weichlich,
adj. mhd. weichlîch
mhd. wb. 3, 617
a; Lexer 3, 737,
mnd. wêklik Schiller-Lübben 5, 659
b,
mnl. wêkelijk Verdam 687
a,
nnl. weekelijk Kramer (1759) 1, 2017,
ags. wáclíc Bosworth-Toller 1148
a,
mengl. wâclîc Stratmann 661
b,
nengl. weakly. weichlich
ist, wie schon Adelung
umst. lehrgeb. 2 (1783) 71
gesehen hat, zunächst als adv. zum adj. weich
gebildet wie fälschlich
zu falsch: in was zu sînen worten leit, die er weichlîch in bôt
passional 174, 59
Köpke. diese bildung (
noch im 15.
jahrh. als: molliter weichlich
gebucht Diefenbach
gloss. 366
a)
stirbt im 16.
jahrh. ab, statt dessen tritt ein adj. weichlich
auf, das neben weich
steht wie fröhlich
neben froh
und sich in seiner bed. zum simplex verhält wie gutartig
zu gut: er nympt etwas hertlichs, das der speyse ehnlich ist, nemlich seynen leyb, und etwas weychlichs, das dem tranck ehnlich ist, nemlich seyn blut Luther 18, 161
Weim. auch diese bildung stirbt rasch wider ab und ein drittes weichlich
steht zu weich
wie bläulich
zu blau,
im sinn der annäherung an den begriff des grundworts, daraus ergibt sich zunächst eine art deminutiver bed.: weichlich, ein wenig weich ... weichliche byrn Ravellus (1616) 407
b.
aber schon früh im 15.
jahrh. schlägt das wort die richtung ein, in der allein im haushalt der sprache platz dafür war: es bedeutet (
zuerst Lübeck 1442
hans. gesch.-bl. 1874, 64) '
weich in unerwünschter, ungehöriger art'.
diese bed. bestimmt die ganze weitere geschichte des worts, höchstens im zwange des verses steht es noch einmal als adv. zu weich: feine wollene decken mit purpursäumen, ein lager zu bereiten, das uns traulich und weichlich empfängt Göthe I 1, 270
Weim. die entwicklung vollzieht sich bis tief ins 18.
jahrh. bei Nord- und nam. Mitteldeutschen, hier wird die neue bed. zuerst gebucht: B. Faber
thes. (1587) 966
b; Reyher
thes. o 4
b,
der erste Oberdeutsche der das wort schätzt ist Wieland I 1, 142. 146. 2, 126.
nirgends in obd. mundart ist es bodenständig, wol aber in Niedersachsen, der Altmark und in Obersachsen: brem. wb. 5, 221; Danneil 246; Albrecht 159
a; Müller-Fraureuth 2, 649
b.
das adv. spielt weiter keine rolle, unter 308
zeugnissen sind nur 38
adv., gern vor adj.: weichlich-lüsterne zeiten Herder 22, 310; der weichlich-ekle ritter Stephanie
singsp. 179; ein weichlich-selbstsüchtiger charakter Holtei 18, 29; weichlich-selbstsüchtige regungen Justi
Winckelmann 1, 225; der weichlich-schlaue bischof Bayer
skizzenb. 40.
vollends tritt subst. gebrauch zurück, 9
fälle wie: weichheit, die hin und wieder in das weichliche überging Immermann
Münchh. 23, 144; die empfindung des kleinen und weichlichen Gervinus
gesch. d. d. dichtung 5, 9; etwas weichliches Göthe I 31, 83
Weim. superl. begegnet 7
mal seit 1745,
compar. 6
mal seit 1784: in weichlichster seide erzogen Heine 7, 81; er war der weichlichste Laube 15, 3; je weichlicher man sich macht, desto mehr macht man sich krank Zimmermann
einsamk. 3, 177; die weichlichere schwester Hoops
waldb. 28.
