weinlaubstab , — es, Mz. — stäbe , ein mit Weinlaub umwundener Stab (Thyrsus ). Evan, mit deinem Weinlaubstabe . Klopstock.

Ableitungen von weinlaub (1 von 1)

weinlaube

DWB

weinlaube , f. lex. zuerst 1587: est et jugum in vinetis, propagatio vitium in sublime, ut umbram praebeant sub iis considentibus / eine wei…