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weinhefe

nhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
5 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weinhefe f.

Bd. 28, Sp. 938
weinhefe, f. der mikroskop. pilz saccharomyces ellipticus: (er) findet sich stets im boden der weinberge und wird von dort durch insekten (ameisen, wespen) auf die trauben übertragen, so dasz die trauben die gärungserreger mitbringen Villaret handwb. d. med. 2 (1891) 950a. sie verwandeln bei schnellstem wachsthum in der gärung den zucker des mosts zu alkohol. um sicher zu gehen, setzt man neuzeitlich dem moste reinkulturen von vorzüglicher w. zu Zobeltitz d. wein (1901) 15a. in dem durch sie gebildeten wein sinkt die absterbende w. zu boden, darum heiszt in nicht wiss. sprachgebrauch w. der dickste und gröbste theil vom weine Jacobsson 8 (1794) 171b. so auch amtlich: weintrüb, w., sowie die auf dem teilungslager verdorbenen und unbrauchbar gewordenen flüssigkeiten werden ... vom konto zollfrei abgeschrieben centr.-bl. für d. d. reich 1888, 256. dieser sprachgebrauch beherrscht die wortgeschichte. 11) sie beginnt spätmhd.: Lexer 3, 904, seither in den wbb.: Diefenbach gloss. unter floces, tartaris, -um, -us, vappa, vinacium; n. gloss. unter vappa und vinacium; gemma gemm. (Straszb. 1508) E 1d; Ravellus; Hulsius; Wiederhold; Rädlein; Dentzler; Steinbach; Frisch usw., und in den techn. hilfsmitteln: Thurneyszer m. alch. (1583) 52; Agricola bergw. (1621) 192; Hohberg georg. cur. 1 (1682) 230; Karmarsch-Heeren 3 (1844) 603. räumlich greift w. nirgends über den bereich von hefe hinaus, wie er wortk. z. d. sprachgeogr. (1923) 21 angegeben ist. er umfaszt zugleich die wesentl. gebiete des deutschen weinbaus: Kretschmer wortgeogr. d. nhd. umg. (1916) 105. [] 22) als siegendes schriftwort hat w. ältere synonyma auf landschaftl. gebrauch zurückgedrängt, s. weinbarme, -druse, -lager, ferner M. Heyne nahrungsw. (1901) 269; weynhäpffen oder weyntruosen Frisius dict. (1556) 1333b; weinhefen heiszet griech. tryx ... man nennts auch zu teutsch weintrusen Wirsung arzn.-b. (1588) reg.; gleichet der weinheffen oder jest Harsdörfer t. secr. 1 (1656) 644; heben vom weine, bahrm vom bier denkm. d. d. kulturgesch. 2 i 288 (Mecklenb. um 1700); barmen, bier- oder wein-barmen, werden an einigen orten, sonderlich im Francken-lande, die bier- und weinhefen genennet Chomel 1 (1750) 1145; w., wein-modder Kramer t.-it. dict. 2 (1702) 1299c; die w. ..., welche auch die mutter genannt wird Campe. 33) die w. ist reich an wirksamen bestandtheilen. drei gruppen von verwendungsarten lassen sich trennen. 3@aa) im heilgebrauch ist die thierarznei zuerst zur stelle: H. Fischer 6, 618; Mynsinger v. falken 69 lit. ver.; Herr feldb. (1551) 187b. menschen werden bei verbrennungen mit w. behandelt: Gäbelkover arzn.-b. 2 (1595) 278. chemisch ist zuerst die weinhefenasche (s. u.) verwerthet worden: man trocknet ... die w., verbrennt solche, da denn die asche voll von feuerbeständigen alkali ist ... und statt der pottasche in vielen künsten gebraucht wird Hübner (1776) 2463. neuerdings dient die w. zu darstellung von kalium, weinöl, potasche und weinsäure: Liebig handb. d. chem. (1843) 374; Muspratt chem. 1 (1888) 159; 4, 861; Lueger 7, 904. 3@bb) der hausgebrauch schätzt die w. zunächst im garten: wan sie swach werden, sol man alte winhefen ... gieszen an ire würtzeln Petr. de Crescentiis (1531) 85b; entspr. Lonicer kreuterb. 23c; Sebiz feldb. 241. in der küche wird damit gekocht: Bock kreuterb. (1539) 62, gewaschen: W. H. Ryff confectb. (1548) 110a, und nam. gebacken: Oken allg. nat.-gesch. 3 iii 1869. aus w. werden branntwein und essig hergestellt: weil gleichwol der brandtwein ... auch seinen nutz ... hat ... so solte derselbe allein aus wein und bierhäfen gemacht werden Prätorius saturn. (1663) 371; auch destillirt man aus den w. noch einen guten geist n. rhein. conv.-lex. 12 (1830) 168; die bereitung des weinessigs aus trüben wein und w. ist eine alte kunst Poppe gesch. d. techn. 3 (1811) 247. unbegrenzt nützlich ist w. als fleckenwasser, putz- und färbmittel: Fleming vollk. sold. (1726) 357a; Töpfer lehrb. d. orgelbauk. (1855) 738; Bode Tristr. Schandi 7 (1774) 65; Rode Vitruvs bauk. 2 (1796) 129. 3@cc) auf der färbenden kraft der w. beruht eine frühe anwendung in der kunst: wenn einer, nach der weise der alten trauer-spieler ... an statt der schmincke sich mit w. bestreichen wolte Besser 1 (1732) 117 König; (Thespis bemalte) den sängern und spielern seiner stücke die gesichter mit w. Ramler Horazens dichtk. (1777) 97; Gutzkow 4, 63. der brauch wurzelt in altgriech. spielen an weinlesefesten: C. A. Böttiger kl. schr. 1 (1837) 262. 44) w. ist erster bestandtheil von einem dutzend zus.-setzungen, die sämmtlich dem techn. gebrauch der w. (3 a und b) dienen. häufig sind
4677 Zeichen · 176 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    WeinhefeDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Die Weinhefe , Mz. — n , die Hefe des Weines, welche sich im Fasse setzt, und welche auch die Mutter genannt wird.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Weinhefe

    Goethe-Wörterbuch

    Weinhefe [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Weinhefe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Weinhefe , s. Hefe , S. 49, und Wein (Textbeilage).

  4. modern
    Dialekt
    Weinhefef.

    Pfälzisches Wb.

    Wein-hefe f. : 'Bodensatz des Weines nach der Gärung', -hef [vereinzelt]; vgl. PfWB Drusen , PfWB Essighefe , PfWB Hefe …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weinhefe

8 Bildungen · 8 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von weinhefe

weinhefen + -e

weinhefe leitet sich vom Lemma weinhefen ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von weinhefe 2 Komponenten

wein+hefe

weinhefe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

weinhefe‑ als Erstglied (8 von 8)

weinhefenasche

DWB

weinhefe·nasche

-asche von Thurneyszer m. alch. (1583) 74 bis Hoyer-Kreuter 1 (1902) 841 ( rhein. hiefür drusenasche Wirsung arzn.-b. [1588] reg., s. o. th.…