getragen wird die entw. von attr. und praed. gebrauch mit 168
und 79
fällen, die in ihrer bed. gleichlaufen. die form
bietet keine schwierigkeit, nur bei Stieler 2472
begegnet die nebenform weichlicht,
bei Calepinus XI
ling. 907
a weichlichtig,
bei Tabernaemontan (1664) 594 weichelechtig. 11)
in der bedeutung ist sinnlicher gebrauch alt und allseitig entwickelt, aber relativ schwach vertreten und überall mit ansätzen zu übersinnlichem gebrauch durchsetzt. 1@aa)
der tastsinn geht voran wie bei weich.
die eigenschaft weichlich
wird mit hand und körperhaut festgestellt: die weichliche feige, die jeder druck schon entstellet Göthe I 1, 268
Weim.; bei den locken die so weichlich trockneten die heil'gen glieder 15, 334.
bes. ist die unbekleidete haut des gesichts betheiligt: angeweht von weichlichen mailüftchen Mörike 1, 127
Göschen. dasz es sich um ein tasten handelt, spricht Göthe
selbst aus: süsz, den sprossenden klee mit weichlichen füszen im frühling und die wolle des lamms tasten mit zärtlicher hand I 1, 310
Weim. den übergang zu seelischer weichlichkeit
vollzieht von hier aus Herder: dieser ist dumm vor laster; es hat das weichliche fett sich ihm um die seele gesetzt 26, 291. 1@bb)
das gehör empfindet als weichlich
sprechstimme und sprache, mundart und lautliche erscheinungen, verse, musik und einzelne töne: eine linde weichliche stimme B. v.
d. Sohle
Harnisch a. Fleckenland 48; ihre weichlich lispelnde stimme Nicolai
S. Nothanker 3, 120; eine so weichliche sprache wie deine, Italiäner, darf gegen unsre männliche gar nicht den mund öffnen A. W. Schlegel
Athenäum 1, 28; an dem weichlichen dialect der lagunen Steub
drei sommer 2, 96; ob sich auch wol (
bei den Obersachsen) etzliche weichliche, und bey andern ungewönliche mundarten im ausreden finden Gueintz
rechtschr. 25; einige völker lieben es (
den hiatus), andre halten es für weichlich oder hart A. W. Schlegel
Athenäum 1, 16; (
amphibrachen werden) entstellt durch die weichliche und einförmige bewegung Voss
zeitm. 167; die weichlichste music Pyra
u. Lange 89
neudr.; ein recht weichlicher tenor Holtei 2, 162; welche tonarten sind also weichlich und bei gastmählern üblich? Schleiermacher
Platon 6, 186.
dem gehörten wort schlieszt sich in seiner sprachl. behandlung das geschriebene an: die echtheit ist schon wegen der schreibart zweifelhaft, da sie ganz und gar nicht jene weichliche und getändelte ist Engel 2, 225,
mehr schon der inhalt soll getroffen werden mit: die ausdrücke himmel auf der welt, seligkeit (
sind) nur weichliches geschwätz junger schwärmer Lichtenberg
verm. schr. 1, 126; Heine begann mit weichlichen minneliedern auf wunnevolle magedein Treitschke
d. gesch. 3, 712. 1@cc) weichlich
von geschmack heiszen brühe, fisch, fleisch, brot, austern, selten getränke: wie? oder ist die brüh so weichlich angericht? Henrici 1, 300; weswegen dieser fisch in sothanem monat ... lapp und weichlich im sieden ist Göchhausen
not. ven. 349; die seebären sind auch nicht zu verachten; allzujung ist das fleisch sehr weichlich und daher ekelhaft Forster 2, 399; dann schmecke es (
weizenbrot) zu weichlich Laukhard
leben 3, 136; mit ungenieszbaren weichlichen austern Gutzkow 7, 463; der normännische cider (
ist) weichlich, wenn er mit birnenmost vermischt ist Laube 4, 185.
ins geistige lenkt dieser gebrauch über mit dem bed.-wandel des worts geschmack: nur ist der dasige geschmack jetzt etwas weichlich geworden Schubart
ästh. d. tonkunst 218. 1@dd)
das auge findet formen der natur und kunst weichlich: die miene sanft, nicht weichlich J. A. Schlegel
verm. ged. 1, 152; Corfu nach süden zu mit weichlichem niederigerem hügelfalle Warsberg
odyss. landsch. 1, 229; (
eine Junoherme) der körper und das gewand sehr weichlich gearbeitet Göthe III 2, 291
Weim.; die weichliche und empfängliche bildung griechischer körper Schubart
ästh. d. tonk. 17.
dasz das auge die feststellung vornimmt, wird geradezu gesagt: weil er einen gott in jugendlichem alter, zart, weichlich und üppig vorzustellen hatte ... so wird alles dieses sichtbar Winckelmann 9, 478.
in der malerei wird dieses weichlich
fester kunstausdruck: weichlich,
mol, in der malerey, was nicht mit zuversicht, kraft und stärke behandelt ist Jablonski
allg. lex. d. künste 2, 1735
a;
entspr. Jacobsson 4, 621
a.
gerade hier ist es kaum trennbar vom ausdruck des seelischen: das ganze geschlecht gut, fromm und heiter ... durch einen zarten, ja weichlichen pinsel dargestellt Göthe I 34 i 170
Weim. 1@ee)
selten ist weichlich
im dienste des geruchsinns: alles stimmt der mai zur milde ... weichlich duftet's im gefilde. schmelzend lockt die nachtigall Rückert 2 (1867) 361. 22)
seit mitte des 17.
jahrh. gilt weichlich
vorwiegend vom mangel innerer widerstandskraft. neben synonymen grenzt sich der gebrauch gut ab: dasz das studium ... die gemüther eher weichlich und weibisch macht Bode
Montaigne 1, 277; er giebt gern, weil er von natur weichlich und sinnlich ist Gellert 6, 108; fein genug ist unser geschmack schon itzt, delicat genug — bald hätte ich üppig, weichlich, verzärtelt gesagt Gerstenberg
schlesw. lit.-br. 14
neudr.; weich ist er (
der componist Hasse) selten, weichlich fast nie Jahn
Mozart 1, 341.
gelegentlich erinnert man sich des sinnlichen ausgangspunkts: so wie die musiker mit den saiten einer leyer verfahren, spannte Lykurg die weichlichen und schlaff gewordenen Spartaner mehr an Ayrenhoff 6, 33.
als oxymoron wirkt dieses weichlich
vor lobendem subst.: einen gewissen hang zur weichlichen wohlthätigkeit Jung-Stilling 3, 547; du hast zu viel ... weichliche menschenliebe in dir H. L. Wagner
theat. 26. 2@aa)
an sich kann die feststellung objectiv sein. so bedeutet weichlich
von thier und pflanze '
unfähig, kälte, wetterstürze, rauhe behandlung zu ertragen': dieweil er ein weichlicher vogel ist, der auch keine kälte vertragen kan Döbel
n. jäger-pract. 1, 56; weichlich heiszt ein hund, welcher die entgegengesetzten eigenschaften von einem harten hat Behlen
forst- und jagdk. 6, 336; weichlich ... wie sie sind, scheuen sie jede plötzliche abwechselung des wetters Brehm
thierl. 1, 164; zonen und jahreszeiten hat der mensch durch einander gemengt, und die weichlichen gewächse des orients zu seinem rauheren himmel abgehärtet Schiller 9, 87; linden, faulbaum und andere weichliche wesen bestreuen die steige mit ... laub Bismarck
br. an braut u. gattin 163. 2@bb)
dagegen ist weichlich
stets vorwurf, wenn es vom menschen gebraucht wird. 2@b@aα)
am frühesten und häufigsten gilt der tadel der lebensführung des menschen. dabei wird zunächst der mensch selbst weichlich
gescholten: der weichliche hofmann lacht in seinem herzen der mühseeligen ehrsucht des soldaten C.
F. v. Moser
beherz. (1763) 51; diese weichlichen damen, welche auf ihren füszen nicht gehn können Zachariae
poet. schr. 2, 204; wo die köchin alles vom wochenmarkte holet, vermehrt sich ein weichliches faules zwittergeschlecht von gesinde Möser 2, 256; ein weichliches heer Herder 27, 109; der unter dem chirurgischen messer ... schreit, ist darum ... nicht feig oder weichlich Kant 10, 283; die gute gesellschaft in Frankreich ist weichlich, sanft und gefällig Sturz 1, 113; entsagungen waren und bleiben nothwendig, um so zu genieszen — also werd ich nicht weichlich werden Caroline 1, 73
Waitz; zu stolz, auch zu weichlich, den herrn, der er bisher gewesen war, mit dem bauer zu vertauschen Schiller 4, 65; entflieh du und ermatte weichlich nicht Droysen
Äschylus 164.
fast gleichbedeutend ist, wenn gegenden und zeitalter weichlich
genannt werden statt der davon umfaszten menschen: in dem weichlichen orient
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen 1, 40; vom weichlichen Paris Löwen 1, 92; was unserm weichlichen zeitalter unmöglich scheint Arnim 7, 190
Grimm; diese weichliche, abgeschwächte, übergelahrte und sophistische zeit Immermann 1, 76
Hempel. in weiterem abstand gilt der tadel leben und lebensart des einzelnen, der gesellschaft, ganzer völker: ein weichliches und wollüstiges leben nahm überhand Gottsched
neuest. a. d. anm. gel. 5, 251; wo ihr geliebter mit ihr ... ein weichlich und verliebtes leben führt Heinse 3, 331
Schüddekopf; die Slaven waren ... so wenig an eine weichliche lebensart gewöhnt
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen 1, 463; (
Suchenwirt) klagt ... über das verliegen und weichliche hinleben bei tanz und spiel Gervinus
gesch. d. d. dichtung 2
5 389.
auch einzelne bethätigungen werden getroffen: die seine belustigungen im singen, rennen, fahren und andern dergleichen weichlichen übungen verlachen würden A. U. v. Braunschweig
Octavia 1, 1050; die weichlichen und wollüstigen sitten der Ionier Gottsched
crit. dichtk. 443; zu allem weichlichen genusse Arnim 9, 35
Grimm; unter weichlichen vergnügungen Nitzsch
d. studien 76; schade, dasz eine solche lehre fähig ist, die sitten weichlich ... zu machen Ramler
einl. in die schönen wiss. 1, 389; als er das sagte, liesz er sich weichlich auf einen sitz nieder Göthe I 45, 23
Weim., noch mehr der mangel an bethätigung: nach und nach verfiel ich in eine weichliche unthätigkeit Wieland
Agathon 1, 277; was hoffst du in dieser weichlichen ruhe? Bürger 248
Bohtz; wenn er zuletzt die fessel der weichlichen ruhe trägt Gervinus
gesch. d. d. dichtung 5, 119; weil sie ... im grunde ihres herzens nur weichliche musse liebten Niebuhr
röm. gesch. 1, 14; seine landsleute ... lachten über ... die weichlichen bequemlichkeiten des verwöhnten Engländers Schlosser
weltgesch. 13, 256. 2@b@bβ)
demnächst wird weichlich
gescholten das gefühlsleben des menschen: wie denkt ein weichlich herz, von wollust aufgeschwemmt, auf mord und blut-gedicht? Zinzendorf
t. ged. 329; mit welcher grösze, welchem ernste, risz er aus dem weichlichen gefühl mich auf! Göthe I 9, 337
Weim.; hier ist nicht zeit zu weichlichem erbarmen Schiller 12, 538; die weichlichen gemüther der Morgenländer Haller
Usong 55; die weichlichen, schwachen bande der natur, zärtlichkeit und verwandtschaft Klinger 3, 227; aus weichlicher gutmüthigkeit K. L. v. Haller
rest. d. staatswiss. 1, 172; laszt uns nicht durch zaghafte trauer, durch weichlichen schmerz das ruhmvolle loos verkümmern Schleiermacher 2, 4, 47; ich bin keiner so weichlichen gelassenheit, dasz ich mein recht unvertheidigt preisgeben ... möchte J. Grimm
kl. schr. 1, 26; ich fühlte ein weichliches mitleid mit mir selbst G. Keller 1, 174; roheit und weichliche empfindsamkeit verletzen da am meisten G. Freytag 14, 121; das glück macht sinnlich, die sinnlichkeit weichlich Cramer
nord. aufseher 1, 12; so wenig als solche rodomontaden wahren heldenmuth einflöszen können, eben so wenig können philoktetische klagen weichlich machen Lessing 6, 401; wo der geist der (
französischen) nation schon so klein, so weichlich, so verdorben war Schubart
leben 2, 110; gerührt und weichlich im gemüt Mörike 1, 241; es geschieht dies in einer zeit, wo man im groszen und ganzen in bezug auf menschenleben nicht gerade weichlich ist Bismarck
pol. reden 4, 330
Kohl; dann wurde mir doch etwas weichlich zu muthe Gaudy 18, 59.
seltener trifft der tadel den ausdruck des gefühlslebens: was aber sollt' ich weichlich klagen? ich weisz, dasz mein erlöser lebt Günther
ged. 11; der stolz — die beste widerlage gegen weichliche thränen Jean Paul 7/10, 353
Hempel; schmeicheln, weichliches loben war dieser versammlung gänzlich fremd Solger
nachg. schr. 1, 141; selber folgerichtig im kleinsten wie im gröszten, sagt er den zeitgenossen erbarmungslos auf den kopf zu, welches die nothwendigen folgen ihrer weichlichen grundsätze seien Treitschke
hist. u. pol. aufs. 1, 119; nichts von der weichlichen schwärmerei eurer mädchen G. Freytag 5, 160. 2@b@gγ) '
willensschwach'
kann weichlich
erst in der prosa des 19.
jahrh. bedeuten. das attr. wird einmal der anthropomorph gedachten gottheit gegeben: weil ihr gemüth klein und feig und elendig ist, darum haben sie sich auch einen weinerlichen und weichlichen gott erfunden, welcher nicht zürnen noch strafen kann Arndt
schr. an s. l. Deutschen 1, 361,
das praed. gilt stets dem menschen: ich weisz ... dasz sie nur im vertrauen auf meinen muth handeln, und schäme mich darum, mich selbst so weichlich und schwach anzutreffen Tieck 5, 4; bin ich wohl selber weichlich zu nennen gegen seine feste strenge Rückert 3 (1867) 133; jedenfalls wird es einem mann besser anstehen, hart zu sein, als zu weichlich Freytag 4, 307; ihr (
Östreicher) seid warmherzig, ihr seid redlich, aber ihr seid weichlich, unwissend, wollüstige sklaven der phantasie 15, 101. 2@b@dδ)
als warnung wird das wort gern gebraucht auf dem gebiet, das lebensführung, gefühlsleben und willen des menschen bildet, in der erziehung: man soll bei der erziehung nur verhindern, dasz die kinder nicht weichlich werden Kant 10, 408; die sehr weichliche und mangelhafte kinderzucht ist die quelle vieler übel Nicolai
reise 5, 212; in solchen schulen; die bey allen ihren miszbräuchen doch weder den körper noch den geist weichlich machen Archenholz
England u. It. 1 ii 443; wenn der erzieher aber selbst weichlich ist, wie will er andere abhärten? Salzmann
ameisenb. 10; die neumodische und weichliche erziehung Tieck 4, 39. 2@b@eε)
früh wird weichlich
zum künstlerischen tadel: solches (
das buch) aber müst' auch nicht alzu geil und alzu weichlich sein Zesen
adr. Rosemund 6
neudr.; der todten Sappho weichlich lied Schwabe
belust. 4, 135; dieser (
schauspieler) ist stark, aber hart; jener ist sanft, aber weichlich und oft abgeschmackt Ramler
einl. in die schönen wiss. 2, 260; die weichlichen klagen Ovidens Croneck 2, 44; erzählungen sind mährlein, die ... vorgetragen werden, sittenlehren einzuschärfen. doch fehlt es auch nicht an weichlichen und wollüstigen, wie es La Fontainens seine oft sind Gottsched
beob. 259; so gilt das idyllische auch häufig nur als eine zuflucht und erheitrung des gemüths, wozu sich denn wie bei Geszner z. b. oft noch eine süszlichkeit und weichliche schlaffheit gesellt Hegel 10 i 245; so war schon der stil dieser Asiaten ... verzwickt und weichlich Mommsen
röm. gesch. 3, 562.